22. November 2007 Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat Anfang der Woche in einem Interview angedeutet, dass langfristig über eine weitere Erhöhung des Renteneintrittalters nachgedacht werden müsse. Zwar kamen aus der Union schnell Stimmen, dass es keine konkreten Pläne gebe, bei mehreren Wissenschaftlern stößt die Forderung aber offenbar auf Zustimmung. In der Bild-Zeitung (Donnerstagausgabe) sprachen sich zahlreiche Ökonomen für eine zusätzliche Erhöhung aus.
Der Chefvolkswirt der Dresdner Bank, Michael Heise, sagte der Zeitung: Wenn die Lebenserwartung weiter so steigt wie in den vergangenen 30 Jahren, wird langfristig ein Renteneintrittsalter auch über 67 notwendig. Sonst ist das System nicht bezahlbar. Wer länger Rente bezieht, muss länger einzahlen.
Zimmermann verlangt Anhebung auf 70
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, verlangte eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. Es ist längst klar, dass nur die Rente mit 70 langfristig Entlastung bringt. Nur wenn sie bis 2030 eingeführt wird, sind größere Leistungskürzungen oder Beitragserhöhungen vermeidbar, sagte Zimmermann.
Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, brachte sogar eine Rente mit 77 ins Spiel. Nach Berechnung der UN müssten die Deutschen bis 77 arbeiten, wenn man das heutige Rentenniveau ohne Erhöhung der Beitragssätze und Steuern beibehalten wollte, sagte Sinn der Zeitung. Natürlich sei die Zahl absurd. Sie zeigt aber, wie wenig wir die Lage im Griff haben und dass die 'Rente mit 67' nicht ausreicht.
Text: AP/ddp
Bildmaterial: ddp
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