Hühner am laufenden Band

Protektionismus

Der Streit über die Hähnchenschenkel

Für Donnerstag hat Angela Merkel Wirtschaftsvertreter ins Kanzleramt eingeladen, weil sie den transatlantischen Handel ausbauen will. Auf der Tagesordnung steht ein bizarrer Geflügel-Streit mit den Vereinigten Staaten. Von Andreas Mihm

Lesermeinungen zum Beitrag

14. Mai 2008 09:19

Demokratie des Marktes...

Mark Wilbrand (negotio)

Dauerhafte Subventionen und Protektionismus sind immer schlecht. Sie verzerren den Markt und führten zu den kuriosesten Auswüchsen, wie "Milchseen" und "Butterbergen" und "Windmühlenparks". Bezahlen tun es am Ende wir, die Bürger und Steuerzahler - direkt oder indirekt. Es sollte also uns Bürgern überlassen werden, ob wir bereit sind für etwas mehr zu bezahlen, um damit bestimmte Interessengruppen zu schützen oder Produkte, die höheren Standards genügen zu fördern. Aufgabe die Staates wäre es hier nur Transparenz und Sicherheit zu schaffen, damit der Bürger sieht, dass ein Produkt einem höheren beispielsweise ethischen Standard genügt. Er kann dann selbst entscheiden, ob er hierfür bereit ist, mehr zu bezahlen. So ließe sich auch die uneffiziente Subventionsverwaltung sparen. Wir sind alle mündige Bürger, die keinen Staat brauchen, der für uns die Entscheidungen trifft. Der Staat, der seine Bürger so einengt, braucht sich nicht über Bürger zu wundern, die nur noch nach staatlicher Fürsorge schreien und nicht mehr bereit sind für sich selbst Verantwortung zu übernehmen.

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07. Mai 2008 12:41

Nicht so simpel

Ronald Gruenebaum (bruxman)

Die Hähnchen-Schenkel sind kein so triviales Problem, wie uns der Artikel weis machen will: Die amerikansichen Produktionsmethoden sind voll auf Profit gerichtet, nicht auf Konsumentenschutz. Im Angesicht vergangener Skandale in der EU und der skandalösen Praktiken in US Schlachthäusern (wo weiter BSE-Rinder munter verwurstet werden) kann man den Amerikanern nicht einfach nachgeben. Wollen wir wirklich so essen (und dann entsprechend aussehen) wie die Amis? Und ansonsten bieten die USA der EU wie immer nichts substantielles an. Die Amerikaner sind immer noch völlig überzeugt, im besten aller Länder zu leben. Eine Sichtweise, die aufgrund der absoluten Unkenntnis des Rests der Welt, unerschütterlich ist. Es handelt sich also nicht um einen Dialog, sondern um einen Austausch bekannter Positionen. Angie lebt wohl einmal mehr in einer Traumwelt. Es zeigt sich immer mehr, dass die fehlende Sozialisation im Westen eben doch Defizite bei unserer Kanzlerin hinterlassen hat.

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