In der Oberschicht geht es meist nur nach oben

Einkommensverteilung

Die neue Ungleichheit

Unsere Welt wird ungerechter. Denn die Einkommen werden ungleicher verteilt. Der Skandal dabei ist der Abstand zwischen Mittel- und Oberschicht. Der Verdacht drängt sich auf, dass die Erpressungsmacht der Manager einen monopolistischen Zugewinn schafft.

Lesermeinungen zum Beitrag

05. März 2007 02:59

Hank mal interessant

Christian Edom (cedom)

Wenn jetzt Rainer Hank auch noch aufhört, Statistiken zum Steueraufkommen ausschließlich an der Einkommenssteuer festzumachen und indirekte Steuern mitberücksichtigt...

Am besten die FAZ schickt mal einige ihrer Korypähen zu einer "Summerschool" über empirische Sozialforschung und Sozialstruktur ;-)

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21. Februar 2007 21:47

Sie Manager sind doch nur kleine Fische!

Harald Wozniewski (Limpy)

Sie schreiben, "doch solange eine neue Managerklasse einfach nur abkassiert, bleibt hier ein Gerechtigkeitsproblem".

Doch Gehälter von 10 Mio. Euro jährlich in Deutschland sind lächerlich im Vergleich zu dem, was die wirklich Reichen jährlich verdienen (siehe "Die Stundenlöhne der reichsten Deutschen" im Internet).

Manager erhalten "Arbeitseinkommen", d. h. es muss jemand im Hintergrund geben, der diese Menschen freiwillig (!) so hoch für deren "Arbeit" bezahlt. Diese Bezahlung steht also natürlich in Relation zu dem, was dieser Mensch im Hintergrund selbst durch die Tätigkeit des Managers "verdient". Diese "Meudalherren" in Deutschland "verdienen" zwischen 100 Mio. Euro bis 1. Mrd. Euro jährlich. Dagegen sind die Managergehälter, von denen in der Öffentlichkeit immer geredet wird, "winzig".

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21. Februar 2007 19:52

Die Ursachen der wachenden Ungleichheit ...

Harald Wozniewski (Limpy)

... sind nicht die Globalisierung und nicht die Technisierung. Die Ursache ist uralt, weshalb es auch in der Geschichte immer wieder zu solch krankhaften Verhältnissen in den Volkswirtschaften kommt. Die Ursache liegt in der jeweiligen Rechtsordnung, die prinzipiell unbegrenzte Vermögensanhäufungen bei natürlichen Personen zulassen. Dadurch kommt es letztlich zu den sog. Kondratieff-Zyklen, also Konjunkturzyklen von 40 bis 100 Jahre länge. Mit zunehmender Vermögenskonzentration leidet die Konjunktur. Revolten, Kriege, manchmal auch Gesetze (Währungsreform 1948), also die Dezimierung gigantischer Vermögen, lässt die Konjunktur wieder durchstarten. Wer mehr darüber erfahren will, sucht im Internet nach "Meudalismus".

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21. Februar 2007 13:13

Ungleichgewicht?

Reinhold Eysel (Eysel)

1.) Was völlig offen bleibt, das sind die Grenzen zwischen oben, mitte und unten. Eine nette statistische Manipulationsmöglichkeit

2.) Es muss doch jemanden geben, der BEREIT ist exorbitanten Boni, Gehälter zu zahlen.
Warum ist er bereit? Doch nur, weil er glaubt, einen "immer noch" vernünftigen Gegenwert zu erhalten.

Diesem Glauben liegt allerdings ein fundamentaler Irrtum zugrunde. Nämlich die Hochrechnung in die Zukunft von - womöglich zufallsbedingten - sensationellen Ergebnissen der Vergangenheit. Deren beliebige Wiederholbarkeit.

Die "BösenBuben" sind folglich die Zahlungs-GEWÄHRER,
die sich gegenseitig in unvernünftige Höhen treiben,
weil sie an den "GOTT-Status" der Stars glauben.

Ohne ANBETUNGS-Willige keine Götter...
... siehe die Sportstars ....

Diejenigen die ANBETEN sind genauso ursäclich verantwortlich, wie die Angebeteten, die die nicht nur finanzielle "Huldigung" entgegen nehmen.

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20. Februar 2007 07:36

Effektive Durchsetzung der gewünschten Sozialordnung

Paul Schächterle (paulimausi)

Ich bin positiv überrascht, daß die FAZ-Wirtschaftsredaktion endlich Einkommensungleichheit als Problem erkennt. Aus meiner Sicht ist zu ergänzen, daß nicht nur die Einkommenssituation problematisch ist, sondern auch die bereits dadurch entstandene Vermögensverteilung. Beide Probleme stehen allerdings in Wechselwirkung zueinander.

Als Lösung des Problems bieten sich m.E. an:

-- echte Steuerprogression, d.h. Erleichterung für geringe und mittlere Einkommen und höhere Besteuerung großer Einkommen

-- eine effektive Besteuerung großer Erbschaften

-- die Einführung gesetzlicher Mindestlöhne.

Damit diese Regelungen nicht umgangen werden oder zu echten (Arbeitsplätze) oder virtuellen (Steuerlast) Produktionsverlagerungen führen, müßten freilich flankierend "protektionistische" Maßnahmen gegen Steueroasen und Billiglohnländer ergriffen werden.

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19. Februar 2007 18:03

Niedrigere Preise oder höhere Gehälter bei günstigerer erhöhter Produktion?

Sophia Orti (rum)

Das erste. Das zweite ist bekanntlich inflationsfördernd, auch wenn es nicht so aussieht. Technischer Fortschritt sollte zu niedrigeren Preisen führen, zu einem besseren Leben für alle, nicht nur kurzfristig für jene, die sich leicht durch den technischen Fortschritt das Gehalt mit dem knappen Geld erhöhen können, die andere dann nicht mehr bekommen können. Leider werden die Preise im besten Fall "stabil", sie steigen sogar. Wer kann die willkürlichen, leichtsinnigen Gehaltserhöhungen stoppen?

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19. Februar 2007 17:24

Da muß ich die FAZ loben ...

Bernhard Schmitz (DerKetzer)

dass das Thema so deutlich angesprochen wird.

Normalerweise merkt man den "Argumentationswindungen" an, dass die FAZ von Deutschlands Managern regelmäßig auf den ersten Platz gewählt wird, und dass man diese Klientel nicht vergraulen will.

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19. Februar 2007 16:19

Ungleichgewicht durch höheren Spitzensteuersatz begegnen

Daniel Rossmann (Danielrossmann)

"Der wachsende Abstand zwischen Mittel- und Oberschichten ist der eigentliche Skandal der neuen Ungleichheit“

Aus diesem Grund gab es in den U.S.A. (!) einmal einen Spitzensteuersatz von 90%! Solche Maßnahmen sind nicht sozialistisch, sondern sie verhindern Sozialismus weil sie die Ursachen – das genannte immer größer werdende Ungleichgewicht – verhindern.

Einer der fähigsten Manager, Hans Lutz Merkle, der über 20 Jahre lang das Unternehmen Bosch geführt und zu einem Weltkonzern gemacht hat, verdiente nicht mehr als 600.000,00 DM im Jahr! Mehr, so sagte er selbst brauche der Mensch nicht.

Die Spitzengehälter für Angestellte (!) in der freien Wirtschaft sollten das Gehalt des Trägers des höchsten Staatsamtes, des Bundespräsidenten nicht übersteigen. Tut es dies dennoch, sollte der Staat korrigierend eingreifen. Manager sind Angestellte, keine Unternehmer mit einem persönlichen unternehmerischen Risiko. Von ganz wenigen Ausnahmen absehbar sind die allermeisten von ihnen ohne größere Folgen austauschbar.

Überhöhte Managergehälter schaden letztlich der freien Marktwirtschaft, weil sie gerade nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten zu urteilen, in keinem richtigen Verhältnis mehr zur erbrachten Leistung stehen.

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19. Februar 2007 15:55

Und die Lösung?

Tom Rubrisch (ElSid)

Meine Rede...
Aber wie kann man das in den Griff bekommen?

Aktionäre sind immer noch unmündig, und ausgerechnet dort, wo sie am meisten Einfluss haben, in den USA, sind die Managergehälter noch stärker gewachsen.

Es kann mir niemand erzählen, dass es sich auch nur "irgendwie" um leistungsgerechte Entlohnung handeln kann, wenn es dabei um mehrere Millionen im Jahr geht, zumindest wenn man von den Künstlern und Sportlern abssieht. Es handelt sich um Menschen! Hallo? Nicht um Götter. Und auch die Menschen im Management irren sich nur allzu oft, dann aber auf Kosten aller. Aber zu diesem Zeitpunkt haben dann schon 2-3 Generationen ausgesorgt.Ich befürchte, dass durch die Entwicklung bei den Vorstands- und Managementgehältern langfristig ernsthaft Demokratie und Marktwirtschaft gefährdet werden. Als Lösung fällt mir spontan nur ein: Steuern.
Die Gewinner der Globalisierung und des technischen Fortschritts müssen die anderen entschädigen, wenigstens aber dafür sorgen, dass die Kinder wirklich gleiche Chancen bekommen, egal ob sie Kinder von Managern oder Hartz4-Empfängern sind.
Was kommt da in Frage? Vermögenssteuer? Wohl kaum... Aber Erbschaftssteuer! Da müsste viel massiver für Gerechtigkeit und Umverteilung gesorgt werden.

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