Neue Studie

Arbeit bis zur Rente ist selten

Von Sven Astheimer

02. August 2007 Nicht einmal jeder vierte Bezieher einer Altersrente ist unmittelbar zuvor einer regulären Beschäftigung nachgegangen. Dies haben Forscher des Instituts für Empirische Sozialökonomie anhand von Daten der Deutschen Rentenversicherung herausgefunden. Vor allem in Ostdeutschland war ein Großteil der Neurentner im Jahr 2004 - und zwar bis zu 40 Prozent - zuvor arbeitslos gemeldet. In den alten Bundesländern war die Gruppe der „passiv Versicherten“ auffällig hoch.

Das sind zum Beispiel Hausfrauen, die vor dem Ausstieg aus dem Erwerbsleben Rentenansprüche erworben haben. Am höchsten war der Anteil der Rentenbezieher, die zuvor einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz bekleideten, in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen, ferner in Baden-Württemberg sowie in Mittel- und Südhessen.

Arbeitsmarkt und regionale Wirtschaftsstruktur

Die Beschäftigungschancen älterer Menschen werden vor allem durch zwei Faktoren bestimmt, wie die Wissenschaftler schreiben: die allgemeine Lage am Arbeitsmarkt sowie die regionale Wirtschaftsstruktur. Demnach sinkt der Beschäftigungsanteil in Regionen, die von Industrie und Landwirtschaft geprägt sind. Auch im Handwerk sei es schwierig, das Rentenalter im Beruf zu erreichen: Jeder zweite Zimmermann und Dachdecker im Renteneintrittsalter bezog zuvor eine Erwerbsminderungsrente.

In Dienstleistungsberufen steigt dagegen der Anteil der älteren Arbeitnehmer. Diese sind seltener als Beschäftigte in der Produktion vom Strukturwandel und von gesundheitlichen Problemen betroffen.

Text: F.A.Z., 02.08.2007, Nr. 177 / Seite 11
Bildmaterial: F.A.Z.

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