02. Mai 2006 Die neue Regelung, nach der Drängler mit bis zu 250 Euro Bußgeld und drei Monaten Führerscheinentzug bestraft werden, könnte in Frankfurt künftig für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen. Das jedenfalls erhofft sich die Verkehrspolizei, wie ihr Sprecher Andre Sturmeit sagt.
Fünf Autobahnen und zwei Bundesstraßen rund um Frankfurt überwachen die 78 Verkehrspolizisten in der Dienststelle am Frankfurter Kreuz. Drängler, sagt Sturmeit, kann man nur am Geldbeutel packen. Sie seien schon seit Jahren ein Problem - nicht nur auf der A 3 oder der A 5, sondern auch auf kleineren Bundesstraßen.
Die Verkehrsunfallstatistik, die am Mittwoch vergangener Woche vorgestellt worden war, zeigt, daß 14 Prozent aller Unfälle auf mangelnden Sicherheitsabstand zurückzuführen waren. Nimmt man eine zu hohe Geschwindigkeit als Unfallursache an, sind es sogar 40 Prozent.
Wir sind den Dränglern auf der Spur
Zwar seien es nur wenige Fahrer, die es wagten, bei einer Geschwindigkeit von 120 Kilometern in der Stunde bis auf wenige Meter an andere Autos heranzufahren, sagt Rolf-Karsten Klenke, der als Leiter der Verkehrssicherheit die Kontrollen in der Stadt und auf den Autobahnen koordiniert. Komme es dabei aber zu Unfällen, gingen sie meist schlimm aus. Mit 3821 Karambolagen hat die Autobahnpolizei rund 3,6 Prozent mehr Unfälle registriert als noch 2004. Die Zahl der Toten hat sich von 11 auf 15 erhöht.
Dennoch wird die Polizei trotz der neuen Bußgeld-Regelung ihre Kontrollen nicht verschärfen. Wir sind schon seit Jahren den Dränglern auf der Spur, sagt Sturmeit - unabhängig davon, wie hoch die Strafen laut Bußgeldkatalog seien. Vor allem zivile Videowagen, die mit einer Kamera und einem Meßgerät ausgestattet die Autobahnen abführen, hätten in der Vergangenheit jene Drängler aufgespürt, die schon fast an der Stoßstange des Vordermannes klebten. Die Ergebnisse dieser sogenannten Vascars seien genau und könnten auch vor Gericht kaum angezweifelt werden.
Doch auch wenn in Frankfurt künftig nicht häufiger kontrolliert werde, müßten die Polizisten zumindest genauer hinschauen, sagt Klenke. Schließlich drohen nach den neuen Regeln fortan auch jenen Fahrern Bußgelder, die im Winter mit Sommerreifen fahren.
Text: isk, F.A.Z., 03.05.2006
Bildmaterial: F.A.Z., picture-alliance/ dpa/dpaweb
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