Steuern

Kirchhof-Modell: Die Reichen profitieren am meisten

Spezial In Kirchhofs Steuermodell werden Besserverdienende belastet. Behauptet Kirchhof. Experten beweisen nun das Gegenteil. Die Zeche zahlt, wer durchschnittlich verdient und viel absetzt - und der Staat.

Lesermeinungen zum Beitrag

08. September 2005 00:33

Wer, wo rechnen läßt ...

Karsten Himmer (KarstenH)

Ich finde die Kritiker haben Recht ... natürliche darf dem Manager nach Steuern nicht mehr bleiben als der Krankenschwester ... das scheint mir, etwas überspitzt, die soziale Brille zu sein die viele Kritiker auf haben.
Alle Beispielrechnungen, im Bereich der Besserverdienenden lassen die Möglichkeiten der steuerlich begünstigten Investitionen ausser acht ... weil es hier auch keine Zahlen gibt!! Auch Hr.Eichel und die Finanzämter können (oder wollen) hier keine Zahlen liefern. Dann könnte es u.u. sein ... dass von 300 000 Euro ein zu versteuerndes Einkommen von vielleicht 200 000 Euro übrigbleiben.
Und ehrlich ... wenn ich sehe, dass die Datev die Beispiel liefert ... kann es sein, dass die Datev nicht gerade positiv von einer FlatTax betroffen ist? Die nach meinem Eindruck befürworten die meisten Bürger dieses einfache und sehr verständlicher Steuersystem. Aber welcher "einfache Steuerzahler" hat eine Lobby .. die mal mit dem Finanzminister essen geht?

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05. September 2005 10:49

Falsche Betrachtungen

Andreas Seidl (ASeidl)

All die zitierten Beispiele gehen unterstellen den "Reichen", daß sie keine oder wenig Steuersparmodelle in Anspruch nehmen. Ich rate alle, die letzte Spiegelausgabe zu lesen, dort wird seriöser analysiert.

Tatsache ist, daß heute, wer mehr Einkommen hat, mehr in Steuersparmodelle invstieren kann, um weniger Steuern zu bezahlen. Das meiste davon fällt mit Kirchhof weg. Wenn Sie also Millionäre und Besserverdienende seriös untersuchen wollen, müssen sie diese Efekte ansetzen.

Mir scheint, daß diese Hatz gegen Kirchhof bewußt unsachlich geführt wird, da viele Journalisten, Politiker, Gewerkschaftsführer etc. sicher schon längst ausgerechnet haben, daß sie persönlich draufzahlen würden, wenn sie Schuldzinsen nicht mehr absetzen können, Schiffsbeteiligungen, etc.

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04. September 2005 11:22

Kirchhofs Behauptungen - stimmen nicht?

Karl Wirth (SchneeRoester)

oh ihr Kleingläubigen,

Diese Berechnungen sind sicherlich fehlerhaft - en detail - (was stimmt schon auf anhieb), die Überlegungen sind aber richtig.

Jährich verschwinden Milliarden in fragwürdige Steuersparmodelle - die den Staat ärmer und die Reicher noch reicher machen:
1. die Windmühlen grüner Ideologie, die den Strom nicht billiger sondern teuerer machen . 2. die subventionierung der weltweiten Containerflotten 3. Hollywood- 85% der Herstellungskosten der dort produierten Filme werden von deutschen Nicht-Steuerzahlern finanziert und ermöglichen Gagen fürFilmschauspieler bis zu 100 Mio Dollar.

Er muß erst ein Kirchhof kommen, um mit diesen volkswirtschafltichen Schwachsinn, bei dem das Geld in die total verkehrten Kanäle gelenkt wird, endlich einmal Schluß zu machen. Wo giibt es Subventionen für Industrieansiedlungen im neuen Deutshland?

Der 25%-Steuersatz wird aber noch auf einem anderen Grunde kommen müssen: 1. um die Kapitaleinkünfte - weltweite Tendenz 25%-pauschale Abzugsetuer - gegenüber anderen Einkunftsarten nicht zu privilegieren - 2. den Schwarzgeldtransfer das Wasser abzugraben.

Ob uns Kirchhof gefällt oder nicht, er wird unser Schicksal sein. Trost hierbei: unter Volkswirten ist es seit längerem bekannt, daß auch die Einkommensteuer überwälzbar ist und am Ende immer den Kleinen Mann trifft. Was macht es da schon aus, ob 50% oder 25% überwälzt werden, wenn er amSchluß immer das gleiche bekommt? Das aber ist eine andere Geschichte.

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04. September 2005 11:18

Voreilige Vermutungen und Schlüsse

Rolf H. Kaiser (RHK11)

Wer Berechnungen anstellt, obwohl Kirchhof noch gar keine exakten Grundlagendaten seines Gesamtsystems veröffentlicht hat, handelt unseriös. Warten Sie doch bitte alle, verehrte Wissenschaftler und Rechenkünstler, bis es etwas zu berechnen gibt!

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04. September 2005 08:06

Es hängt wie immer von den Prämissen ab..

Holger Taubenheim (Taubenheim)

Aufgrund es komplexen dt. Steuerrechtes lassen sich viele Modelle und Berechnungen konstruiren. Dies ist ja die Wurzel allen Übels. Die Frage ist, wie wahrscheinlich sind die Annahmen und wie häufig kommen die sog. repräsentativen Modelle in der Praxis vor? Die "gefühlte" Gerechtigkeit verhindert nicht nur in diesem Land eine nüchterne und schonungslose Offenlegung sowie die notwendige Debatte. Ist wohl auch ein intellektuells Problem. Die Politiker stecken auch viel zu eng in ihrem Korsett der politischen Ökonomie.

Also weiteres Gewurstel unter Rot-Grün lautet meine Prognose. Es wird Zeit die Koffer zu packen. Es gibt prosperiende Länder in Europa mit Flat Tax ohne gefühlte Gerechtigkeitsdefizite!

Schönen Sonntag dennoch.

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03. September 2005 23:50

Es gibt gar keinen Grund zur Kritik an Kirchhoff

Marco Jovic (marco_polo)

Sehr verehrte FAZ-online, ich verstehe gar nicht, wie Sie so einen Stuss berichten können:

Nehmen wir mal an, eine weniger reiche, berufstätige, alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern wäre ein echter sozialer Härtefall — der Stoff, aus dem die Mitleid erregenden Geschichten der Sozialpolitiker sind. Da im Kirchhof-System alle Haushaltsmitglieder einen Freibetrag geltend machen können, sind für unsere alleinerziehende Mutter schonmal 24.000 € Einkommen völlig steuerfrei. Nehmen wir weiter an, wir hätten es hier mit einer richtig gut bezahlten Frau (bspw. als Krankenschwester) zu tun, die mit allen erdenklichen Zulagen 34.000 € verdient. Dann versteuert sie also nur 10.000 €, zahlt also 2.500 € Steuern — auf ihr lastet ein effektiver Satz von, man höre und staune, 7,36%. Der Chefarzt hingegen wird irgendwo zwischen 23 und 25% liegen.

Der Irrtum, das gegenüber dem aktuellen System Großverdiener entlastet würden ist ein besonders verhängnisvoller Irrtum, denn er unterstellt, daß
der Spitzensteuersatz von 42% im heutigen System tatsächlich gezahlt wird. Ich bin mir aber ziemlich sicher, daß es kaum einen Großverdiener gibt, der dies tatsächlich tut. Die vielfältigen Schlupflöcher und
Ausnahmetatbestände des aktuellen Systems erlauben es denjenigen, die hohe Einkommen erwirtschaften, ihr tatsächlich zu versteuerndes Einkommen sehr weit herunterzurechnen — der effektive Durchschnittssteuersatz liegt da oft eher um die 20%.

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03. September 2005 23:46

Lustig?

gisbert heimes (gisbert4)

Wer etwas anderes erwartete ('erwarten würde'), ist naiv.

Die Mehrheit ist naiv. Aber nicht, weil sie von Natur aus naiv wäre, sondern weil sie dumm gehalten wird.

Früher und anderswo durch Zensur, heute geht das viel einfacher durch die sogenannte Medienvielfalt. Die Freiheit ist ein wunderbares Instrument der Unterdrückung.

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03. September 2005 22:37

Einheitssteuersatz != Vereinfachung

Paul Schächterle (paulimausi)

Sehr geehrte Damen und Herren,

Bezüglich der Abschaffung von "Subventionen" verweise auf meinen Kommentar zum Artikel "radikal und einfach".

Mit einer Vereinfachung hat ein einheitlicher Steuersatz von 25% im übrigen nichts zu tun. Man kann auch Ausnahmeregelungen und Abschreibungsmöglichkeiten einschränken, ohne die Steuerprogression abzuschaffen.

Einen niedrigen (Grenz-) Steuersatz zu fordern, hat als Hintergrund allein die Vorstellung, man müsste Spitzenverdiener entlasten, damit diese sich der Besteuerung nicht durch Vermögensverschiebung in das Ausland entziehen.

Dieser Steuerwettlauf nach unten wird den Finanzen *aller* Staaten schaden. Durch entsprechende Ausgaben- und Leistungskürzungen werden die Geringverdiener darunter leiden.

Mit freundlichen Grüßen
Paul Schächterle

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03. September 2005 21:17

Allmählich ertrage ich diese Diskussion nicht mehr,

Peter Huber (huberpeter)

denn da kommt mal einer und schlägt vor, etwas drastisch zu ändern und alle Welt reageirt mit "blos nicht". Derweilen ist doch jedem bekannt, daß unser Steuerrecht einzigartig kompliziert und drastisch reformbedürftig ist. Zahlreiche "Experten" werden bemüht, um zig Einzelbeispiele durchzurechnen, die den fehlenden Mut, neue Wege zu gehen kaschieren, indem man die Reformvorschläge kaputt redet.

Wir müßen endlich kapieren, daß es so nicht geht, denn niemand in der Welt nimmt Rücksicht auf unser Zögern bzw. wartet auf uns. Mir ist es lieber, wenn man mutig nach vorne schreitet, drastische Änderungen duchführt, sie sich in der Praxis bewähren läßt und dann ggf. Modifikationen macht.

Sollten die Thesen der im Beitrag zitierten "Experten" stimmen, würde sich so der Kirchhofsche Flat Tax Ansatz in einen Stufentarif entwickeln müssen.

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03. September 2005 18:01

Lustig

Cinzia Friedlaender (filmpool)

hahaha

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