25. Februar 2008 rike. FRANKFURT, 25. Februar. In den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst gibt es keine Annäherung zwischen den Tarifparteien. Am Montag trafen sich die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber von Bund und Kommunen zur vierten Verhandlungsrunde in Potsdam. Für die Gespräche war eine Dauer von zwei Tagen vereinbart worden. Die Gewerkschaft hatte vor Beginn der Verhandlungen ein neues Angebot der Arbeitgeber gefordert. Der Verhandlungsführer des Bundes, Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU), lehnte dies jedoch ab. Verdi und die Tarifunion des Beamtenbundes fordern für die rund 1,3 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst 8 Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro im Monat. Die Arbeitgeber haben bislang eine stufenweise Erhöhung um 5 Prozent über zwei Jahre hinweg geboten, verbunden mit einer Verlängerung der Arbeitszeit. Verdi-Chef Frank Bsirske hatte dies als "Minus-Angebot" zurückgewiesen. Eine fünfte Gesprächsrunde ist für kommende Woche geplant.
Auch in den Tarifverhandlungen für die Textil- und Bekleidungsindustrie gab es am Montag keine Fortschritte. Die Verhandlungen wurden ohne Ergebnis und ohne neuen Termin unterbrochen. Die Arbeitgebervertreter hätten sich in keiner Weise bewegt, sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Michael Jung. Mit ihrem Verhalten provozierten sie Warnstreiks. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Wolfgang Brinkmann, sagte dagegen: "Wir waren bereit zur Einigung, unser frühes und abschlussfähiges Angebot hat das gezeigt." Die Arbeitgeber bieten eine zweistufige Lohnerhöhung um 2,7 Prozent und 2,3 Prozent für 24 Monate. Die Gewerkschaft fordert 5,5 Prozent für zwölf Monate.
Unterdessen hat die Tarifkommission der IG Metall das Verhandlungsergebnis für die nordwestdeutsche Stahlindustrie einstimmig bestätigt. Die Beschäftigten erhalten von März an 5,2 Prozent mehr Lohn und Gehalt, für Februar pauschal 200 Euro. Der Tarifvertrag läuft bis Ende März 2009. "Gut in Gewerkschaften organisierte Belegschaften können heute gute Tarifverträge durchsetzen", sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Oliver Burkhard.
Text: F.A.Z., 26.02.2008, Nr. 48 / Seite 13
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