03. Juli 2007 Hartmut Mehdorn hat zum Gespräch geladen und allen drei Bahn-Gewerkschaften für Mittwoch einen neuen Gesprächstermin angeboten. Zunächst hatte es so ausgesehen, als wollten die Lokomotivführer das Gesprächsangebot des Bahnvorstands ausschlagen. Doch dann wendete sich das Blatt: Die Einladung von Herrn Mehdorn nehmen wir an, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft am Dienstag zu FAZ.NET.
Der Bahnchef habe der GDL separate Gespräche angeboten - unabhängig von den Gesprächen mit Transnet und GDBA. Deshalb habe man sich entschlossen, an der Verhandlungsrunde teilzunehmen. Die GDL bestehe aber weiterhin auf einem eigenen Tarifvertrag für die Lokführer, betonte der Sprecher.
Offiziell bestätigte die Bahn nur ein Gesprächsangebot an alle drei Gewerkschaften am gemeinsamen Verhandlungstisch. Aus dem Umfeld der Bahn erfuhr FAZ.NET, dass Hartmut Mehdorn aber durchaus zu einem bilateralen Gespräch mit einzelnen Gewerkschaften bereit sei, sollte ein solcher Wunsch geäußert werden. Ein Einzeltreffen zwischen dem Bahnchef und Vertretern der GDL scheint damit wahrscheinlich.
Forderungen irrwitzig
Hartmut Mehdorn verurteilte am Dienstag scharf die bundesweiten Warnstreiks von Transnet, GDBA sowie der Lokomotivführer. Die Arbeitsniederlegungen seien völlig unverständlich und kosteten dem Konzern pro Tag Beträge in zweistelliger Millionenhöhe.
Die Forderung der GDL von rund 30 Prozent Lohnerhöhung und einem eigenen Tarifvertrag bezeichnete Mehdorn als irrwitzig und nicht zu erfüllen. Es wäre ein Präzedenzfall, wenn sich Minderheiten durch Erpressung eigene Tarifverträge erstreiten könnten, stellte der Bahn-Vorstandschef klar. Eine derartige Lohnerhöhung wäre ein Angriff auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns.
Text: nab. / FAZ.NET
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