Durchbruch verkündet

Münchner Transrapidstrecke wird gebaut

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25. September 2007 Nach einem jahrelangen Streit um die Finanzierung ist der Weg für die erste kommerzielle Transrapidstrecke in Deutschland frei. Der Freistaat Bayern hat am Montagabend eine Vereinbarung zur Realisierung des Projekts mit der Bahn und den maßgeblichen Industriepartnern unterzeichnet. Das haben der scheidende bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber und Wirtschaftsminister Erwin Huber (beide CSU) in München mitgeteilt. Damit stehe die Finanzierung. Mit dem Bau der Strecke vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen solle bereits im Sommer 2008 begonnen werden.

Bislang war die Umsetzung der Transrapid-Pläne an der Finanzierung gescheitert, da eine Lücke von zuletzt 165 Millionen Euro nicht geschlossen werden konnte. Die Transrapid-Strecke soll insgesamt 1,85 Milliarden Euro kosten. Die Bayerische Staatsregierung stimmte am Dienstagvormittag der Realisierungsvereinbarung zu. Stoiber sprach von einem „Leuchtturm für Hochtechnologie made in Germany“.

Start für das Jahr 2014 geplant

Die Industrie hat sich bereiterklärt, einen Festpreis zu vereinbaren, sobald die Rahmenbedingungen klar seien. Das hatte Huber vor einer Woche nach Gesprächen mit den Bauunternehmen Hochtief, Bilfinger Berger und Max Bögl sowie den Magnetbahnherstellern ThyssenKrupp und Siemens mitgeteilt. Hochtief-Sprecher Bernd Pütter hatte allerdings klargestellt: „Die Industrie ist nicht bereit, alle Kosten über 1,85 Milliarden Euro zu übernehmen.“ Der Festpreis könne mit der DB als Betreiber erst dann ausgehandelt werden, wenn das Projekt mit allen Anforderungen im Detail ausgeschrieben und die Risikoaufteilung - etwa bei einem Fund von Altlasten im Boden oder plötzlich notwendigen Nachtschichten - klar sei. Das Planfeststellungsverfahren soll in den nächsten Monaten abgeschlossen werden.

Der Transrapid soll ab 2014 den Münchner Hauptbahnhof mit dem knapp 40 Kilometer entfernten Flughafen in zehn Minuten Fahrzeit verbinden und die S-Bahn ablösen, die für die Strecke 40 Minuten braucht.

Stadt München will gegen Transrapid-Bau klagen

Kritiker des Projekts wie der Bund Naturschutz in Bayern kündigten weiteren Widerstand gegen das Prestigeprojekt an. Die Stadt München behält sich eine Klage gegen den Transrapid vor. Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) ist ein Gegner des Projektes. Anstelle der 37 Kilometer langen Transrapid-Trasse hätte er lieber eine Express-S-Bahn.Die SPD sprach von einem „faulen“ Abschiedsgeschenk für Stoiber. Die Grünen erklärten, Bayern brauche keine „sündhaft teure Bonzenschleuder zum Flughafen“, Stoiber solle sich nicht zu früh freuen, noch sei der „abgehobene Edmund-Stoiber-Express“ nicht verwirklicht.

Stichwort: Das Transrapid-Konsortium

Die Magnetschwebebahn Transrapid wird von den beiden Konzernen ThyssenKrupp und Siemens gebaut und vermarktet. Das Fahrzeug wird bei ThyssenKrupp hergestellt, die Antriebstechnik sowie die Leit- und Sicherheitstechnik kommen von Siemens. Bei beiden Unternehmen sind zusammen rund 450 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten in Deutschland im Umfeld der Transrapid-Technologie tätig.

Als Betreiberin des Münchner Transrapids vom Hauptbahnhof zum Flughafen soll die Deutsche-Bahn-Tochter DB Magnetbahn fungieren. Der Fahrzeugbau von ThyssenKrupp sitzt in Kassel, die Antriebstechnik in Nürnberg und die Leit- und Sicherheitstechnik kommen aus Braunschweig und Erlangen. Siemens und ThyssenKrupp haben nach Unternehmensangaben bisher rund 300 Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung für die Magnetschwebebahn investiert.

Der Bund hat das Transrapid-Projekt bisher mit 1,2 Milliarden Euro gefördert. Im Falle der planmäßigen Umsetzung des Transrapid-Projektes in München könnten nach Einschätzung der Industrie während der rund fünfjährigen Bauzeit rund 5500 Arbeitsplätze geschaffen werden. Rund 850 Dauer-Arbeitsplätze sollen es später für den Betrieb des Transrapids vom Hauptbahnhof zum Flughafen sein. dpa



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: ddp, dpa, reuters

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