Super kostet fast 1,50 Euro

Sprit so teuer wie nie

24. April 2008 Autofahrer in Deutschland müssen in dieser Woche für das Tanken so viel bezahlen wie noch nie. Mit durchschnittlich fast 1,48 Euro je Liter erreichte der Preis für Superbenzin an den deutschen Zapfsäulen einen neuen historischen Höchststand. Das berichteten die Deutsche BP und die Mineralölwirtschaft am Donnerstag in Düsseldorf und Hamburg. Auch der Preis für Dieselkraftstoff lag mit mehr als 1,39 Euro auf Rekordniveau. Alte Höchstmarken von November 2007 und von Anfang April wurden damit um wenige Zehntelcent übertroffen.

Nach Angaben von Sprechern spiegeln sich in den hohen Preisen die Rekordnotierungen an den internationalen Ölbörsen wider. So hat der Opec zufolge der Preis für Rohöl mit 111,14 Dollar je Barrel (159 Liter) aus den Fördergebieten des Kartells einen Rekordstand erreicht.

„Schmerzgrenze überschritten“ - Kraftstoffabsatz sinkt

Die Schmerzgrenze sei bei vielen Autofahrern weit überschritten, erklärte der ADAC. Der Automobilclub empfahl den Verbrauchern eine spritsparende Fahrweise, um die Kosten zu reduzieren. Außerdem könnten kurze Strecken auch einmal zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.

Tatsächlich sieht es so aus, als ob die Autofahrer auf die hohen Preise reagieren. Der Kraftstoffabsatz im gesamten deutschen Tankstellenmarkt ging im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent auf 35,4 Millionen Tonnen zurück, wie der Vorstandsvorsitzende der Deutschen BP, Uwe Franke, auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf sagte. Der Absatz an den Aral-Tankstellen ging um 2,1 Prozent auf knapp acht Millionen Tonnen zurück. Die Deutsche BP betreibt mit Aral die größte deutsche Tankstellenkette mit rund 2.400 Stationen. Dabei sei der Dieselabsatz weiter gestiegen, während der Verkauf von Ottokraftstoffen (Benzin, Super) weiter deutlich zurückgegangen sei.

Ohne Steuern würde der Sprit weniger als die Hälfte kosten

Nach der Angleichung der Preise für Normal- und Superbenzin Ende vergangenen Jahres habe sich der Anteil des Normalbenzins bei Aral von 25 Prozent auf derzeit nur noch zwölf Prozent mehr als halbiert, berichtete Franke. Solange eine ausreichende Kundennachfrage bestehe, werde Aral jedoch weiterhin auch Normalbenzin anbieten.

Franke wies Vorwürfe der Preistreiberei gegen die Mineralölkonzerne entschieden zurück. Ohne die Steuerbelastung gehörten die Preise für Super und Diesel in Deutschland zu den niedrigsten in allen 27 EU-Ländern. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee erteilte Forderungen nach Einflussnahme der Politik auf die hohen Benzinpreise eine Absage: „Ich glaube, die Politik ist nicht gefragt, sich hier einzumischen.“

Diesel vielleicht bald teurer als Benzin

Die wachsende Nachfrage nach Diesel hat inzwischen bereits dazu geführt, dass der Preisabstand zwischen Benzin und Diesel immer kleiner geworden ist. Aral-Chef Stefan Brok schloss am Donnerstag nicht aus, dass in absehbarer Zeit Diesel an den Tankstellen sogar einmal teurer seien könne als Benzin. Tatsächlich sei der Preisvorteil des Dieselkraftstoffs derzeit nur noch auf die niedrigeren Steuersätze zurückzuführen. Auf den Spotmärkten in Rotterdam sei Diesel längst teurer als Ottokraftstoff.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa, Quelle: MVV, ZB

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