Kein Kommentar zum Papier: Merkel beim „Festakt 125 Jahre Gesetzliche Krankenversicherung”

Weitreichende Reformüberlegungen

Versicherer wollen „Rückbau der Sozialsysteme“

Der Staat soll nur noch einen Grundschutz für Rente und Krankheit stellen. Was darüber hinausgeht, wollen die Versicherungen privat absichern. Das sind die Reformüberlegungen der privaten Versicherungsbranche - sie stoßen bisher auf ein kontroverses Echo. Von Andreas Mihm und Steffen Uttich

Lesermeinungen zum Beitrag

13. Juni 2008 20:08

@Herrn Gereke

Paul Rabe (heidelpaul)

Zu dem typischen Unionswähler: die Union ist die Partei welche ihr Klientel vor allem bei Älteren hat, das zeigen Wahlanalysen regelmäßig. Diese Menschen beziehen jetzt schon oder sehr bald größtenteils staatlich bezuschusste Rente sind also auf staatliche Transfers angewiesen. Der Anteil der Selbstständigen ist bei der Union im Vergleich zur Gesamtheit (wie insgesamt in der Bevölkerung) gering, nur bei der FDP hat er eine nennenswerte Größe und selbst da ist es eine Minderheit der Wähler. Der Pensionär in meinem Beispiel ist sehr typisch für einen Unionswähler. Zur staatlichen Rente: Sie sagen, sie könnten ihr Geld 'selber' anlegen. Sie persönlich mögen ein viel besserer Anlageberater sein als der Durchschnitt der Banken, aber dann sind sie eben eine bemerkenswerte Ausnahme. Der Normal-bürger hat in einem privaten Rentensystem keine andere Chance als den Banken zu vertrauen, was eben sehr schnell schief gehen kann. Im übrigen ist das auch eine sehr theoretische Diskussion, denn welche Generation will denn die Ansprüche der vorherigen bezahlen OHNE(!) eigene staatliche Rentenansprüche damit zu erwerben ? Der Systemwechsel ist ja gar nicht mehr möglich...zum Glück.

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13. Juni 2008 17:59

Versicherungs AG

michael blume (oldtimer58)

Eine Versicherungsgesellschaft ist dafür da Aktionäre glücklich zu machen ,nicht die Versicherten.Außerdem sollten einige mal die Rentner in den USA fragen die ihre Rente mit Aktien aufgebaut haben und enron "drin " hatten.Und die Mär das Private Unternehmer immer flexiebler sind,ist höchstens ein Gerücht ,außer im Lohndrücken. Es gibt bereiche ,wenn auch nur wenige , in denen haben Gewinninteressen keinen platz.Die Gesamtkosten des Rentensystem bleiben gleich ob aus Steuern ,oder Beiträgen ,nur der Arbeitgeberanteil fällt über kurz oder lang weg. Trau schau wem.

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13. Juni 2008 14:41

@Rabe

Sven Michaelsen (Der_kleine_Amrumer)

Na Herr Rabe, schiessen Sie mal wieder über das "Ziel" hinaus? Den von Ihnen beschriebenen Unionswähler wird es wahrscheinlich so sogar geben,nur ist er nicht die "Regel": Langjähriger Unionsschnitt an Stimmen: 40%, langjährige Wahlbeteiligung bei Bundest.wahlen:70%: Wahlberechtigte ca. 45 Mio-> macht immerhin im Schnitt 12,5 Mio Wähler für die Union! Bisschen viel pensionierteBeamte im mittleren Dienst, die auf dem Lande leben, oder? Und was die private Altersvorsorge angeht: Ja die von ihnen beschriebenen Risiken bestehen mehr oder weniger (wenn auch nicht so extrem wie von Ihnen mal wieder überzeichnet). Aber es wäre immer noch meine Entscheidung was ich mit meinen Rentenrücklagen mache, und nicht die eines nutzlosen überbezahlten BBFA Beamten !!! Zumal wenn es so weitergeht, ist bald der ganze Staat ruiniert, dann haben Sie auch nicht mehr als als nach ner geplatzten Blase, nur das die staatliche "Rentenblase" viel größer ist, als die kleine Finanzblase die wir letztens und auch jetzt hatten/haben.

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13. Juni 2008 11:50

@Herrn Teuber und andere - sie unterliegen einem ökonomischen Irrtum

Paul Rabe (heidelpaul)

So manch einer glaubt, daß sein Geld sich irgendwie 'von Geisterhand' selber vermehrt wenn es an private Kaptalsammelstellen (Versicherungen, Banken etc.) gegeben wird. Aber dem ist (leider) nicht so. Denn was wäre wenn die vielen Milliarden welche heute in die Rentenversicherungen fließen plötzlich auf den privaten Kapitalmarkt umgelenkt werden ? Nun, die Versicherungen ziehen davon eine ordentliche Provision ab und vom Rest kaufen sie z.B. Aktien oder Immobilien. Was passiert wenn viel Aktien oder Immobilien gekauft werden ? Der Preis steigt und wenn das massenhaft passiert nennt man das eine Spekulationsblase (die letzte hat grade, getrieben auch von privaten Rententrägern, fast das Weltfinanzsystem zerlegt) Nutzt das den zukünftigen Rentnern ? kaum, denn jede Spekulationsblase platzt auch irgendwann einmal, spätenstens dann wenn die vielen Kapitalsparer wieder gleichzeitig an ihr Vermögen wollen um es zu konsumieren. Sie haben dann, wenn es schlecht läuft, zu Boom-Blasen-Zeiten Aktien, Grundstücke, Edelmetalle etc. teuer gekauft und wenn sie ihr Geld benötigen sind diese aber nur noch einen Bruchteil des Kaufpreises wert.

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13. Juni 2008 09:40

@Marcel Meier "Rechts versus Links"

Paul Rabe (heidelpaul)

"Links" oder "Rechts" sind schon lange keine besonders aussagekräftigen Begriffe mehr um die Mehrdimensionalität heutiger politischer Interessenlagen zu beschrieben. Der 'typische' Unionswähler (dazu gibt es massenhaft Wahlanalysen) ist z.B. ein männlicher Beamter, mittlere Laufbahn, lebt auf dem Land, Hausbesitzer, heute im Ruhestand. Welche Interessen hat der ? Auf jeden Fall ein Interesse an einem starken, zahlungsfähigen Staat, er lebt schließlich von einer steuerfinanzierten Pension. Er hat aber auch Interesse an an geringer Erbschaftssteuer, er will nämlich sein Häusschen, daß er mal durch ein gutes staatliches Gehalt bekommen hat nicht seinem jetzigen Versorger (dem Staat) sondern seinen Kindern übergeben. Ist der jetzt "links", weil er vom Staat abhängig ist oder "rechts" weil er, wenn es um persönliche Vorteile geht, dem Staat möglichst wenig Einkünfte gönnt ?

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12. Juni 2008 20:31

@Paul Rabe (heidelpaul)

Marcel Meier (MarcelMeier)

Als Jemand der die Weisheit für sich gepachtet glaubt, schreiben Sie heute aber sehr stammtischhaft . Mit den hier zu lesenden Kommentaren ist es kein Wunder wie stark Deutschland nach links zu kentern droht.

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12. Juni 2008 14:50

@Eysel

Philipp Kaehlitz (p-a-x)

Es ist tatsächlich so, dass man in Deutschland marktwirtschaft und soziales immer als Gegensätze ansieht. Alles womit man Profit macht kann nicht sozial sinnvoll sein und alles was sozial sinnvoll ist, darf keine Profite machen. Damit wird auch begründet warum "soziale Berufsgruppen" wie (Alten)-Pfleger , Arzt usw. so gering wie möglich zu bezahlen sind, immerhin haben diese die "Ehre" soziales leisten zu dürfen und das muss reichen. Ich vermute, dass diese Einstellung eine Folge einer nahezu wahnhaften Falschinterpretation der Kantschen Moralphilosophie ist. Ich bin mal gespannt was stärker ist. Die realen wirtschaftlichen Zwänge oder die romantische Träumerei. Ich befürchte , wie bei so vielem in Deutschland, letzteres.

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12. Juni 2008 14:46

Aha

Super Burschi (KarlKonradKoreander)

"Der Einzelne müsse mehr Eigenverantwortung übernehmen. Damit die Bürger dazu – in Form von privaten Zusatzversicherungen – auch in der Lage seien, müsse der Staat die entsprechende Förderung ausbauen." Man könnte es auch so übersetzen: Der Einzelne soll zusätzlich zu dem, was ihm schon heute zwangsweise für die liebe Solidargemeinschaft abgeknöpft wird, noch mehr an Versicherung für xyz abdrücken. Das Geld dafür treibt "unser" Staat per Gesetz in direkter Form von den Arbeitgebern ein und gibt es uns Versicherern zur guten Verwahrung. Ich lebe heute, und nicht nur für die Zukunft. Prost!

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12. Juni 2008 14:40

@Reinhold Eysel (Eysel)

Andreas Neubert (Citizen_Kane)

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." Das mit den Zitaten ist immer so eine Sache. Sie lassen sich immer gerade so interpretieren, wie man sie interpretieren möchte. Dennoch habe ich hier auch einige meiner Lieblingszitate zum Thema "Freiheit": -------> "Der Geist der Freiheit hat die Industrialisierung schaffen helfen - und diese Industrialisierung ist zu einer schweren Bedrohung der Freiheit geworden." (Walter Eucken) - "Freiheit ist ein Luxus, den sich nicht jedermann gestatten kann." (Otto von Bismarck) - "Es gibt kein Wort heutzutage, mit dem mehr Missbrauch getrieben wird als mit dem Wort »frei«. Ich traue dem Wort nicht, aus dem Grunde, weil keiner die Freiheit für alle will; jeder will sie für sich." (Otto von Bismarck) - "Das Übermaß der Freiheit wird Sklaverei, denn wenn es keine Autorität mehr gibt, so ist der Starke unumschränkt, und der Schwache verfällt dem Rechte der Faust. Die Überspannung der Freiheit führt nicht allein zur Knechtschaft, sondern ist selbst schon Knechtschaft." (Heinrich von Treitschke).

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12. Juni 2008 14:34

Der Spatz in der Hand,die Taube auf dem Dach !

Markus Teuber (arathorn)

Die Kommentare hier zeigen es wieder : In Deutschland glaubt man nach wie vor,es sei besser,sein Geld dem Staat zu geben.Dieser verwaltet und vermehrt es ganz toll und garantiert steigende Renten und fortdauernde soziale Wohltaten. In Deutschland ist die Staatsglaübigkeit eben nicht tot zu kriegen. Sehr geehrte Damen und Herren Gutgläubige : Die sog. oder angeblichen "Rentenkürzungen",die die gesetzliche Rentenversicherung derzeit vornimmt , vornehmen muß,kommen ja gerade aus der Tatsache,daß "der Staat" und seine Institutionen nicht in der Lage sind,Geld so zu verwalten,daß es wenigstens wertbeständig bleibt.Von einer Kapitalmehrung durch "den Staat" wissen nur Träumer! Die gesetzliche Rentenversicherung hat nur aufgrund zweier Faktoren überhaupt funktioniert : Ein anhaltendes Wirtschaftswachstum von den 50er bis in die 70er Jahre.Und die Tatsache,daß in diesen Jahrzehnten viele Beitragseinzahler in die gesetzliche Rentenversicherung zwar viel eingezahlt aber wenig aus ihr herausgenommen haben!Weil die meisten Rentenbezieher in diesen Jahren mesitens spätestens zwischen 5 und 10 Jahren nach Eintritt ins Rentenalter gestorben sind! Es wurde viel eingezahlt und wenig entnommen.NUR SO funktioniert eine gesetzliche Verischerung!

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12. Juni 2008 13:27

Ne, is klar

Peter Sommer (psommer)

Es gibt vier wesentliche Fakten, die unsere sozialen Sicherungssysteme ruinieren: 1) Massive Schädigung des Vertrauens in die Systeme durch gezielte Negativpresse seitens der Versicherungswirtschaft, gekaufte Verräter wie H. Riester und Pseudofachleute wie Prof. Raffelhüschen und Prof. (Un)Sinn. 2) Riesige Entnahmen von Mitteln aus den Systemen für eine immer größer werdende Gruppe von Menschen, die nie einen Cent in diese Systeme einzahlte und dies auch weiterhin nicht tun wird. Zahl geometrisch steigend ! 3) Desolate politische Führung und massive Verschwendung von Beiträgen durch Verkomplizierung, Desorganisation und Selbstbedienungsmentalität. 4) Aufrechterhaltung der Systeme nur mit Beiträgen aus unselbständiger Arbeit, nicht aus Unternehmertätigkeit, Zinsgewinnen, Veräußerungsgewinnen Würden diese Punkte beseitigt, hätten wir ein nahezu perfektes System. Es hat sich über viele Jahrzehnte hervorragend bewährt und ist nachweislich kapitalgedeckten Systemen weit überlegen.

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12. Juni 2008 12:50

Erstaunlich,

Reinhold Eysel (Eysel)

... auf welch geringe positive Resonanz -selbst unter FAS Lesern - der Vorschlag findet. Dass offensichtlich - in enormer Breite - immer noch geglaubt wird, das ginge immer so weiter mit unserem unfreien, ineffizienten + massenweise UNGERECHTIGKEITEN produzierenden "System". Die Vermutung , dass wirtschaftliche Interessen ( = von vorne herein MÜSSEN die ja schlecht sein ) dahinter stehen könnten, reicht offensichtlich aus, reichlich Aversionen zu wecken. Dass WETTBEWERB + FREIHEIT die Menschen voran bringt, dass ist offensichlich vergessen. Benjamin Franklin: Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.

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12. Juni 2008 10:43

@Herrn Scharz: so ist es

Paul Rabe (heidelpaul)

Sie haben das Problem sehr zutreffend beschrieben. Wer bei seiner Rente und Krankenversicherung von dem 'Welt-Kapitalmarkt-Kasino' abhängig ist, sollte lange gesund und arbeitsfähig bleiben oder früh sterben...

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12. Juni 2008 10:02

Nachtigall, ick hör dir trapsen ...

Andreas Neubert (Citizen_Kane)

... da macht sich also die private Versicherungswirtschaft Gedanken um die Zukunft Deutschlands. Ein Schelm, der böses dabei denkt. Hier geht es um die finanzielle Zukunft der privaten Versicherungswirtschaft und um nichts anderes. Diese einfache naive Formel "Staatlich = schlecht, Privat = gut" (darauf kann man ja dieses ganze Papier weitgehend zurückführen) spielt dann auch rein zufällig(!) den Gewinninteressen der Privatversicherer in die Hände, die just dieses Papier vorstellt. Soziale Grund(!)sicherungen von der Weltwirtschaft abhängig zu machen ist entweder a) total naiv, oder b) vorsätzlich grob fahrlässig. Ich tippe mal auf letzteres. Milliarden an staatlichen Sozialabgaben auf private Mühlen umzuleiten, da bekommt natürlich so mancher bei den Privatversicherern glänzende Augen. @Michael Vorwerk, @Peter Schwarz Ich bin froh, dass ich ja offenbar nicht der einzige bin, der sich eine gesunde Skepsis erhalten hat.

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12. Juni 2008 09:45

Dreist und dumm

Bernd Michalski (michalski2)

Vom Generationenvertrag bei der Rente gibt es kaum ein Zurück - denn sonst müsste die aktuelle Beschäftigten-Generation doppelt zahlen: Für die schon existierende Rentner-Generation und für die Rentenansprüche der eigenen Generation, für die ein Kapitalstock erst aufgebaut werden müsste. Mit anderen Worten: Aus der Riester-Rente, die in diese Richtung geht, aber nur als Sahnehäubchen auf die gesetzliche Rente, müsste eine 100-Prozent-Sache gemacht werden. --- Das kann doch nie und nimmer funktionieren. Außer die Privatversicherer bekommen eine Lizenz zum Geldselberdrucken. --- Oh, das wollen sie ja eigentlich auch. Na dann...

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12. Juni 2008 09:30

Die Rente als Glücksspiel undQuelle für weitere, gigantische Spekulationsblasen

Paul Rabe (heidelpaul)

Die private Wirtschaft will sich als gigantische Kapitalsammelstelle positionieren und hofft, daß sie dann von dem riesigen Topf selber einiges abzweigen kann. Der Effekt für die Finanzmärkte aber wäre fatal. Schon heute erzeugen die amerikanischen Rentenversicherer eine Spekulationsblase nach der anderen, weil sie in dem Wettlauf um Rendite für diese gigantischen Summen gar nicht genügend stabile Anlagemöglichkeiten finden. Man stelle sich vor, daß auch noch Europa hier einsteigt und damit noch weitere Billionen an Rentenkapital auf den privaten Finanzmarkt strömen. Die Märkte würden noch weitaus volantiler und die Höhe der Rente würde für die Menschen ein reines Glücksspiel, abhängig von den unkalkulierbaren Kapitalmärkten.

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12. Juni 2008 09:27

Armutszeugnis für die Politik

Marvin Parsons (mapar)

Der Politik ist es wahrscheinlich nicht mal mehr peinlich, das solche mutigen, fundierten Reformvorschläge aus der Wirtschaft kommen, weil alle wesentlichen politischen Kräfte nur noch hoffen, daß das Schiff zu ihren Regierungszeiten noch nicht sinkt und fleißig weiter ihre jeweilige Klientel mit Wohltaten beglücken. Jeder, der sich mit den "Sozialversicherungen", die keine Versicherungen sind, beschäftigt, kann sehen, daß das jetzige System mittelfristig zahlungsunfähig wird oder aber die noch Arbeitenden dermaßen schröpfen muß, daß sich das Arbeiten nicht mehr lohnt (das tut es heute schon in vielen Fällen nicht mehr). Die Vorschläge sind auch nicht deswegen abzulehnen, weil sie von einem Wirtschaftszweig kommen, der natürlich auch sein Eigeninteresse hat (das wird jedoch das einzige wirkliche "Argument" dagegen sein).

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12. Juni 2008 09:00

Weg mit den sozialen Sicherungssystemen

Rudolf Ortwein (rudi.rotwein)

Wieder mal ein neuer Anlauf zur Zerschlagung der sozialen Sicherungssysteme. Es soll alles so wunderbar "frei" sein wie in den USA. Die Armen sollen so "frei" sein, ohne Zähne herumzulaufen und so "frei" sein unter Brücken zu schlafen. Die Reichen sollen so "frei" sein in erstklassigen Kliniken behandelt zu werden und vom Chefarzt persönlich die Hand gereicht zu bekommen. Die Beiträge sollen Versicherungskonzernen überlassen werden. Wenn diese sich in irgendwelchen Subprime-Krisen verspekulieren und bankrottieren, na hoppla, das ist schließlich das Risiko des Kapitalismus. Immer weiter so, meine Herren Neocons, ihr werdet unsere Gesellschaft bald an die Wand gefahren haben.

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12. Juni 2008 07:28

Rückbau Sozialsystem

Alexander Sobeslavsky (Sobeslavsky)

Natürlich muss das Sozialsystem "rückgebaut" (was für ein schreckliches Wort!) werden, wenn ganze Berlin Stadtteile voller .... "mit Migrationshintergrund" auf Sozialhilfe leben und auch nicht vor haben, infolge Ausbildung (nicht vorhanden), Deutschkenntnisse usw. einen Beitrag für die Gesellschaft, in der sie oftmals infolge von Falschangaben geduldet leben, zu leisten. Dieses Problem wird ja auch nicht geringer, sondern nimmt von Jahr zu Jahr zu, da jeden Moant immer neue Leute kommen und so steigen natürlich auch die Ausgaben für Mutter mit 7 Kindern, Sozialarbeiter, die die Kinder auf die recht Bahn bringen müssen, Dolmetscher, Rechtsanwälte usw. So ist es in Berlin, in den anderen deutschen Städten sieht es bestimmt nicht anders aus.

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12. Juni 2008 07:01

bezugsquelle des Positionenpapiers?

Jose Calares (El_Catalan)

Hat irgendwer einen Link wo man dieses Positionspapier „Soziale Sicherung 2020: Angebote der deutschen Versicherungswirtschaft“, von beziehen kann?

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12. Juni 2008 06:46

Kein Nutzen für den Bürger

Thomas Grunwald (tho_mi)

Bei diesen Vorschlägen ist ein Nutzen für den Bürger nicht erkennbar. Ich arbeite seit Jahren im System der GKV und dies ist mit Sicherheit nicht perfekt, daran haben auch die letzten Reformen nichts maßgeblich geändert. Es ist aber immer noch das Beste, was wir in Europa haben, also lasst es uns nicht immer nur schlecht reden. Wer will denn bestimmen, was Grundsicherung ist, also welche Leistungen davon erfasst werden. Werden lebenswichtige OP´s dann noch übernommen oder heißt das nur Versorgung im Notfall und für alles andere muss dann selbst gezahlt werden? Zugeben, viele Leistungen sind überflüssig (Bezuschussung Fitnessstudios usw.). Aber was blieb den gestzlichen Versicherern denn übrig, um im Wettbewerb bestehen zu können? Was passiert mit der Absicherung bei langer Krankheit? Bei Krankengeldbezug besteht Beitragsfreiheit, bei Krankentagegeld ist das nicht der Fall, wobei dieses auch nicht höher sein darf, als das letzte Netto. Wieder tiefer in die Tasche greifen! Das es so wie bisher nicht weitergehen kann, ist selbst mir klar, aber hier geht es nur um die Pfründe der PKV. Die sollen gesichert werden. In einem Sozialstaat (siehe Art. 20 GG) sollte aber der Mensch im Mittelpunkt stehen.

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12. Juni 2008 01:11

Umbau der Sozialsysteme

Knut Leipziger (autodieb)

Nun sind wir mit diesen Vorschlaegen endlich auf dem Wege in die DDR. Versicherungen sind staatlich lizensierte Betrugsunternehmen; sie sind nur- wie hier die boersennotierte Allianz - ihren Anlegern verpflichtet. Das heisst, alles ist auf Gewinnmaximierung ausgelegt. Die Versicherten - spaeter Patienten - sind da nur zweirangig und werden als melkende Kuh betrachtet. Leute wundert Euch nicht, wenn dann jaehrliche Praemienanhebungen von 10% und mehr auf uns zukommen. Der Gewinn ( 25%) muss erwirtschaftet werden. Nur aus purer Naechstenlieben macht kein Versicherungskonzern solche Angebote.

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11. Juni 2008 23:49

Diese Leute äffen den USA nach

Julius Franzot (JFranzot)

Kaum zu glauben: In einem Land, das sich hoffentlich in einer Erholungsphase vom turbokapitalistischen Rausch befindet, tauchen solche Vorschläge auf! Die sind für mich indiskutabel, vor allem, weil die Vergangenheit zu Genüge gezeigt hat, dass die privaten Krankenversicherungen nur in den ersten Jahren optisch günstiger als die Gesetzlichen sind, später aber die Prämien in schwindelige Höhen treiben und es gibt keine - soziale oder politische- Instanz, die sie verdonnren dürfte, keine Prämiensteigerung über die Inflationsrate zu verlangen. Noch ist das Land nicht so weit, dass private Leistúngen von Staat kontrolliert werden können (haben wir alle beim Teuro gespürt). Wenn dann sogar die Notwendigkeit einer Arbeitslosigkeitsversicherung bestritten wird, dann ist es nicht mehr nur Ignoranz, es ist Bauernfang. Hartz IV greift erst nach dem Ende von ALG I an, dann wollen diese Kameraden auch das ALG I abschaffen? Krankenversicherung von Bedürftigkeit abhängig? Willkommen auf der Erde, wenn Sie sich genauer informieren! Wirklich schade, dass die zuständigen Redakteure nicht auf solche groben Ungereimtheiten hingewiesen haben. Müssen wir immer warten, dass es Neues Deutschland tut?

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11. Juni 2008 23:15

Außendienstler im Einsatz

Michael Vorwerk (aureliano)

Hochrangige Vertreter der Versicherungswirtschaft sind Versicherungsvertreter, und genau so reden sie auch. Was als Argumentation daherkommt, ist Agitation und Plattitüde: Die Globalisierung, na was denn sonst, zwinge zur Abschaffung der gesetzlichen Rentenversicherung (!), dazu die "auf Dauer schwierige Finanzlage der öffentlichen Haushalte" – kennerisch-aufdringliches Gewäsch, dem so weit zu trauen ist wie den Beteuerungen des Außendienstlers, der eine Versicherung loswerden will. Das Wort von der "Sozialversicherungsmentalität" ist eine Unverschämtheit, es ist blanker Denunziantenjargon. Der übrigens auf seine Urheber zurückfällt: denn versichert werden soll ja nach wie vor, und zwar kräftig und am besten mehr denn je. Wer sich die Hochglanzbroschüren und die manische Logorrhoe der privaten Versicherer zumutet, staunt über die Unzahl der Risiken - die Traumkunden der Branche sind offenbar regredierte Zwangscharaktere, risikoscheue Phobiker und Angstneurotiker, nimmersatte Leistungsempfänger allesamt, und deren Mentalität ist offenbar Geschäftsgrundlage.

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11. Juni 2008 22:58

Kapitalgedeckte Verfahren - einfach genial!

Peter Schwarz (Rotterdamer)

Und worin besteht dann die Kapitaldeckung für Renten- und Pflegeversicherung?? Enron-Aktien, Argentinische Staatsanleihen und amerikanische Hypothekenpapiere!?! Prima, dann sind wir 2025 wenigstens ALLE von der Grundsicherung des Staates abhängig. Jede private Versicherungsgesellschaft hat nur ein Ziel: Gewinnmaximierung und hohe Kapitalrendite - that's it. Wo liegen den heute die Riester-Renditen (ohne Zurechnung der staatlichen Förderung)?? Also besser gesund bleiben und arbeiten bis man das Zeitliche segnet! Und sein Geld auf den Kopf hauen! Da hat man dann wenigstens was davon gehabt. Ansonsten - schauen wir doch heute schonmal nach Amerika - das Idealland ohne gesetzliche Krankenversicherung - und wir haben eine Idee wie es in Deutschland 2020 aussieht. Schöne Neue Welt!

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11. Juni 2008 20:24

Zwei-Klassen Medizin jetzt institutionalisieren?

arthur hund (arturhund)

Verstehe ich das richtig? Auch Lauterbach befürwortet jetzt eine institutionalisierte 2-Klassen Medizin? Grundsicherung für alle (vermutlich für die "Besserverdiener" teurer als heute), und weitere Leistungen nur für Zusatzkosten? Da scheint mir das heutige System noch sozialer, wo Privatpatienten vieleicht manchmal etwas zuvorkommender behandelt werden, aber bisher ist noch nicht vorgeschrieben, dass ohne Zuzahlung nur Holzklasse-Medizin erlaubt ist. Mein tiefes Misstrauen gilt diesen bürokratischen Kartenhäusern, die bisher nie so funktionierten, wie erwartet.

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11. Juni 2008 19:26

Man traut dem Geschriebenen

Gerhard Zoller (amutal)

nicht, daß die Versicherungsbranche bzgl. der Krankenversicherung Vorschläge macht, die eigentlich die Politik schon lange hätte machen sollen. Eine Grundsicherung bei der alle außergewöhnlichen Risiken wegkommen z.B Arztleistungen bei einigen Sportarten, Folgekrankheiten von Alkohol u. Nikotinmißbrauch. Wer ungedingt seine Gesundheit ruinieren will, der soll sich zusätzlich versichern. Weitaus wichtiger wäre das Hausarztkonzept mit Weiterdelegierung in Polikliniken zu ermöglichen. Das hätte zur Folge, daß bei unklaren oder komplexen Krankheitssymptomen der Patient analysiert wird und der Krankheitsbefund eindeutig klar ist, wenn er die Klinik verlassen hat. Das wird sicher mit Anlaufkosten verbunden sein, aber die Kosten die anfallen, wenn der Patient hin und herüberwiesen wird, die sind auch erheblich.

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11. Juni 2008 19:09

Die Versicherung für alle

Thomas Frieling (TFrieling)

Herr Blume fragt, welche Versicherung jemand buchen kann, der ein sehr geringes Einkommen hat. Diese wird von der Allgemeinheit bezahlt, fast wie heute, nur daß heute fast ausschließlich gesetzlich Versicherte die Kosten tragen und beim Steuermodell alle dazu herangezogen würden. Daß ein privatwirtschaftliches Unternehmen Gewinne anstrebt, ist sicher richtig. Auch, daß diese von den Kunden, hier also von den Versicherten, stammen. Dennoch werden die auf diese Weise erzielten Preise und Qualität günstiger sein als im Falle der vor Konkurrenz und lästigem Verbesserungsstreben verschonten öffentlich-rechtlichen Versicherungen (Kassen). - TF

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11. Juni 2008 19:04

Die eigene Zukunft den Finanziers ueberlassen?

Dietrich Altergott (oldgod)

Es stimmt schon dass das Deutsche Sozialsystem immer schneller dem Bach runtergeht. Es stimmt auch dass die von den Politikern und deren Stäben ausgearbeitete Reformen maximal sehr wenig bringen. Es stimmt auch dass es von den 40 Millionen Arbeitnehmern in Deutschland nur 27 Millionen Sozialbeiträge leisten (offiziell sind diese 27 Mio. aber keine Armen). Ist es aber Die Lösung sich vom Garant der Sicherheit loszusagen und seine Zukunft in die Hände der Manager zu legen? Ist ja schön, dass die Versicherer Billionenschwer sind. Nur muss man unterscheiden können: der Staat ist nicht darauf orientiert alles mögliche dafür zu tun, um seinen Gewinn zu steigern und dafür womöglich die Unterschicht (Wachstum derer langsam ins Rollen kommt) wie eine heisse Kartoffel fallen zu lassen. Oder kann mir einer von einer Versicherung berichten, die so Menschenliebend ist und sagt: "Komm, du kannst zwar den Beitrag nicht zahlen, aber das macht nichts, ich springe für dich ein... Love baby Love" Eins müsste man von Kindheit an in den Kopf gesetzt haben: nichts passiert ohne einen Grund. Die Versicherer haben einen. Gewinn.

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11. Juni 2008 18:59

Rückbau der Sozialsysteme - wollen die Versicherer

Bernd Hoehne (berber)

Der Bock möchte Gärtner sein und die Versicherer über unsere Rentenvermögen bestimmen - beides verständlich. Sollte man aber verhindern. Versicherungen werden verkauft. Dafür werden Provisionen und Werbekosten fällig. Vertrieb ist teuer. Alles Kosten, die im Generationenvertrag (staatliche Sozialsysteme) nicht anfallen. 15 - 20 % kosten Marketing und Vertrieb locker. Erst wenn die am Kapitalmarkt verdient wären, könnte der Renten-Sparer anfangen zu profitieren! Wer schon mal versucht hat auf dem Kapitalmarkt dauerhaft, durchschnittlich mehr als 15 % Rendite zu erwirtschaften, der weiß, dass das schwierig ist und auch Profis scheitern immer wieder dabei. Die Wirtschaftspresse ist Zeuge. Erst bei 25 % Rendite hätte der Rentensparer 5 % zu seinem Vorteil. Aber 25 % im Kapitalmarkt verlässlich zu erwirtschaften ist reine Illusion. Der Privatspar-Rentner ist somit von anfang an der Verlierer des System. Die Gewinner sind die, die heute die Politik bequatschen. Komplizierte und ausschweifende Betrachtungen sollen die Fakten verdrehen und uns Notwendigkeit vorgaukeln. Wir sollten aber nicht zulassen, dass der Bock zum Gärtner wird und auch nicht den Versicherungen unsere Altersversorgung anvertrauen. Bernd Höhne

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11. Juni 2008 18:57

Wunderbar!

Marcel Meier (MarcelMeier)

Nur leider wird das in unserem demokratischen Sozialismus niemals Wirklichkeit werden. Endlich für sich selbst und nicht mehr für Andere zahlen zu müssen--paradiesisch es klingt!

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11. Juni 2008 18:52

Interessant

Volker Rast (VolkerR1)

Auch wenn die Analyse der Versicherungswirtschaft natürlich auf das eigene Geschäft ausgerichtet ist, beschreibt sie ziemlich gut, was wir zu erwarten haben. Um einer immer größeren Bevölkerungsgruppe (welche begrenzt "produktiv" ist, aber dafür ein ausgesprochenes Anspruchsdenken besitzt) notfalls von der Wiege bis an die Bahre eine (im internationalen Vergleich) komfortable Grundversorgung zu gewährleisten, wird da System ganz einfach insgesamt zurecht gestutzt. Verlierer ist die klassische Mittelschicht, die auf lieb gewordene Errungenschaften verzichten muss und sich stattdessen auf ein Herr von Versicherungsvertretern freuen darf, zwecks Abschluss diverser Zusatzversicherungen. Politisch wird darauf nicht mehr reagiert, denn gegen die o.g. Bevölkerungsgruppe und die allgegenwärtige "soziale Gerechtigkeit" können längst keine Wahlen mehr gewonnen werden.

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11. Juni 2008 18:46

Genau richtig

Matthias Damm (dammm)

Davon rede ich schon im Bekanntenkreis seit Jahren. Der Staat kann sich nicht um alles kümmern. Und bevor er vieles schlecht macht, soll er lieber eine vernünftige Grundversorgung für alle anbieten und jeder kann seine persönlichen Ansprüche dann in einer Art Baukastenprinzip zusammenstellen und versichern. Ich finde es gut, dass darüber nun endlich laut und in maßgeblichen Gremien nachgedacht wird und sehe gleichzeitig die Gefahr, dass es ("deutschentypisch") wieder solange zerredet wird, bis der nächste faule Kompromiss rauskommt. Wären in den vergangenen 20 Jahren nicht so viele Ideen zerredet worden und hätte es mehr Mut zu neuem Denken gegeben, gäbe es ganz sicher viele Probleme nicht, die uns heute drücken.

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11. Juni 2008 18:24

Solche Reformen verlangen jahrzehntelange Übergangsfristen!

Wilhelm Friedrich (WillyF)

Wir sollten nicht so tun, als könnten solche Reformen von heute auf morgen umgesetzt werden, auch wenn viele Ignoranten, die seit Jahren das politische Sagen in diesem Land haben, sich das so vorstellen. Jeder, der z.B. Jahrzehnte in die PKV oder die Rentenkasse eingezahlt hat, kann nicht von heute auf morgen mit einer minimalen Grundversorgung bedacht werden, die seine jahrelangen Zahlungen, die natürlich Anwartschaften begründet haben, unberücksichtigt lässt. Wenn man wirklich nachhaltig etwas ändern will, mag man das tun. Man muss allerdings gewährleisten, dass diejenigen die jahrzehntelang in ein völlig anderes System investiert haben, dabei nicht mit leeren Händen dastehen und nicht benachteiligt werden. Da das Politik schon seit langem nicht mehr leistet, darf sie sich nicht wundern, dass sich viele Menschen in diesem Land schon seit Jahren von dieser Demokratie für verraten und verkauft halten und ihre Alternative in extremistischen Parteien wie der NPD und der LP suchen. Wir sollten alles daran setzen, dass dieser Trend nicht anhält, was allerdings voraussetzt, dass die Politik der "großen" Parteien wieder wesentlich berechenbarer wird. Deren Unberechenbarkeit führt letztlich zum Erstarken extremistischer Kräfte.

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11. Juni 2008 17:52

Trau schau wem

michael blume (oldtimer58)

Und welche Versicherung kann der Leiharbeiter mit einem Stundenlohn von 5,5 Euro abschließen? Und wer garantiert das die ausbezahlten Arbeitgeberanteile nicht zum Spielball der selben werden um den Gewinn zu maximieren?

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