
Was meint die SPD mit der Besteuerung der Reichen und wer sind diese Reichen? Sind es die Menschen, die bei 40 Stundenwoche ein Einkommen über 2000€ brutto ( 1200€ netto) haben, oder die die "sogar" 2500 € brutto (1600 € netto), abzüglich Benzin und PKW Kosten) verdienen? Sind die Armen die, die ein Transfereinkommen von 800 € netto haben und morgens nicht aus dem Haus müssen?

und in den Kommentaren noch mal bekräftigt. Ein Gesichtspunkt sei mir gestattet. Ich habe mich nämlich nicht schlecht gewundert, wie selbstverständlich sich die Umverteilungspropagandisten vor kurzen das Einkommen ganz erheblich erhöht haben. Und noch mehr habe ich gestaunt, wie die ganz entgeistert waren, als sich da ein gewisser Unmut im Volke breit machte. Persönlich bin ich schon der Meinung, dass die Parlamentarier in der höchsten Volksvertretung angemessen bezahlt werden sollten. In diesem Fall kamen die mir so vor wie Aktaion, der von seinen Hunden zu Tode gehetzt wurde - was ich mit nicht geringer Freude beobachtet habe.

<<wenn Sie der Meinung sind, es ginge nur um die "ganz Reichen", dann haben Sie bei der aktuellen Armuts- und Abgabenerhöhungsdiskussion etwas verpasst>> --- Nun, ich habe in der Tat nicht verpasst, wie seltsam aktuell (und eigentlich schon immer) ueber "Arme" und "Reiche" diskutiert wird - ich frage mich bloss, was das soll. Links regt man sich ueber die wenigen ganz Reichen auf, rechts regt man sich ueber die (m.E.) wenigen Sozialschmarotzer auf, und irgendwo zwischendrin stehe ich und wundere mich. Ueber Sozialhilfeempfaenger, die in teureren Wohnungen leben als ich - und ueber Esstische, die mehr kosten als ein Jahres"gehalt" Hartz vier, aber offenbar trotzdem reissenden Absatz finden. Und darueber, wie sehr man sich auf allen Seiten dagegen wehrt, Informationen wahrzunehmen, die nicht in die eigene Denkschablone passen. (Das geht jetzt aber nicht gegen Sie, Herr Klein.)

Hallo Herr Opitz, wenn Sie der Meinung sind, es ginge nur um die "ganz Reichen", dann haben Sie bei der aktuellen Armuts- und Abgabenerhöhungsdiskussion etwas verpasst. Im Übrigen sind die Gesellschaftssysteme im Osten, die auf staatlich kontrollierte Gleichmacherei gebaut haben, mit ihrem Wirtschaftssystem spektakulär gescheitert. Das Problem mit den Fußballspielern ist ein Problem der Fußballkonsumenten, die den ganzen Spaß (freiwillig!) finanzieren. Bei den DAX-Vorständen habe ich eine differenziertere Meinung. Die hohen Managergehälter "schädigen" nicht die "Armen" im Land sondern die Unternehmenseigner, d.h. die Aktionäre. Dazu gehören gerade bei DAX-Unternehmen die Beschäftigten, die über Belegschaftsaktien beteiligt sind, die Sparer von Pensionsfonds und andere Anleger. Das deutsche System der Kontrolle durch Aufsichtsräte kann einen positiven Zusammenhang zwischen Spitzenmanagerleistung und -bezahlung nicht gewährleisten. Das eigentliche volkswirtschaftliche Problem in Deutschland sind aber die vielen Verwaltungsstellen, die keinen wirtschaftlichen Mehrwert schaffen, namentlich der aufgeblähte Sozialapparat, der den Betroffenen, besonders dem "Sozialadel" jede Art von Eigenverantwortung abnimmt.

Soll ich jetzt darauf hinweisen, dass man auch Ihnen das "Verdrehen" von Fakten vorwerfen kann? Mal ernsthaft: Niemand missgoennt Ihnen das zweifache Durchschnittsgehalt, und es gibt sicherlich auch Menschen, die das zehnfache Durchschnittsgehalt "verdienen". Aber reicht das fuer die Haelfte des Gesamtsteueraufkommens? Was in aller Welt rechtfertigt die Millionengehaelter der DAX-Firmenvorstaende, Bundesliga-Fussballer und sonstigen "Leistungstraeger", vom voellig leistungsunabhaengigen Einkommen durch Kapitalanlagen mal ganz zu schweigen? Wieso verdienen Klinikaerzte oder Uni-Wissenschaftler, die auch locker auf eine 80-Stunden-Woche kommen, nicht annaehernd so viel Geld? Wieso sollte man nicht auch zwischen wuerdigen und unwuerdigen Reichen unterscheiden?

Dass, wer nicht in der Lage ist, sich selbst zu ernähren (und damit meine ich nicht vorübergehende Arbeitslosigkeit, die jeden treffen kann) bei uns selbstverständlich und ohne die Gründe seiner Mittellosigkeit zu hinterfragen einen Anspruch auf staatliche Vollversorgung hat, wie in sich viele Menschen in anderen Ländern (und manche Niedriglohnarbeiter bei uns) trotz Vollzeitarbeit nicht leisten können, wird zuwenig gewürdigt. Nicht nur von Dankbarkeit an die Gemeinschaft der Steuerzahler, die das alles finanziert, keine Spur, sondern man drückt auch noch auf die Tränendrüse und quengelt in Talkshows, dass man sich nur die DVD der letzten Saison leisten kann und das Handy ist auch nicht mehr das aktuellste Modell ist, "Hartz IV reicht hinten und vorne nicht". Angesichts solcher Luxusprobleme glaube ich allmählich, dass Sozialhilfe konsequent auf Sachleistungen umgestellt werden sollte. Dann kann meinetwegen das Leistungsniveau sogar etwas angehoben werden. Vergleichen Sie unsere Situation z.B. mal mit Italien, immerhin auch ein G8-Mitglied. Wer dort arm ist, kann entweder betteln oder klauen. Soweit sollte es nicht kommen, aber vielleicht hilft ein Blick zum Nachbarn, das Maß wieder zu finden.

Das ist die typische Diskussionsweise, bei denen jedes Faktum zu einem Argument gegen die Varianz der Einkommensverteilung verdreht wird. Dass jemand viel verdient, liegt dann angeblich nicht an seiner Leistung sondern ist per se pervers. Wenn ich effektiv doppelt so viel arbeite wie ein 38-Wochenstundler (Aus- und Fortbildung mitgerechnet - sonst komme ich in Konflikt mit der Arbeitszeitgesetzgebung), habe ich doch wohl Anrecht auf das doppelte Nettoeinkommen, denke ich. Und wenn meine offenbar brauchbaren Fähigkeiten so selten sind, dass sie nicht an jeder Straßenecke zu haben sind, dann habe ich das Anrecht auf ein noch höheres Einkommen, oder nicht? Wenn sich jeder, der aus irgendwelchen Gründen sein Leben nicht in den Griff bekommt, an meinem hart erarbeiteten Einkommen bedient, dann ist das weder gerecht noch motiviert es mich, mich zu engagieren. Der größte Teil der 10% Spitzenverdiener bekommt sein Geld nicht geschenkt sondern muss es sich hart erarbeiten. Heiner Geisler meinte gestern bei Anne Will, es sei eine Schande zwischen "würdigen und unwürdigen Armen" zu unterscheiden. Ich meine aber, das ist genau der Punkt, um den es geht: Es ist geradezu eine gesellschaftliche Notwendigkeit dies zu tun.

Wenn die oberen zehn Prozent der Einkommensskala 52% des Gesamtsteueraufkommens zahlen, dann liegt das doch wohl nicht daran, dass ihr Steuertarif so viel hoeher waere als der der naechsten zehn Prozent - sondern daran, dass sie offensichtlich pervers viel verdienen.

Es gab einmal eine Zeit, da schämte man sich noch, arm zu sein. Wenn man ein guter Mensch war, der sich ( selbst) mühte, fleissig arbeitete, dann bekam man von Nachbarn und Freunden und der Familie selbstverständliche Hilfe. Wenn man ein Tunichtgut war, dann nicht. Meine Großmutter war ein solcher Mensch, der sich ein Leben lang abgerackert hatte, aber NULL Altersversorgung hatte.(Sie hatte selber oft geholfen, als es ihr gut ging, ging später durch Misswirtschaft ihres Mannes pleite.) // Heute wird "Armut" ( an Zweitwagen, Zweiturlaub, Plamafernseher ) wie eine MONSTRANZ mit der "selbstverständlichen" FORDERUNG!!! nach Hilfe regelrecht DEMONSTRIERT. Das "Klima" macht es möglich, Armut als "WAFFE" einzusetzen. // 30 Jahre lange konsequente "Erziehung" zur Un-Selbstständigkeit und Selbst-un-verantwortlichkeit macht es möglich, dass selbst diejenigen, die unter staatlich legitimierter Ausbeutung leiden sich als "arm" deklarieren, um endlich AUCH an die Umverteilungstöpfe zu gelangen. Wie kommen wir aus dieser Volksverdummung nur raus??? Die Politik ( so wie wir sie erleben ) LÖST keine Probleme, sie I S T das Problem.

Hier hungert keiner, keiner friert, der Arzt kostet nix, die Rentenversicherung wird bezahlt und für nen Videorecorder, das Bier und Chips reichts auch. Und Alles ohne Arbeit. Eine MEHRHEIT aber redet sich - in einem der vielfach beneideten Länder mit einem der höchsten Lebensstandards und Absicherungsniveaus weltweit - inzwischen S E L B S T ein, sie sei arm, oder mindestens von Armut bedroht. Denn nur DIESE Meinung scheint politisch KORREKT zu sein. Die DEUTUNGSHOHEIT für Alles was passiert haben ausschließlich LINKE. Alle, die argumentativ versuchen ein realistisches Weltbild zu zeichnen, werden diskreditiert, diffamiert, mit Ausdrücken wie "liberal" belegt, Ausdrücken die nur EHEMALS einmal positiv besetzt waren, inzwischen längst "umgedeutet" wurden. Vom Standpunkt der Demagogie her eine sehr beachtenswerte manipulatorische Leistung! Da könte man sich glatt fragen, ob sich nicht die dümmsten Schafe ihren Metzger selbst suchen.

Laut Definition des Armutsberichtes muß ich mich vermutlich zu den Reichen zählen. Allerdings ist die unbändige Freude meinerseits darüber doch getrübt durch die Wahrnehmung, daß sich das "Reichsein" lediglich auf den kurzen Moment des Blickes auf den Gehaltsnachweis erstreckt. Danach schlagen echte 26% Einkommensteuer zu (lt. ESt-Erklärung), diverse Sozialabgaben, Hypotheken und ein PKV-Beitrag, dessen Höhe mich schwindeln macht (und ich mich geradezu schämen muß für die Tatsache, die Zweiklassenmedizin zu fördern). Jedenfalls bleibt auf dem Konto - und ganz besonders am Ende des Monats - genausowenig übrig wie bei jedem anderen auch, und im Luxus schwelgt meine vierköpfige Familie bis dahin wahrlich nicht. Daß dieses nominelle Reichsein mit ca. 50 Arbeitsstunden pro Woche, 10 Stunden Pendeln zusätzlich und dem aufoktroyierten schlechten Gewissen eines "Besserverdieners" erkauft ist, wird in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen, weil nicht opportun. An alle Robin-Hood-Bewegten dort draußen: Wenn ihr schon den Reichen nehmen wollt, dann bitte nur von solchen, die im Charakter dem Sheriff von Nottingham gleichen.

... das Lied der "Armen" zu singen, der "Benachteiligten". Es "kuschelt" doch so schön, zur Mehrheit zu zählen, das offensichtlich "Politisch Korrekte" die Tränendrüsen zum Überlauf bringende immer und immer wieder zu wiederholen. sich damit zur MAYORITÄT der Gutmenschen zu fühlen, und sich selbst ein klein wenig den zumindest als "von Armut bedroht" darzustellen. Es lohnt sich. Man findet Gehör, Zustimmung, vielleicht bekommt man ein klein wenig von dem "Transferkuchen" ( vulgo Umverteilungskuchen ) ab. Es kuschelt. Dagegen zu halten, Fakten zu präsentieren, die die Absurdität einer Scholzschen Darstellung aufzeigen, das stellt einen ins Abseits. Wer will das schon? So ist Demokratie. FALSCH: So ist OCHLOKRATIE ( = Pöbelherrschaft ) die "perverse Endform" der Demokratie. Die Herrschaft der Scheinheiligkeit die GRENZENLOSEN Altruismus zuverlässig von den ANDEREN fordert und mit "gesellschaftskonformen Mitteln" den eigenen Vorteil sucht. "Es scheint mir zu NUTZEN, also deklarier ich mich als "arm". So könnte man die Haltung zusammenfassen.

Saubere Arbeit. Zur Beantwortung Ihrer letzten Frage bzw. zur Ergänzung. Ja, es gibt noch eine Möglichkeit. Der Betroffene selbst ist/kann auch schuld an seiner Misere sein. Nicht Gleichheit ist das oberste Gebot, sondern Chancengleichheit. Wer seine Chance nicht nutzt darf sich hinterher auch nicht beklagen, wenn er weniger als andere hat.

Richtiger Artikel, wichtige Hinweise in heutigen Zeiten. Am schlimmsten ist für mich in der aktuellen Diskussion die immer gleiche Apologie, die so immer wieder an gesunde und arbeitsfähige Bürger ausgegeben wird, die Transferleistungen nicht etwa als vorübergehenden (!) Ausgleich oder Hilfestellung ansehen, sondern sich bereits häuslich und seit Generationen in diesen eingerichtet haben. Und damit auch ihrem Nachwuchs keinerlei Ambitionen, Ehrgeiz und Lern- oder Leistungswillen mit auf den Weg geben. Allerdings: Den Schutz der Besserverdienenden vor einem allzu gierigen und ineffizienten Fiskus in allen Ehren, allerdings sind die Folgen für die bürgerliche Mitte viel drastischer und (auch für unsere Gesellschaft) viel weniger gut zu verschmerzen. Hier bricht momentan eine Bevölkerungsschicht (nach unten) weg, die lange Zeit eine wichtige und breite Stütze der Gesellschaft war und heute ungeliebte Werte wie Fleiß, Strebsamkeit und Bescheidenheit, aber auch Familie und Bildung noch hoch gehalten hat. Sicherlich ist hier das Steueraufkommen im Einzelfall geringer als bei "Reichen", aber es bleibt auch dramatisch weniger übrig - und hier langt der Staat auch mit bis zu 50 Prozent zu.

Die Wahrheit zeigt sich nicht in den von politischen Werbern inszenierten Kasperletheater-Aufführungen der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten, sondern nur in der Wirklichkeit draußen. In der Realität kommt es nämlich ausschließlich darauf an, wieviel vom Brutto tatsächlich übrigbleibt, wenn ein schröpfbarer 'Mittelständler' genausoviel Strom und Öl zum Heizen verbraucht wie ein Hartz4-Empfänger, der darauf keine Rücksicht zu nehmen braucht und ausgeruht ab 11 Uhr seinen 'Jobs' nachgehen kann. Die wirklich armen Schweine sind Diejenigen, welche die Rechnung, die der Staat ihnen mit gesetzlicher Unterschriftvollmacht präsentiert, tatsächlich bezahlen müssen. Blicken wir doch einfach mal in die kurze Geschichte unserer Republik zurück: Jede Regierung hat stets die letzte mit noch höheren Schulden für 'soziale' Wohltaten übertroffen, ganz gleich, welche Farbe gerade am Ruder war. Das war und ist im höchsten Maße unsozial und hat nur die Staatskasse gefüllt. Es ist sogar die Ursache für die wachsende Armut, weil Politiker nur die Macht der Lufthoheit über unsere Geldbörsen anstreben. Es ging ihnen nie um sozialen Ausgleich bei Bedürftigkeit, sondern um ihre persönliche Macht, die sich allzu oft mit ihrer Armut im Geiste paart.

Lassen Sie doch Ihr Geld für sich arbeiten. Diese ganze Diskussion zeigt mal wieder, dass überhaupt nicht am Grundübel herumgewerkelt wird. Der FHM IndeX für aktuelle Dispozinsen liegt bei 16,49% (23.05. - im VgL 16,48% zum 07.05 -> +0,01% innerhalb 2 Wochen). Das bedeutet, dass ein Kredit (DisPo) ohne Tilgung innerhalb von 5 Jahren auf das SECHSFACHE ansteigt. Wenn man sich nun das Bankenverhalten ansieht, jedem wird versucht ein DisPo angedreht zu werden, über Festkredite wird kaum beraten. Wenn man sich diese Entwicklung geschichtlich ansieht, kann man schon schnell an Cannaregio/Venedig im 16.Jh denken. Wohin also solche Entwicklungen (und deren blinde Tolerierung) entwickeln sieht man ja noch heute nicht allzu weit entfernt. @Schmidt: Ach ja, Äpfel pflücken - kennen sie viele ALG2 Bezieher mit eigenem PKW?

Die Bibelstelle findet sich übrigens hier: http://www.dbg.de/channel.php?channel=35&INPUT=Mt+26%2C8-11 Damit es Arme allezeit gibt, müssen möglichst unsinnige Definitionen von Armut und Reichtum nachhelfen. Nichts würde sich bekanntlich an diesen Anteilen verändern, wenn jeder Haushalt über die x-fache wirtschaftliche Leistungsfähigkeit verfügen würde. Im Sinne des wesentlich nachhaltigeren Subsidiarprinzips sollten sich die Politiker lieber Gedanken darüber machen, wie man dem Einzelnen eine Perspektive und Chancen gibt, sich durch eigene (!) Lebensleistung besser zu stellen. Das kann aber nicht im Sinne der Sozialleistungs-Dealer (Rüttgers und das gewaltige Spektrum links davon) sein, die genügend Leistungsempfänger-Junkies brauchen, damit sie einen Absatzmarkt für Ihre wohlfeilen Angebote haben.

Wenn man schon richtig erkennt, dass wir in Deutschland Inlandsverschuldung haben und die Staatsschulden Teilen unserer eigenen Bevölkerung schulden, dann sollte man auch weiterrechnen. Auf seine Schulden zahlt der Staat 5% Zinsen. Die Zinsempfänger müssen davon ca. ein Drittel als Steuern wieder zurückzahlen. Die Inflation beträgt nochmal zwei Prozent. Im Ergebnis haben "die Reichen" für ihr Kapital, bzw. den Konsumverzicht eine Rendite zwischen einem und zwei Prozent. Ist das wirklich so viel? Letztlich bedeutet Konsumverzicht, dass man eine gute Chance hat, dass man vorher stirbt (dann fällt Erbschaftssteuer an, es bleibt also noch weniger als obige Prozentzahl), es eine Geldentwertung gibt (zwei im letzten Jahrhundert) und man dann gar nichts von seinem Kapital hat. Wem das nicht passt, der wandert aus. Und das ist ja auch die Realität. Die deutschen Milliardäre sitzen in der Schweiz und brauchen sich nicht beschimpfen zu lassen.

Mit der "Armut" wird überall Geld gamacht und Wahlen gewonnen oder Verloren. Es läßt sich auch leben von der "Armut": Ganze, große Organisationen leben nur weil es "Arme" gibt. Dabei wird das auch noch "christlich" angstrichen. Aber ich rate den Erzbischöfen und Leitern der "Wohlfahrts" Organisationen mal die Bibel zu lesen. Nein die Bibel sagt uns nicht, dass man denen, die sich nicht selber helfen Können, nicht helfen soll. Aber Jesus hat seinen Jüngern, die auch glaubten, dass man das Parfüm hätte verkaufen sollen und den "Armen" geben, dass die Welt immer Arme haben wird. Nur Träumer können die Armut Geschichte machen! Wer seine Augen nicht verschließt, weiß, dass wir mehr "Arme" haben werden, je mehr wir umverteilen. Ich habe auch viele Jahre mit wirklich armen gearbeitetr, ich spreche nicht aus den hophlen Bauch!

Ich bin durchaus ein überzeugter Befürworter der Demokratie als der Staatsform, die von allen denkbaren die angenehmste ist, aber in diesem Land treten allmählich Schwächen der Demokratie immer deutlicher zutage, die schon den alten Griechen bekannt waren: Klüngelwirtschaft, inkompetente Amtsträger und die Ausbeutung der Minderheit durch die Mehrheit. Das Armutsthema ist wieder so ein typisches Beispiel für letzteres. Beispielsweise ist die Mehrheit der Bevölkerung offenbar der Ansicht, dass die in dem Armutsbericht von Minister Scholz genannten Kriterien für Reichtum korrekt sind. Die nicht nur von linken Parteien gezogene Konsequenz ist, dass man die "Reichen" um weitere Anteile ihres vollkommen ungerechtfertigt hohen Einkommens und Vermögens erleichtern müsse, um das Geld an die "Armen" zu verteilen. Deutschland outet sich damit als eines der letzten Länder, in denen der Sozialismus ein breites Überzeugungsfundament in der Bevölkerung hat. Während die richtigen Reichen die Option haben, sich durch Flucht ins weniger ideologisierte Ausland zu retten, bleibt den "Definitionsreichen" nichts anderes übrig, im Land zu bleiben, weil die mit einer Auswanderung verbundenen Opportunitätskosten noch höher wären als die Kosten ...

Manchmal fragt man sich doch, bei wem der Staat eigentlich seine ganzen Schulden hat und kommt zu der Erkenntnis, dass die Reichen ganz gut von den Zinsen leben. Wer wirklich daran interessiert ist, dass sich die Schulden verringern, der sollte über Schuldenerlass innerhalb der Gesellschaft nachdenken, natürlich nicht zu laut, aber bald.

1. Wieviele Personen bei der "Armutsbekämpfung" ein gesichertes Einkommen beziehen, das heißt, die "Arme" unbedingt benötigen, um ihren derzeitigen Job zu sichern. 2. Die Forderung nach einer Luxussteuer auf Markenkleidung und auf Plasmafernseher, auch dann wenn sie "Armen" gehören. 3. Wieviele "Arme" ohne geheizte Wohnung mit fließendem warmen Wasser und ohne (Mobil-)Telefon leben müssen. 4. Wieviele Arme sich schon früh in Schule und Berufsausbildung für eine anstrengungsloses Dasein entschieden haben. 5. Wieviele Kinder nur deshalb als arm eingestuft werden müssen, weil sich bei ihnen ein Elternteil vor der Verantwortung (Unwort des Jahres) drückt. Immer wieder erfahre ich, dass sozialhilfeempfangende Mitschüler meiner Kinder finanziell großzügiger ausgestattet sind als die Kinder steuerzahlender Eltern.

Wer sich Berichte über Armut im Fernsehen anschaut, der muss sich anhören, dass die Armen sich kein frisches Obst leisten könnten. Ich glaube das nicht. Ich komme aus einer Bauernfamilie, wir haben etliche Obstbäume zuviel. Wer sich wirklich keinen Apfel leisten kann, der kann sich bei uns was pflücken. Warum organisieren das die Kirchen nicht? Aus meinem persönlichen Bekanntenkreis und als Vermieter kenne ich sechs Bezieher von Hartz 4. Davon sind zwei Sozialbetrüger, die nebenbei arbeiten, auch wenn sie, zugegeben, die Kontrolle über ihr Leben verloren haben. Eine weitere Mieterin mit Großfamilie traf ich neulich beim Döner-Türken. Sie könne diesen Monat weniger Miete zahlen, ihr Mann sei im Krankenhaus. Sie marschierte mit mehreren Pizzas und Dönern nach Hause. Wenn ich dann Anne Will und Sarazin sehe und es heißt, mit Hartz 4 könne man sich keinen Döner leisten, dann kommt mir die Galle hoch. Natürlich kennt Herr Geißler bei Anne Will diesen Teil der Realität nicht. Wenn Herr Geißler einen Informationsbesuch in einer Suppenküche macht, was soll dabei herauskommen? Heutzutage ist doch jeder geübt im Klagelied singen.

Ein sehr guter Beitrag! Er deckt auf, wie unsere Politiker uns mal wieder mit Halbwahrheiten an der Nase herumführen. Wem war schon bewußt, daß hier auf der Grundlage von Zahlen aus dem Jahre 2005 debattiert wird? Für eine Bewertung wäre dies jedoch essentiell. Die FAZ sollte mehr tun, solchen Populismus aufzudecken. Nicht nur in versteckten Kommentaren.

"Allein die Langzeitarbeitslosigkeit ist in den vergangenen beiden Jahren von drei Millionen auf 2,3 Millionen zurückgegangen." ??? (wir haben 5 Mio Arbeitslose und 7 Mio Hartz4 Empfänger)