Eurowings und Lufthansa CityLine

Die Piloten der Lufthansa-Töchter streiken

06. Juli 2008 Wegen eines Pilotenstreikes müssen sich Fluggäste der Lufthansa-Töchter CityLine und Eurowings am Montag auf massive Behinderungen einstellen. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit rief ihre Mitglieder zu einem 24-stündigen Streik auf. Betroffen sind alle Stationen der beiden Gesellschaften in Deutschland. Die Lufthansa riet ihren Kunden, vor dem Antritt ihrer Reisen sich mit dem Call Center in Verbindung zu setzen.

Die Vereinigung Cockpit erklärte in Neu-Isenburg bei Frankfurt, in den Verhandlungen über neue Vergütungstarifverträge für das Cockpit-Personal hätten die Arbeitgeber keine verhandlungsfähigen Angebote vorgelegt, so dass man die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt habe. In Urabstimmung hätten jeweils 99 Prozent aller stimmberechtigten Mitglieder für unbefristete Streiks gestimmt. Bereits im Mai gab es befristete Warnstreiks.

Die Lufthansa bedauerte das Vorgehen der Gewerkschaft. „Wir finden es sehr schade, dass das auf dem Rücken der Passagiere ausgetragen wird“, sagte Sprecherin Renate Hocke. Der Konflikt solle am Verhandlungstisch gelöst werden.

Lufthansa: Fluggäste sollen Call Center anrufen

Das Unternehmen riet Fluggäste, sich vor Antritt der Reise mit dem Call Center der Lufthansa in Verbindung zu setzen und zu klären, ob sie mit einer der betroffenen Gesellschaften fliegen. Dies ist nicht unbedingt auf dem Ticket erkennbar. Gegebenfalls sollen Kunden auf Auto oder Bahn ausweichen, wie das Unternehmen riet. Normale Lufthansa-Flüge sind von dem Ausstand nicht betroffen.

An Eurowings ist der Lufthansa-Konzern zu 49 Prozent beteiligt, die CityLine ist eine 100-prozentige Tochter. Zusammen befördern die Gesellschaften etwa 18 Millionen Passagiere im Jahr. Angeboten werden auch Ziele im europäischen Ausland.

Auch Verdi im Tarifkonflikt

Neben den Tarifverhandlungen für die Piloten führt die Lufthansa auch Verhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di für rund 60.000 Beschäftigte am Boden und in der Kabine. Diese wurden am Donnerstagabend ergebnislos abgebrochen. Ver.di setzte der Lufthansa eine Frist bis Mittwoch. Sollte es bis dahin keine Einigung geben, will die Gewerkschaft ebenfalls die Urabstimmung für einen unbefristeten Streik einleiten.

Mehrstündige Verdi-Warnstreiks hatten am Dienstag bereits die Lufthansa gezwungen, 44 Flüge zu streichen. Tausende Passagiere waren von den Flugausfällen und durch stundenlange Verspätungen betroffen.



Text: AP
Bildmaterial: ddp

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