EZB

Geldmenge wächst unvermindert stark

Mehr Geld

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26. Oktober 2007 Das Wachstum der Geldmenge in der Euro-Zone ist weiter hoch. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag in Frankfurt mitteilte, wuchs die für die Zinspolitik der EZB wichtige Geldmenge M3 im September im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11,3 Prozent. Analysten hatten mit 11,4 Prozent gerechnet. Im August lag das Geldmengenwachstum bei 11,6 Prozent.

Die Vergabe von Buchkrediten an den privaten Sektor blieb mit einem Zuwachs von 11,0 Prozent ebenfalls hoch. Das Wachstum der Kreditvergabe an Unternehmen stagnierte mit 14,1 (August: 14,2) Prozent. Im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (Juli bis September) stieg M3 mit einer Jahresrate von 11,5 Prozent nach 11,4 Prozent im vorangegangenen Dreimonatszeitraum.

M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen bis zu zwei Jahren Laufzeit. Das Wachstum der Geldmenge liegt schon seit Jahren über dem Referenzwert von 4,5 Prozent, bis zu dem die Geldversorgung nach Einschätzung der EZB nicht zu einem stärkeren Preisanstieg führt. Eine übermäßige Geldversorgung der Wirtschaft weist nach Meinung der
Notenbank auf längerfristige Inflationsgefahren hin.

EZB behält ihren Kurs bei

Analysten rechnen dessen ungeachtet kurzfristig nicht mit einer Veränderung der Geldpolitik durch die EZB. „Insgesamt lag das Geldmengenwachstum im Rahmen der Erwartungen. Für die Geldpolitik der EZB heißt das zunächst nichts. Längerfristig entscheidet die Analyse der Konjunkturentwicklung über die Leitzinsen“, sagte Michael Schubert von der Commerzbank.

David Brown von Bear Stearns erwartet im März eine erste Zinssenkung. Das Wachstum der Geldmenge gebe zwar den Befürwortern weiterer Zinserhöhungen Argumente an die Hand. Die erwartete Abschwächung des Wachstums in der Euro-Zone werde sich jedoch als der weit wichtigere Treiber für die Zinspolitik im kommenden Jahr herausstellen.

Verbraucher haben Angst vor Inflation

Die EZB hatte zuletzt den Schlüsselzins für die Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten bei 4 Prozent belassen und auf eine eigentlich geplante Straffung der Geldpolitik verzichtet.

Steigende Inflationsangst belaste zusehends die Kauflaune der deutschen Verbraucher, hatte zuvor am Vormittag das deutsche Marktforschungsinstitut GfK gemeldet (siehe auch: Neue deutsche Inflationsangst). Vor allem die im Spätsommer plötzlich einsetzende Angst vor Inflation als Reaktion auf die zum Teil drastischen Preiserhöhungen bei bestimmten Lebensmitteln und die hohen Energiepreise beeinflussten die Kauflaune der Konsumenten.

Bildmaterial: dpa/dpaweb

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