
Herr Angeh schreibt "Zum Glück stellen sich immer mehr Menschen gegen diese sozialdarwinistische Wirtschaftsdiktatur."
Diese Haltung, die ich - befeuert von den Medien - auch beobachte, ist vergleichbar mit Demonstrationen gegen das Wetter und Protesten gegen die Schwerkraft. Die Wirtschaftswissenschaft ist eine Gesellschaftswissenschaft. Da wird nicht vorgeschrieben, wie es zu sein hat sondern beschrieben, wie es sich darstellt. Und hier machen die Schulen zu wenig.
Ich kann mit jeder Faser meiner Existenz ein sonniges Wochenende wünschen, ich kann jede Nacht träumen, daß ich fliegen kann wie ein Vogel - ich kann mir auch wünschen, daß mir jemand meine teuren, minderwertigen Artikel, hergestellt in einer 30-Stunden-Woche - zu hohen Preisen abkauft.
Und ich kann alle Schuld, wenn mir das nicht gelingt, auf die sozialdarwinistische Diktatur der Hüter der Naturgesetze oder der Hüter der Wirtschaftszusammenhänge schieben. Doch diese Hüter gibt es nicht. Der Protest ist ein Protest gegen einen selbsterfundenen Lieblingsfeind.
TF

Reicht es noch nicht, daß wir von oben ständig und einseitig die neoliberale Wirtschaftspropaganda über die Medien der reichen Minderheit eingetrichtert bekommen? Sollen jetzt auch noch die Schüler und Studenten- bez. Letzterem passiert es leider teilweise schon- gleich zu völlig kritiklosen und funktionalen Wirtschaftsressourcen herangezüchtet werden, anstatt was Anständiges zu lernen, wie soziale Werte- Dinge, welche die Gesellschaft verbessern können?
Zum Glück stellen sich immer mehr Menschen gegen diese sozialdarwinistische Wirtschaftsdiktatur, denn ganz offensichtlich verlieren immer größere Mehrheiten darin. Jede objektive Statistik belegt das. Es ist ein System der reichen Minderheit und der expansiv-kumulativen Gefälle. Deshalb kommt das System immer wieder an seinem instabilen Endpunkt an, wo sich der Wohlstand derart ungleich verteilt hat und auf einer derart kleinen Spitze staut, daß es zum Kollaps kommt- wie zuletzt vor dem zweiten Weltkrieg. Ein System, das auf Massenkaufkraft basiert, verträgt es nicht, wenn immer größere Massen immer weniger in der Tasche haben. Wohlstand/Geld ist nicht unbegrenzt, und wenn sich von etwas Begrenztem immer mehr oben staut, dann fehlt es überall sonst.
So, kein Platz mehr :)

hm. also es geht darum, was in den schulbüchern steht? dann wär der artikel von herrn theil aber kürzer geraten - oder länger, wenn er aus dem Fundus von 7 büchern mehr zitiert hätte.
darum ging es vielleicht nicht in erster linie. worum dann? gut und böse? jnnnn... nicht direkt. hat aber damit zu tun. gut und böse wird oft eingesetzt, um die frage von vorherrschaft zu klären. vgl. achse des bösen / alteuropa und länder kontinentaleuropas, die sich einer verfehlten wirtschaftsdidaktik schuldig machen (das ist auf der gut/böse-achse böse)
"Es geht keineswegs darum, die Rolle des Staates dabei zu ignorieren, das Vertrauen in Funktionieren und Fairness des Markts aufrechtzuerhalten". aha. ein bischen doppelt verneint, trotzdem klar: staat dienstleistet wirtschaft. primat der ökonomie. ok. und der staat? wird bei weitem überschätzt, scheints:
"Wenn (...) der Staat hingegen als abstraktes Wesen von Schutz, Allmacht und Vernunft, (dargestellt wird, ed.) dann besteht das Risiko, blind zu sein für die wirtschaftlichen und moralischen Vorteile des Marktes wie auch für die Fehlbarkeit von Politik und Bürokratie."
wesen von schutz, allmacht und vernunft. jep. die steuerungsgruppe gesellschaftsvertrag nannte den heinz: leviathan

Kapital-Nachfrage
„Soll die Schule Wirtschaftsfreundlich sein?“
Unternehmen und Staat sind von einander getrennt, warum soll der Staat dann die nächste Generation auf Unternehmenswunsch Trimmen
Zum einen ist das ach so gute Amerikanische System mehr als löchrig
Frage
Wer hat das Automobil erfunden
USA Ford
Deutschland Benz
Was davon ist wahr?
Liegt im Auge des Betrachters.
Selbes gilt für die wichtige Kapitalismus frage
Ist es wichtiger das die Schüler alle Fusionen der letzten 20 Jahre kennen
Oder das sie richtig Lesen und Schreiben können?
Was davon ist wichtig?
Liegt im Auge des Betrachters.
Mir währe es ganz lieb wenn mein Sohn Lesen und Mathe kann…….

Gibt es eigentlich den Begriff SOZIALE Marktwirtschaft noch, oder sagt man das heute nicht mehr ?

So wie u. U. die zitierten Lehrbücher ein verzerrtes Bild der Wirtschaft darstellen mögen, hat der Autor ein genauso einseitig vernageltes und ideologisches Bild von Wirtschaft in Angelsachsien und Kontinentaleuropa. Das großartige freie (angelsächsische) Unternehmertum, das alle denkbaren positiven Tugenden auf sich verneint, versus den kontinentaleuropäischen Arbeitnehmerdurchschnittsversager, der faul und verantwortungsscheu ist uns sich mit minimalen Aufwand zur Rente durchhangeln will. Die Studie, dass Länder mit freier Marktwirtschaft auch glücklichere Menschen haben soll, ist. m. E. auch darauf zurückzuführen, dass es in angelsächsischen Ländern einen extremen Hang zur sozialen Schönfärberei gibt und niemand dort freiwillig öffentlich zugeben würde, dass es ihm schlecht geht. Im übrigen kann ich aus meiner Schulzeit (80er Jahre Gymnasium in Baden-Württemberg) nicht bestätigen, dass uns der Sozialismus nahe gebracht wurde. Wirtschaft war aber an sich kein großes Thema. Ich kann mich nur an meinen Lateinlehrer erinnern, der uns eingebläut hat, dass uns faulen Säcken schon die Hammelbeine langezogen werden, wenn wir erstmal ins Arbeitsleben kommen.
Weniger Ideologie auf allen Seiten täte aber not!

Es ist nicht so, dass in unseren Klassenräumen der Kapitalismus nur verdammt und täglich die Internationale gesungen würde, so wie es dieser Artikel suggeriert. Frage an den Autor: Wie wurden die Schulbuchtexte ausgewählt und sind sie repräsentativ, oder wurde nur willkürlich ausgewählt, um ein ohnehin gefestigtes Bild (angloamerikanische Einstellung zum Kapitalismus positiv, kontinentaleuropäische dagegen stinkend sozialistisch) zu bestätigen? Wie hat der (amerikanische) Geldgeber gewirkt? Ich bin in der Schule durchaus ausgewogen über Marktwirtschaft und die positiven Impulse freien Unternehmertums aufgeklärt worden.
Es lässt sich nicht von der Hand weisen: Einige der Leserkommentare bestätigen, dass der gebildete Mainstream (auch wenn man es mittlerweile fast nicht mehr hören kann, den Alt-68er-Studienrat für den Untergang des Abendlandes verantwortlich zu machen) ein Weltbild propagiert, das aus dem Wort "soziale Marktwirtschaft" die Marktwirtschaft streichen will und sozial mit sozialistisch verwechselt. Diese Form der Gehinrwäsche scheint vom deutschen Ständestaat durchaus erwünscht zu sein, denn wie erzeugte man sonst Loyalität zu einem System, welches das Individuum knebelt und Mittelmaß am Fließband erzeugt?

Hier geht es doch um den Inhalt von Schulbüchern über wirtschaftliche Zusammenhänge in Frankreich und Deutschland oder täusche ich mich? Von Theorien und Inhalten der verschiedenen Wirtschaftssysteme oder gar deren Auswirkungen auf die Gesellschaften ist hier doch überhaupt nicht die Rede.
Darum müssen Sie in dem Zusammenhang auch nicht den Herr Esser niedermachen, denn der argumentiert genau wie Sie, vollkommen an der Sache vorbei.
Natürlich, und das wird auch keiner bestreiten, sind die Folgen des Sozialismus für die Betroffenen desaströs gewesen, der ungehemmte Kapitalismus, wie er in den USA praktiziert wird, darf für uns in Europa kein Beispiel sein.
Was wir in Europa brauchen ist ein gesunder Mittelweg zwischen Kapitalismus und Sozialismus zum Wohle aller Bürger. Daraufhin sollten auch die Schulbücher ausgerichtet sein und darum gehts hier doch, oder täusche ich mich da ?!?!
Wir brauchen ideologiefreie Leerbücher und Lehrer !!!
Eine kleine Nachfrage: Woher nehmen Sie Ihre Kenntnisse, das in den USA noch kein Kind verhungert ist ??? Dafür würde ich bei etwa 35 Mill. Menschen die unter der Armutsgrenze leben nicht einen Cent verwetten.
Man sollte nicht über Dinge reden von denen man absolut keine Ahnung hat !!!

Klasse Hr. Theil! Ihrem Beitrag ist nichts zuzufügen. Sie haben unseren damaligen SoWi-Unterricht genau wiedergegeben. Traurig, dass sich da in 10 Jahren wohl nichts geändert hat. Wer wundert sich da über unsere heutigen Debatten? Gott sei Dank bin ich auch in Australien zur Schule gegangen. Dort lernte man die Welt ein wenig neutraler und realistischer kennen. Diese Bücher gehören auf den Müll. Danke das Sie daran erinnern.

"Der Verlust an wirtschaftlicher Dynamik durch fehlenden Unternehmergeist ist nicht nur greifbar, sondern auch messbar. Einer der Vorreiter dieses Themas ist Edmund Phelps, Nobelpreisträger und Wirtschaftsprofessor an der Columbia University in New York. Er hat herausgefunden, dass Umfrageergebnisse zu den Einstellungen zu Arbeit und Wirtschaft viel direkter mit Wachstum korrelieren als das, worauf sich Ökonomen normalerweise konzentrieren, wie Steuersätze oder Einfachheit einer Firmengründung. Phelps folgert, dass Einstellungen und Mentalitäten auch als Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu betrachten sind. Manche bremsen wirtschaftliche Leistung, andere ermöglichen sie."
Man gräbt sich selbst das Wasser ab....
Man "stirbt" - zumindest scheinbar - in "Gerechtigkeit".

Schon merkwürdig, dass gerade diejenigen, von deren Unternehmergeist - auf die eine oder andere Art - alle leben zu einer nicht nur beneideten sondern vielfach diskreditierten Kaste zusammengefasst werden. Seöbst die, die zwar incht finanziell brillieren, sondern intellektuell werden in einer Absolutheit ausgegrenzt, diskreditiert, an die ich mich in meiner Jugend ( 50er) NICHT erinnern kann. Damals galt den ÜBERDURCHNITTLICH GUTEN noch in aller Regel Bewunderung und der Versuch, es ihnen gleich zu tun. - Das Problem ist, dass aus dem pauschalen diskreditieren von gewissen Gruppen leicht eine Hexenjagd mit inquisitorischen Zügen werden kann. So ganz weit scheienen wir davon nicht weg zu sein.

Ich habe mein Abitur auf einem Wirtschaftsgymnasium gemacht und mir wurden dadurch auch BWL, VWL, Rechnungswesen beigebracht. Aber im Fach Ethik und Geschichte wurden genau solche Phrasen, hinsichtlich "Schuld ist der Unternehmer" etc., gedroschen. Aber dies verwundert ja nicht. Wenn man einmal die politische Einstellung von Lehramtsstudenten untersuchen würde, würde man sehr viel Rot, Dunkel-Rot und Grün zu Gesicht bekommen. (Da ich Student bin, weiß ich was ich schreibe.) Da verwundert es einen auch nicht, dass diese Ideologie auch Eingang in Lehrplänen, Lehrbüchern und Unterricht findet. Leider muss man auch immer wieder bei diesem Klientel feststellen, dass z. Bsp. Globalisierung zwar einerseits aufs äußerste verurteilt wird, andererseits Döner, französischer Käse, tschechisches Bier nicht verschmäht werden. Globalisierung halt nur dann, wenns grade passt.

... ist, wie stark in den Kommentaren zu diesem Artikel - selbst in DIESER Zeitung - Kritik an Unausweichlichkeiten wie der Globalisierung als auch GRUNDSÄTZLICHE Kritik an jedweglichem unternehmerischen Handeln immer wieder durchschlägt.

Vielleicht ein Zusatz zu dem o.g. Artikel, den ich in den Ausführungen etwas vermisst habe: Woher soll denn ein Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge kommen, wenn die Akteure des Schulwesens sich konsequent dem Wirtschaftskreislauf entziehen? Zur Politik: Vom Kreisssaaal in den Hörsaal in den Plenarsaal: Wirtschaftliche Zusammenhänge erschliessen sich erst als arrivierte Politiker, die in Beratertätigkeiten ihrem ganz eigenen Verständnis von Angebot und Nachfrage nachkommen.
Im Kultusbereich sieht es kaum besser aus: Ein Gutteil der Lehrer ist nach wie vor im letzten Frühling Ihrer Berufstätigkeit unter den sozialpädagischen Bedingungen der 68er in den Beruf gekommen. Abgesehen von den Berufsschulen wird in diesem letztem wirtschaftsfreien Berufsraum kaum Interesse für die Lektüre aktueller wirtschaftpolitischer Themen bestehen.
Daher als Fazit: So die Akteure so die propagierte Meinung. Schade, daß unsere Kinder darunter leiden müssen.

@ Ralf Kowollik:
Zum Vergleich der Situation D - F und zum Thema Mindestlohn in USA, GB, F et al. empfehle ich den F.A.Z. vom Samstag 19.1.08 mit dem Titel "Die Heuchelei mit den Mindestlöhnen".

Wenn die Lehrbücher tatsächlich so Ideologie befrachtet sind, wie der Autor es darstellt, ist das in der Tat schlecht. Junge Menschen sollen gebildet und nicht indoktriniert werden und deshalb sollte eine zunächst wertungsfreie Lehre der wirtschaftlichen Zusammenhänge erfolgen. In der Oberstufe sollte aber durchaus eine Differenzierung hinsichtlich der unterschiedlichen wirtschaftlichen Theorien erfolgen.
Der Autor präferiert zweifelos den Kapitalismus als alleinseeligmachende Form des Wirtschaftslebens. Wohin das führt, sieht man in den USA. Dieser ungehemmte Kapitalismus kann weder für Frankreich, das ja arg gescholten wird, noch für Deutschland ein Vorbild sein. Mehr als 30 Millionen US-Amerikaner leben unterhalb der Armutsgrenze ohne soziale Absicherung. Ein Hartz IV Einkommen mit Krankenversicherung ist für diese Menschen ein Traum. Wollen wir in Mitteleuropa solche Zustände? Nein!
Das war natürlich nicht die Frage der Studie. Es könnte aber hilfreich sein, bei der Beantwortung der Frage: Warum sind die Schulbücher in Deutschland und Frankreich so einseitig ausgerichtet ?
Der pädagogische Zeigefinger ist bei uns überaus wichtig. Es darf sich keiner eine eigene Meinung bilden und Kinder schon gar nicht. Meinung wird gemacht

Leider muss ich den Feststellungen des Autors zustimmen - grundlegende Wirtschaftskenntnisse werden nur in den seltensten Fällen in der Schule vermittelt.
Von wem auch? Auf dem Gymnasium das ich besuchte gab es keinen Lehrer der diese Kompetenz besessen hätte - niemand hat VWL, BWL oder auch nur ein verwandtes Fach studiert.
Dabei gehören Kenntnisse im Bereich BWL und vor allem VWL zu den gesellschaftlich relevantesten! Es ist immer wieder erschreckend wie wenig Ahnung die Allgemeinheit von dem wirtschaftlichen Geschehen in Deutschland hat.
Was mir persönlich am meisten in der Schule gefehlt hat: Die Thematisierung von Existenzgründungen als Alternative eines Angestellten- bzw. Beamtendaseins. Wie sollen bitte Menschen in Deutschland auf die Idee kommen, sich selbständig zu machen, wenn sie nicht einmal um die vielfältigen Möglichkeiten wissen, die es beispielsweise im Bereich der Förderung junger Unternehmen gibt. In der Schul hört man diesbezüglich nur den Satz "macht euch um Gottes Willen nicht selbständig - ihr könntet ja pleite gehen". Das ist traurig und vor allem gefährlich, da hier einiges an Potential verloren geht.

Es ist auch meine Beobachtung, daß die Lehre wirtschaftlicher Zusammenhänge in der Schule stiefmütterlich behandelt wurde, und offensichtlich immer noch wird. Im Laufe meines Berufslebens habe ich mir meine Kenntnisse in wirtschaftlichen und rechtlichen Dingen selber aneignen müssen, weil wir selbst auf dem Gymnasium!, wenn man nicht gerade Wirtschaftsleistungskurs gewählt hatte, kaum über die Themen Geschäftsfähigkeit und Kaufvertrag hinauskam. Das ist, finde ich, ein Armutszeugnis für die Bildungspolitik, die es nicht schafft, die Lehrpläne hinsichtlich der neuen Anforderungen in Beruf und Gesellschaft zu gestalten. Aber vielleicht ist das ja tatsächlich nicht gewollt, wie der Artikel andeutet.

...die FAZ als das liberale "Du bist Deutschland"..
Frei nach dem Motto, wenn man den Deutschen doch nur früh genug eintrichtern könnte, Unternehmer seien vor allem erst einmal "gute Menschen, die für das Gemeinwohl grenzenlose Risiken eingehen", dann würde das Maulen über Wiedeking & Co schon versiegen - in einer strahlenden Zukunft, in der Westerwelle doch tatsächlich seine prophezeiten 18% auch einmal erreicht.
Herr Theil, ich darf doch davon ausgehen, dass Sie hin und wieder mal die Zeitung aufschlagen! Unter den hier sonst zahlreich vertretenen rhetorischen Selbstverherrlichungen, dürfte der informative Gehalt Ihrer Artikel doch ausgereicht haben, um z.B. Herrn Volkerts und Konsorten zu kennen.
Und nun glauben Sie doch nicht allen Ernstes, Otto N. hieße dieses Wirtschaftsgeschehen für gut, wenn der alte Herr Pauker damals nur nicht so ein übler Schurke, so ein sozialdemokratischer Volksverhetzer gewesen wäre?!
Ich bitte Sie!
Das Ziel der heutigen Schule ist es, Kindern beizubringen, sich und Ihre Gesellschaft auch einmal kritisch hinterfragen zu können.
Das kann man von Amerika ja nicht gerade behaupten!
In Deutschland dürfen Schüler noch selbst denken - wie schade für Herrn Westerwelle..

...ist es eigentlich erstaunlich, wenn in Deutschland überhaupt noch jemand Unternehmer sein will. Der Unternehmer oder Manager hat aufgrund der hochgejubelten Pleiten und der skandalisierten Firmenschließungen ein unglaublich schlechtes Image. Aber Wirtschaft ist ja nicht nur etwas, was in Vorstandsetagen und politischen Hinterzimmern stattfindet, sondern auch in jedem Supermarkt und an der Ladenkasse. Wenn man schon so moralisch an dieses trockene Thema herangeht, darf man dieses Faktum nicht verschleiern: Wo Geiz geil ist und man auch sonst nicht blöd sein will, interessieren den Kunden Arbeitsplätze, Kinderarbeit und das Schicksal ganzer Industriezweige einen feuchten Sand: Gekauft wird, was billig ist und funktioniert. Wen wundert es dann noch, wenn das irgendwann auch mal Arbeitsplätze kostet? Natürlich alle, denn dieser Zusammenhang ist in der Schule ja nicht erklärt worden...

Wie die Schweden: Sie haben ein entspanntes Verhältnis zu Unternehmern. Dort werden sie nicht verteufelt, aber auch nicht in den Himmel gehoben. So sehe ich die Unternehmer auch.
Unternehmer zu sein ist keine Wohltätigkeitsveranstaltung. Dazu braucht es viel gesunden Egoismus. Es gründet keiner ein Unternehmen, damit Arbeitsplätze entstehen, sondern damit Gewinn entsteht. Gute, engagierte Mitarbeiter sind für ein Unternehmen genauso wichtig wie eine gute Führung. Unternehmer braucht das Land, aber auch gute Mitarbeiter, Führungspersönlichkeiten. Und gute Ideen.
Nicht zu vergessen: In Deutschland gibt es viele erzwungene (Schein-) Selbständige und Freiberufler. Ein freiberuflicher Anwalt oder Architekt verdient im Durchschnitt 1.500 Euro. Mit erheblichen Schwankungen je nach Monat.
Nach meinem BWL-Studium habe ich die Unternehmer bewundert und ihnen nachgeeifert. Heute sehe ich die Unternehmer neutraler.
Ich bin dafür, dass in den Schulen unvoreingenommen, sachlich über Wirtschaft unterrichtet wird. Im BWL-Studium werden alternative Unternehmesformen wie Genossenschaften nur am Rand erwähnt. Schade. Und, ja, Wirtschaftsunterricht gibt es in den Schulen zuwenig.

am herrschenden Kapitalismus scheint nach lesen dieses (Auftrag?)Artikels nicht erwünscht zu sein, man soll wahrscheinlich gottgläubig folgen ...

dass unsere armen Schüler, die sich selbst, oder mit Hilfe ihrer Schule, ein Bild über wirtschaftliche und politische Zusammenhänge machen und letztendlich auch eine eigene Meinung bilden sollen, schon durch sozialistische Propaganda in Unterrichtsmaterialien manipuliert werden.
Wenn schon manche Eltern nicht in der Lage sind, solche Zusammenhänge ihren Kindern zu vermitteln, dann soll es doch wenigstens die Schule machen. Dafür gibt es diese Institution doch schließlich...
Und dann muss ich lesen, dass ein Schüler sich doch bitte bei der Attac Informationen bezüglich der Globalisierung beschaffen soll. Dort wird ja schließlich Globalisierung sehr differenziert dargestellt und überhaupt nciht einseitig..
Wenn man keine Ahnung von Wirtschaftlichen Zusammenhängen hat, dann kann man schließlich auch Sozialisten wählen. Die scheinen ja genug Ahnung zu haben....
Danke, liebe Schulbücher, für den wundervollen Linksruck in Deutschland!

Es sind nicht nur die Schulbücher, die die Schüler Wirtschaft lehren. Es ist auch der Blick in die Realität und die Erfahrung, die in der Familie gemacht werden. In vielen Familien haben die Kinder erlebt, wie die Eltern ihre Arbeit verloren haben, weil Unternehmen im Streben nach kurzfristiger Profitmaximierung ihre Arbeitnehmer entlassen haben. Auch die Kinder von Klein-Unternehmern und Scheinselbständigen sehen, wie ihre Unternehmer-Eltern von den marktmächtigen Unternehmen vorgeführt und ausgenommen werden. Wo soll da der Anreiz zum Unternehmertum herkommen? Dazu ist heute doch die Frage hochaktuell, ob die Unternehmer und ihre leitenden Angestellten - die Manager, die sogar noch schlimmer sind als die Unternehmer selbst - überhaupt eine Moral haben. Es zeigt sich doch gerade in der Wirtschaft, dass sich unmoralisches Handeln lohnt. Die Realität zeigt doch, wie skrupellos Unternehmen sind. Und dies muss auch in der Schule vorkommen. Und wenn sie fragen, was gelehrt werden soll, da fällt mir nur eins ein: Art. 14 Abs. 2 GG: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen." Anscheinend vergessen das die Manager immer gern, wenn sie ihren Traum der freien Marktwirtschaft träumen.

Hervorragender Artikel, der mich sehr an meine Schulzeit erinnert (Abi 2005). Man wird wirklich weitgehend mit Klassenkampf-Propaganda regelrecht bombardiert. Das Schlimmste ist, dass häufig auch bei den Lehrern keine Toleranz gegenüber abweichenden Meinungen vorhanden ist. Als kapitalistischer Querulant und ,,neoliberaler" Störer, oder überhaupt als jemand der nicht rot-grün ist, hat man es nicht leicht in deutschen Schulen, der ,,Marsch durch die Institatuionen" war leider sehr erfolgreich. Auch in andererlei Hinsicht fühlte ich mich in der Schule ohnehin tagtäglich enorm an die DDR erinnert, aber das interesssiert ja hier keinen, Mindestlohn und Dosenpfand sind wichtiger.

Manche halten den Unternehmer für einen räudigen Wolf, den man totschlagen müsse; andere meinen, er sei eine Kuh, die man ununterbrochen melken könne; nur wenige sehen in ihm ein Pferd, das den Karren zieht.
<br>
<br>Winston Churchill
<br>
<br>Keine Unternehmen:
<br>keine Mehrwertsteuer
<br>keine Lohnsteuer
<br>keine Einkommensteuer
<br>keine Körperschaftssteuer
<br>
<br>Kein Geld für Politiker, Bundeswehr, Polizei, Beamte, Lehrer etc.
<br>
<br>Woher kommt unser Wohlstand ?
<br>Von der Deutschen Bahn AG ? Von Importen aus China? Von Erdölimporten ?
<br>
<br>Oder kommt der Wohlstand in der BRD etwa zufällig von Unternehmen, die irgendwann einmal klein angefangen haben wie z. Daimler-Benz (ich weiss, die Firma heisst zwischenzeitlich anders), Porsche, BMW, Siemens oder in neuerer Zeit z. B. SAP und vielen tausend anderen fleissigen Mittelstands- und Kleinunternehmern, die Deutschland jahrelang zum Exportweltmeister gemacht haben?
<br>Deutschland hatte im Jahre 2007 über 150000 Auswanderer. Das ist ein schlechtes Zeichen. Denn bei diesen Auswanderern handelt es sich meist um jüngere, aktive Menschen, die flexibel auf berufliche Herausforderungen reagieren und meist auch gut qualifiziert sind. Viele sehen in unserem Lande kein Fortkommen mehr.
<br>
<br>Quo vadis Deutschland?

genauso wenig ideologiefrei wie die vom Kommunismus. Letzterer war lediglich einer von vielen Reflexen auf Erstere, die von der Natur abgeschrieben ist. 'Es liegt in der Natur des Menschen' sagen die Marktwirtschaftler und wähnen sich auf der sicheren Seite.
Die offene Frage ist nach wie vor, ob der Mensch seine Natur überwinden kann, was ihn erst zum Menschen machen würde. In Gedanken hat er das längst getan, allein im praktischen Handeln will es grosso modo (noch) nicht gelingen.
So, und jetzt wieder weiter mit den ideologischen Grabenkämpfen.

ein Zeuge für die Schlechtigkeit des Kapitalismus ist, Herr Esser, dann vermutlich auch Alice Schwarzer für die Schlechtigkeit der Männer (und Erich von Däniken für die Außerirdischen).
Nur dumm, dass der tolle Jean Ziegler in Deutschland kein verhungertes Kind gesehen hat (es sei denn eine Hochemanzipierte hat wieder mal keine Lust sich um ihr Kind zu kümmern). Und in den USA auch nicht.
Verhungerte Kinder (oder Bilder davon) sah Ziegler jedoch massenhaft in Ländern, die sich dem Unternehmertum standhaft verweigern. Stalin lies um die 11 Mio Menschen verhungern und der große Steuermann Mao 50 Mio
Habe mal eine Reportage gesehen, wo der wackere Jean Ziegler in Äthiopien mutig das Elend anprangerte. Beeindruckend, wie der konsequent vermied zu fragen, was die von unserer Arbeit lebenden (wenn wir die Hilfe einstellen verhungert die Hälfte der Äthiopier auf der Stelle) je getan haben, sich aus dem Elend rauszuarbeiten.
Denn mit Arbeit haben die es nämlich nicht so, unsere Humanisten.
Wohlstand entsteht nach deren „wissenschaftlichen“ Erkenntnissen nicht durch Arbeit, sondern durch sozialistische Moral und Umverteilung.
Geld kommt aus dem Automat, Strom aus der Steckdose.
Unternehmer - nein, brauchen wir wirklich nicht.

Wen wundert's? Wo sind denn wohl die Farbbeutelschmeißer und Vorlesungssprenger vom Marxistischen Studentenbund Spartakus und Sozialistischen Hochschulbund geblieben? Unternehmer wohl die wenigsten - es sei denn als Betreiber von roten Buchläden. Die meisten sind in den Öffentlichen Dienst eingesickert und dort vorwiegend in den Schul- und Justizdienst. "Verdiente" Pauker schreiben dann eines Tages auch Lehrbücher und weisungsunabhängige Richter dürfen abstruse Urteile fällen. Es ist doch signifikant, daß Deutschland und Frankreich, in denen "68" besonders stark gewütet hat, auch hier parallel gehen, wobei unser Land leider noch zusätzlich seit 1990 die DDR- Ideologie intravenös verabreicht bekommt...

Meine Schulzeit liegt zwar schon über 30 Jahre zurück, aber ich kann den Ausführungen von Herrn Theil nur zustimmen. Etwas Positives über die soziale Marktwirtschaft wurde nicht berichtet - entweder hatten die Lehrer kein selbst kein Interesse oder sie fürchteten vielleicht das Protestgeschrei oberflächlich anpolitisierter Juso-Bübchen. Schlimmer noch: Informationen über das Wirtschaftsleben wurden den Schülern fast nicht vermittelt. Wie „funktioniert“ ein Unternehmen? Wie werden Arbeitsplätze geschaffen? Wie setzen sich Löhne und Gehälter zusammen (Brutto- und Nettolohn, Versicherungsanteile etc; Tarifverhandlungen)? Steueraufkommen und –verteilung; welche Bevölkerungsgruppe zahlt wieviel Steuern, wie sieht es in einem Unternehmen aus, Umsatzrendite, Gewinn und Verlust; Chancen und Risiken der Automatisierung, etc.- Fehlanzeige auf der ganzen Linie! Wir wurden nach 13 Schuljahren als wirtschaftliche Analphabeten „ins Leben entlassen“. Den Lehrern konnte es gleichgültig sein, ob und wie die Wirtschaft funktioniert- das A13-Studienrat-Gehalt kommt ja per Überweisung aufs Konto.
Non vitae, sed scholae discimus!

Sie hat es in der Hand, welche Inhalte gelehrt werden, Kindern, die sich nicht wehren können, weil bereits ihre Eltern auf diese Weise hirngewaschen sind. Demzufolge ist überall zu hören, welche fatale Prägung stattgefunden hat.
Daß dies in Europa und besonders in Deutschland so einfach zu bewerkstelligen ist, könnte - auch - daran liegen, daß die historische Kleinstaaterei mit der entsprechenden Vielzahl von genußwilligen Herrschern seit jeher ihre Untertanen das sein ließ, was allein ihnen frommte, nämlich willfährige, in sich selbst gefangene, fast autistische Jasager und Duckmäuser.
Zwar folgten Aufklärung, Revolution und das Wahlrecht mit der Demokratie. Jedoch blieben es Worte, mit denen man bei entsprechender Gechicklichkeit dasselbe erreichen kann, wie mit dem Procedere, welches die Potentaten einst an den Tag legten.
Hat der Untertan nie gelernt, sich auf sich selbst zu verlassen, selber zu denken und zu verantworten, nimmt man ihm all die Werte, für die er einst gekämpft haben mag.
Auf diese Weise den Untertan in sozialer Abhängigkeit leben zu lassen, ist das natürliche Interesse derer, die ohne zumeist jemals irgendetwas anderes getan oder angestrebt zu haben von diesem "Stimmvieh" profitieren.

Wem will der Autor hier das Wort reden? Wahrscheinlich dem Kapitalismus! Dass der Mensch aber durch diesen Kapitalismus mit Raubzügen von Heuschrecken und Gierlappen nur noch als verslavtes Werkzeug in der Bilanz verbucht wird, hat er leider immer noch nicht gerafft. Was wir sehen sind: Um ihre Ersparnisse und Pansionen geprellte Bürger. Milliardenschwere Pleiten, jetzt weltweite Bankenkrisen. Ein Millionenheer von nichtkrankenversicherten, joblosen Bürgern, die auf der untersten Stufe der amerikanischen Gesellschaft als namenlose Masse nach deren skrupelloser Ausbeutung schlichtweg abgehakt und die Volksresourcen in mörderischen Rüstungsprojekten verschleudert werden, um immer noch - selbst nach dem Ende des Kalten Krieges - nach der globalen Weltherrschaft zu streben. Das kann nicht das Ziel einer sozialen humanistischen Gesellschaft sein. Es nützt einem demokratischen Zusammenleben wenig, wenn der Reichtum dieser Welt nur zehn Prozent der Bevölkerung gehört! Das schafft - wie wir sehen - nur Aufstand, Verbrechen und Krieg! Unkontrollierte Wirtschaft führt automatisch zu Raffgier und Ausbeutung. Deswegen ist es vollkommen richtig, dass über diese Ekzesse in Schulbüchern berichtet wird!

Auf Landesebene ist die Regierung beweglicher als auf Bundesebene. Das ist wie mit dem öffentlich rechtlichen Rundfunk- die Parteifarbe kommt aus dem Lautsprecher.
Ist doch ideal Kinder schon zu Sozialisten konditionieren. Dazu noch Multikulti propagieren und wir werden alle bessere Deutsche.
Gelle

Entweder die (westliche) Welt wird lernen und akzeptieren, daß nur in einer dienenden Rolle - als Mittel zum Zweck eines reicheren und leichteren Lebens - die Marktwirtschaft, eben als soziale, überleben kann, oder wir Europäer werden an der Habgier des Anarcho-Kapitalismus zeitgenössisch-amerikanischer Provenienz zugrundegehen, so wie die USA in einer sehr nahen Zukunft.

Zurecht wurden hier die Schulbücher angesprochen. Gute Schulbücher habe ich in meiner Schulzeit in Naturwissenschaften, Mathematik und Latein kennen gelernt.
Gute Lehrer überkommen diese missliche Situation, indem Sie weitere Quellen mit einbringen: Zeitungsartikel, Studien etc. Am besten aus jedweder politischer Coleur. Zudem kann dann noch diskutiert werden, inwieweit diese Dokumente eine bestimmte Zielrichtung haben. Damit wird gefördert, dass sich Schüler eine eigene Meinung bilden können. Wenn dann noch dieser Lehrer (auch wenn er vielleicht privat links steht) andere politische Meinungen respektiert, kann fair diskutiert werden. Ich habe solche Lehrer erlebt und bin Ihnen dafür sehr dankbar.
Das hat mich dann bei verbohrteren Lehrern zumindest ein wenig gelassener gemacht, die einem nur Angst vor der "bösen" Wirtschaft machen wollten.
Eine positive Neugier Wirtschaft gegenüber kann allerdings nur aus der Mitte der Gesellschaft kommen. Ein Blick auf arbeitgebernahe Verbände hilft da nicht weiter. Ich persönlich glaube, dass sich die Gesellschaft schneller weiter entwickelt, als es "Interessenvertreter" wahrhaben (wollen).
Die Schulbücher stehen wohl am Ende dieser Kette.
Mit freundlichen Grüssen
Alexander Dem

Da ist Ihrer Zeitung wohl ein kleiner Lapsus in der Artikel-Planung unterlaufen! Ich würde den Schreiber für den - mit Ihrer Hilfe auszulobenden - Deutschen Nokia-Preis vorschlagen.

Diesen Eindruck bekomme ich (natürlich leicht überspitzt), wenn ich solche Artikel lese. Der Autor sollte sich mal Gedanken machen, woher diese wachsende Skepsis bei den meisten Menschen kommt. Dieser oberlehrerhafte Unterton in diesem Artikel nach dem Motto „Die dummen Menschen sehen das alles nur völlig falsch“ ist schon beachtlich. In der alten DDR ist den Menschen auch von einigen wenigen gesagt worden, wie sie die Welt zu sehen haben.
Es geht den meisten Menschen gar nicht darum, die Idee eines Marktes oder Unternehmertums zu verdammen. Die häufige Wut bezieht sich nicht auf diese Idee grundsätzlich sondern um einige Entwicklungen, die im Namen dieser Idee zunehmend missbraucht werden.
Eine gut funktionierende Wirtschaftsordnung hat es gar nicht nötig, sich selbst zu rechtfertigen. Woher kommt dann diese zunehmende, fast schon ideologisierende Beschwörung unserer eigenen Wirtschaftsordnung? Ich will hier keine Zustände wie in der alten DDR – egal ob das Glaubensbekenntnis Sozialismus oder freie Marktwirtschaft heißt.

Kleiner Selbständiger - was nun? In einer Welt des Korporatismus, wo natürlich auch Schulbücher vom Geist des Angestellt-Seins durchdrungen sind, hast du keine Fürsprecher. Den großen Konzernen, die korporatistische Strukturen (inclusive staatlicher) geradesogut nutzen, wie die dahingegangene sozialistische Staatswirtschaft, kann's egal sein: sie leben von dem vollendeten Konformismus der Bedürfnisse, die sie selbst und die auf den Konformismus "sozialer Gerechtigkeit" fixierten Schulen und Medien erschaffen. Es geht jedenfalls nur um das Zufriedenstellen von Habsucht und Machtgier. Die Dynamik funktioniert - noch eine Weile.
In den nächsten Scherbenhaufen werden dann wieder Einfallsreichtum, selbständiges Handeln, Verantwortungsbewusstsein für die Mitmenschen und unternehmerische Risikobereitschaft gefragt sein. Die Schulbücher fragen ja auch jeden Tag, wieso der "chinesische Kapitalismus" so unglaublich erfolgreich davonstürmt.
Zusammenhänge von Wirtschaft und Demokratie (auch Demokratie in der Wirtschaft) sind in Schulen und Medien kein Thema.

Schulbücher und Lehrpläne schön und gut, aber haben nicht auch die lehrenden einen großen Einfluss darauf, was bei den Schülern wirklich hängen bleibt?
Kann man nicht unterstellen, dass auch die Lehrer in diesem Land wohl eher selten Freunde von Kapitalismus, freier Marktwirtschaft, Selbstständigkeit und Globalisierung sind?
Müßte dann nicht der Wirtschaftsunterrricht nicht lieber von Menschen aus der freien Wirtschaft gehalten werden, um Parität zu sichern?

Die Schule scheint mir zunehmend im Kleinen als das wahrgenommen zu werden, als das man den Staat im Großen wahrnimmt: Als quasiallmächtige Instanz, die alles wieder ins Lot bringt. Sie soll Erziehungs- und Sprachdefizite ausgleichen, die sozialen Unterschiede nivellieren und dazu noch demokratische Musterbürger hervorbringen. Ach ja und eine umfassende Bildung soll sie auch vermitteln, natürlich Praxis bezogen und lebensnah. Überfrachtet man da die Schule nicht etwas? Die liebe Wirtschaft versucht bekanntlich die Berufsausbildung in die Schulen auszulagern, in einigen Bundesländern (wie Bayern) werden die Kinder tatsächlich mit BWL und VWL als Schulfächern gequält.
Es mag ja sein, dass ein positives Verhältnis zur freien Marktwirtschaft von gewissen Kreisen gewünscht wird. Aber in der Schule sollten andere Dinge wichtig sein; es wäre schon viel erreicht, wenn dort eine umfassende persönliche und politische Bildung vermittelt werden würde.

Nach einigen Minuten habe ich den Artikel nicht mehr weitergelesen - als der Autor sinngemäß meinte, in deutschen Schulbüchern würde plump über Zusammenhänge berichtet. Ich würde das nicht prinzipiell in Abrede stellen, fand es aber anmaßend, da der Autor selbst vor plumper Schwarz-weiß-Malerei wahrscheinlich sogar die Scheuklappen auf die Augen setzte.
Ich hoffe, dass diese Zeitung nicht auch noch Honorar für diesen Artikel bezahlen mußte, sondern den Platz vermietet hat: Ich gehe davon aus, dass der Autor ausreichend entschädigt wurde durch die Lancierung dieses Artikels - vom Arbeitgeberverband oder ähnlichen Organisationen
befürchtet
sagbar

Natürlich mag es antikapitalistische Stellen in dt. Schulbüchern geben. Nur: Alle diese Stellen zusammenzuklauben und eine Theorie daraus zu basteln erscheint mir doch weit hergeholt. Aufgrund geschichtlicher Erfahrungen besteht durchaus Notwendigkeit, den Schülern zu erklären, warum es Weber-Aufstände gab und wie es zum Schwarzen Freitag kommen konnte.
Es ist Fakt, das die Marktwirtschaft hierzulande als das endgültig im Wettstreit der Systeme hervorgegangene, effektivste Modell verkauft wird. Zu diesem gäbe es keine Alternative mehr, da die Planwirtschaft versagt hat. Friedman und Keynes sind die Ikonen, spätestens im Studium gelten Mankiw's marktbefürwortende Bücher als das Standardwerk für Einsteiger.

Werter Herr Theil,
Sie versuchen ein 'System' schönzurechen, welches seit JAHRZEHNTEN -- obgleich es ja einen 'stetigen Anstieg des Wohlstandes' verursachen soll, angeblich -- täglich an die 100.000 Menschen verhungern läßt! Ich erspare mir meine Ausführung hierzu und zitiere:
"Die extreme Folge des herrschenden Systems ist der Mord-der Mord an 100.000 Menschen pro Tag, an 36,5 Millionen pro Jahr. Sie sterben an Hunger oder sessen unmittelbaren Folgen, wie der Welternährungsbericht der UNO von 2005 belegt. Und dies, obwohl die Weltwirtschaft schon heute – ohne Gentechnik – problemlos zwölf Milliarden Menschen ernähren könnte, wie der selbe Bericht feststellt. Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet." (Jean Ziegler)"
Zur gleichen Zeit sind skrupellose 60jährige 'Männer' gezwungen, auf ihren Yachten mit einem Dutzend barbusigen 20jährigen auf dem Mittelmehr zu 'cruisen'.
Ein 'System', dessen Apologeten (e.g. Hans-Werner Sinn) sich zu ihrer Pseudowissenschaft (Wirtschafts'wissenschaft') bereits im Vorwort ihrer eigenen 'Werke' logisch widersprechen.
Das System, aufgrund dessen heute und seit langer Zeit permanent hunderte Kriege auf dem Erdball toben.
Endlich machen deutsche Schulen mal was richtig! Gute Nacht!

Ich bin seit rund 15 Jahren selbstständiger Informatiker und sicherlich mehr als einmal mit Projekten gescheitert. In Kundenprojekten bin ich so manches Mal auf Festangestellte gestoßen, denen jede Beziehung zum wirtschaftlichen Projekterfolg abging. Das betrifft nicht nur den "kleinen Mann", sondern durchaus auch höchste Manager. Mich wundert das also nicht.
Während ich bei einer relativ kleinen Fehlentscheidung gleich mein Unternehmen dicht machen oder mit (durchaus häufiger) Nacht- und Wochenendarbeit versuchen kann, meine Fehler auszubügeln, hat eine Fehlentscheidung für sie praktisch keine Folgen. Der Arbeitsplatz hängt an Sozialauswahl und ähnlichem, nicht etwa am Verursacher des Problems. Selbst wenn der Arbeitsplatz in seltenen Fällen verloren geht, einigt man sich auf beschönigende Zeugnisse und Abfindungen. Im worst case bezieht man halt Geld von der Arbeitsagentur. In Zeiten annähernder Vollbeschäftigung in bestimmten Branchen ist sowieso sekundär, was man für Schaden anrichtet.
Solange echtes Risiko nicht belohnt und Fehlentscheidungen ernsthaft bestraft werden, werden nur wenige Überzeugungstäter ein Unternehmen betreiben. Viel schlimmer ist aber, dass auch Angestellte erst dann unternehmerisch handeln werden.

Ich bin zwar vor 8 Jahren von der Schule abgegange, aber ich kann das Berichtete nur bestätigen. In unseren Gemeinschaftskundeunterricht wurden keine erfolgreichen Unternehmer eingeladen, wohl aber ein hyperpolemischer Gewerkschafter und eine Dame vom Entwicklungsministerium. Unterm Strich stand dann am Ende, dass technischer Fortschritt und Automation Arbeitsplätze vernichtet und unser Übel ist. Im Rückblick sehr traurig. Wenn also über unser Schulsystem und seine Modernisierung gesprochen wird, dann bitte auch über die Lehrpläne und Lehrbücher. Und über die Lehrerausbidlung bzw. ob es nicht auch an unserem Bild und Verständnis von Lehreren liegt, dass sich offenbar überproportional viele verkappte Marxisten von diesem Beruf angesprochen fühlen.

...lässt sich am Abend der rot/grünen Umerziehung mit einem Satz erklären: Strom kommt aus der Steckdose und Geld vom Amt. Wahrheiten sind sowohl einfach wie bitter.

Stellt man sich dann noch vor, daß nach dieser Indoktrination Jugendliche Politikwissenschaft oder Jura studieren, um danach sofort in die Politik zu gehen, wird klar, warum unsere Volksvertreter die Rahmenbedingungen eher in Richtung Arbeitsplatzvernichtung denn Wachstum und Zukunftsfähigkeit entwickeln.

Als Abiturient, der noch in den Genuss von 13 Jahre Schule kam (bevor eine breite Interessensfront von beamteten Lehrern uns Schülern einredete, warum Sammstag ohne Schule und 12 Jahre besser seien), kann ich die Grundaussage dieses Artikels nur unterstreichen.
In der Masse sind die angehenden Lehrer verschulte Abuturienten, die selbst durch 68´er geprägt, nie das Wirtschaftsleben (außer ev, i.d. Semesterferien am Band, sofern nicht aus einem gutbürgerlich/ situiertem Haushalt stammend) kennen gelernt haben.
Selbst Lehrer an Berufsschulen in den Fächern BWL und VWL diskutieren lieber die jüngsten gesellschaftspolitischen Diskussionen auf Bundesebene, als sich mit den harten Fakten, Chancen und Berufsbildern einer glaobalisierenden Wirtschaft zu befassen (so bei meiner kleinen Schwester verfolgt).
Neid, Unwissenheit und Desinteresse prägen unsere Lehrerschaft angesichts meist besser verdienenden ehemahligen Kommilitonen der BWL und VWL und ihrer Tätigkeitsbereiche.
In Frankreich ist es noch schlimmer, ein schwacher Trost!
Deutschland, Du wirst Dich noch umgucken!