07. April 2004 Die meisten der Staaten, die am 1. Mai der EU beitreten werden, versprechen sich von ihrer Mitgliedschaft viel: Sicherheit, die aus der Überwindung der alten Teilung des Kontinents erwächst; wirtschaftlichen Fortschritt, der aus den Vorteilen des Binnenmarkts und einer europäischen Arbeitsteilung kommt; soziale und gesellschaftliche Modernisierung, die während des Kommunismus politisch erzwungene Deformationen überwindet.
Auch bei früheren Erweiterungsrunden war ein Hauptmotiv der Beitrittsländer das "Aufholen". Die Erfahrungen von Irland, Griechenland und Portugal, die Christian Schubert, Michael Martens und Michael Psotta hier beschreiben, legen die Vermutung nahe, daß von dem Beitritt eine ungeheure Dynamik ausgeht.
Diese Länder, an der Peripherie gelegen, haben auch dank der europäischen Fördermittel einen beispiellosen Aufschwung erlebt. Insbesondere Irland ist eine Erfolgsgeschichte. Der "keltische Tiger" hatte in den vergangenen Jahren Wachstumsraten aufzuweisen, von denen andere nur träumen können. Aber auch Portugal und Griechenland haben den Abstand zu den Ländern der "alten" Gemeinschaft verringert, selbst wenn sie noch immer zu den ärmeren Ländern gehören.
Nicht zuletzt diese Aussicht auf Wohlstand ist es, welche die sieben ost- und mitteleuropäischen Kandidaten sowie Slowenien, Zypern und Malta alles daran hat setzen lassen, die Beitrittsvoraussetzungen zu erfüllen. Für Iren, Portugiesen und Griechen hat sich die Sache in vielerlei Hinsicht gelohnt, aber nicht nur für sie.
Text: K.F., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.03.2004. S. 6
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