Ärztetag

Mehr Geld für Kliniken und Ärzte

Zusätzliche Honorare für Kassenärzte, frisches Geld für die Krankenhäuser: Das hat Gesundheitsministerin Ulla Schmidt beim Ärztetag in Aussicht gestellt - und dafür dennoch keinen übermäßigen Jubel erhalten. Ärztepräsident Hoppe machte deutlich, dass er die Versprechen für überfällig hält. Von Andreas Mihm

Lesermeinungen zum Beitrag

20. Mai 2008 22:53

Globalbudget ....

Hendrik Fischbach (cujo1303)

heißt der Teufel und ich bin jedesmal entsetzt, wie wenig Sachverstand die politischen Journalisten für diesen einfachen Zusammenhang mitbringen. Wenn die Gesamtausgaben vom Gesetzgeber im voraus willkürlich und unabhängig von tatsächlicher Erfordernis/Nachfrage festgelegt werden, spielt es keine Rolle, ob eine Leistung tariflich besser bewertet wird - der Arzt bekommt ja schon heute nicht das vertraglich vereinbarte Honorar für seine Leistung ausgezahlt. Eine Anhebung der Einzelvergütung bewirkt nur ein früheres Greifen von Budgets und den sogenannten Honorarverteilungsmaßstäben. Dazu kommen 2009 die Kosten für den Gesundheitsfond - die neue Monsterbehörde, die ebenfalls aus den Beitragseinnahmen bezahlt werden soll und somit weitere Mittel für Verwaltung bindet anstatt sie für Heilmittel oder Therapien zu nutzen. Ich wünschte mir, wir könnten den Politikern einfach ein Globalbudget verordnen. Dazu kürzten wir Ihnen drastisch die Honorare (30-40%) und realisierten ein paar zusätzliche Wirtschaftlichkeitsreserven dadurch, dass wir die 1989 versprochene Reduzierung der Zahl der Abgeordneten durchführten. Da dies alles dem übergeordneten Ziel "ausgeglichener Haushalt" diente, käme dann nicht mal das BSG zur Hilfe!

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20. Mai 2008 17:15

Anstiftung zu einer Straftat

Thomas Frieling (TFrieling)

Herr Rabe schlägt vor, anderen Geld wegzunehmen - das ist hierzulande strafbar. Als Grund gibt er vor, Leuten, die dazu angeblich nicht selbst in der Lage sind die ärztliche Behandlung zu bezahlen. Die Kosten dafür sind zuletzt in die Höhe gegangen, unter anderem weil ein enormer Verwaltungsapparat von hunderten öffentlich rechtlicher Anstalten, auch "Kassen" genannt, bei Geldbedarf nur die Rechnungsbeträge anpassen müssen. Das Fortbestehen dieser öffentlich-rechtlichen "Kassen" ist ihm, ebenso wie der angeblich zuständigen Ministerin, wichtiger als eine echte Kostensenkung. Denn Geld ist ja da, man muß es nur holen. Für Minister gilt das Strafrecht nicht, TF

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20. Mai 2008 16:49

Alles nur heiße Luft

Franz-Josef Wilde (drfjwilde)

... was die Politik da verspricht. 1988 wurde die Gebührenordnung für Zahnärzte erlassen mit der Einführung eines Punktwertes. Der sollte immer schön angepasst werden. Was ist passiert? Nix. Die Honorare für zahnmedizinische Leistungen sind seit 20 Jahren dieselben. Alle Interventionen zum Trotz. Das Sagen hat das BMG. Nun soll es seit ein paar Jahren was werden. Wer beschreibt denn die Leistungen? Das BMG und das zugeschnitten auf Beihilfe und dem Wunsch nach einer gleichen Bewertung von GKV und PKV (gleiche Leistung - gleiches Honorar - Blindarm = Blindarm). Geldentwertung seit 1988: über 50%, aber eine Steigerung der Honorare um diesen eigentlich einzufordernden Betrag ist natürlich nicht vermittelbar. Als nächsten ist die GOÄ (also für Ärzte) dran und vorsicht Ärzte: Euch erwartet selbiges! Mehr Geld - dass ich nicht lache! Was ist mit den weiteren Strangulierungen, die ja zur schleichenden Rationierung führen (z.B. Arzneimittelbereich), ob Ministerin das nun wahr haben will oder nicht.

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20. Mai 2008 16:34

Bundesgesundheitsministerin im Paralleluniversum

Stephan Falk (Pathosurfer)

Wenn Ulla Schmidt behauptet, daß jeder Patient in Deutschland heute das an Versorgung bekomme, was medizinisch notwendig sei, dann kann man nur fortgeschrittenen Realitätsverlust diagnostizieren oder eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit konstatieren.Für die Rationierung in Klinik und Praxis sorgen der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) und die Praxis- und Arzneimittelbudgets der Ärzte: gemeinsames Resultat dieser Institutionen: willkürliche Nicht-Vergütung der Kliniken bzw. persönlicher Regress des Arztes bei angeblich nicht erorderlichen med. Maßnahmen bzw. Überschreiten fiktiv ermittelter Ausgaben für den Patienten ! Hoffentlich merkt die Öffentlichkeit, was hier im Namen der Kostendämpfung wirklich geschieht !

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20. Mai 2008 16:04

Beide haben recht - Man sollte das Geld dort beschaffen wo es sich sammelt

Paul Rabe (heidelpaul)

Sowohl die Ärzte als auch Ulla Schmitt haben Recht. Natürlich hatten wir schon immer eine 'Staatsmedizin' schließlich hat der deutsche Staat schon immer und unter allen Regierungen per Gewaltmonopol die Beiträge für das Gesundheitswesen zwangsweise bei den Lohnempfängern eingetrieben. Und natürlich hat auch Ulla Schmidt recht wenn sie sagt, daß das medizinische System in Zukunft nicht mehr nur aus der Solidarität der Lohnempfänger untereinander finanzierbar ist. Das liegt schlicht und einfach daran, daß jeder Mensch die gleichen (und damit auch gleich-teuren) Krankheiten bekommt, aber in Deutschland Vermögen und Einkommen bei Lohnempfängern relativ zum Gesamtvolkseinkommen immer mehr sinken. Wer als Einkommensquelle statt 'Lohn' z.B. 'Erbschaft' hat (das sind viele Milliarden Euro für Bundesbürger jedes Jahr) der wird vom Staat, im Gegensatz zum Lohnempfänger, nicht per staatlicher Gewalt dazu gezwungen sich an dem solidarischen Gesundheitssystem zu beteiligen, obwohl er dazu die Mittel hätte. Das kann auf Dauer nicht funktionieren. Schmidt und die Ärzte sollten also am selben Strang ziehen und dort das Geld holen wo es auch ist und sich sammelt: Bei den riesigen Steuer- und Sozialversicherungsfreien Vermögens-Transfers

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