Wütende Studenten demonstrieren in Jakarta gegen den Abbau von Benzin-Subventionen

Öl- und Lebensmittelpreise

Asiatische Staaten in der Subventionsspirale

Unter Protesten ihrer Bevölkerung erhöhen viele asiatische Staaten die Treibstoffpreise, indem sie Subventionen abbauen. Daraus zu schließen, Asien wende sich von seiner Politik der Preisstützungen ab, führt allerdings in die Irre. Von Christoph Hein, Singapur

Lesermeinungen zum Beitrag

29. Juni 2008 07:17

Paradebeispiel für ökonomischen Unfug

Reinhart Gruhn (rgruhn)

Die in asiatischen "Tigerstaaten" verbreitete Sitte, Energie und Lebensmittel zu subventionieren, kommt nun wie ein Bumerang auf die dortigen Regierungen zurück. Gut Gemeintes führt zu brisanten Marktverzerrungen und neuen Verschuldungen, damit zu langfristigen wirtschaftlichen Störungen. Ökonomischer Unsinn hat sich noch nie ausgezahlt. Das sollten wir auch hierzulande wissen und beherzigen - und nicht in dieselbe Subventionsfalle stolpern, auch wennn es so schön populistisch ist.

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29. Juni 2008 00:53

Einig in der Kurzsicht: Asien und Europa

Harry LeRoy (Cimon)

Eigentlich ist es merkwürdig, dass gerade die eher autoritären Regierungen Asiens heute so sehr Rücksicht nehmen auf die soziale Stabilität und die Bedürfnisse ihrer Völker, Mao hatte dies einst nicht gekümmert als er die Landwirtschaft kollektivieren ließ oder sein „Industrialisierungsprogramm“ durchführte; allerdings hat diese neue Volksfreundlichkeit keinen langfristigen Nutzen, denn anstatt die Möglichkeit wahrzunehmen, gerade in China, dem Volk das Auto als Fortbewegungsmittel zu verleiden, was vorteilhaft für den Umweltschutz und den Rohstoffverbrauch wäre, fördern die Subventionen auf Treibstoff die Zunahme der Autos; was zwar Volkswagen freut, aber nicht die Smog geplagten Städte, den Treibhauseffekt und nicht zuletzt die Handelsbilanz. Ähnlich könnte auch Europa hier einiges tun, wenn man Autofahren und Flüge deutlich verteuert und dafür das Schienennetz ausbaut und verbilligt, da die Züge mit Strom aus Kernkraft, Kohle und neuen Energieträgern betrieben werden können. Eine Politik, die vor einigen Jahrzehnten der Umweltverschmutzung und der außenwirtschaftlichen Abhängigkeit erheblich vorbeugen gekonnt hätte.

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28. Juni 2008 23:51

Falsch gelesene Statistik

Tobias Geisen (zaktb)

Der Autor scheint die im Artikel erwähnte Statistik von Lehmann Brothers falsch interpretiert zu haben. Der Benzinpreis in Hongkong liegt bei 1,9 USD und bei 1,5 USD in Singapur. Der Staat wird das sicherlich nicht nochmal das gleiche dazu geben, sondern im Gegenteil gut, aber nicht so gut wie in Europa daran verdienen.

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