10. Juni 2005 Die EU und China haben ihren schweren Handelskonflikt über Textilien gütlich beigelegt. EU-Handelskommissar Peter Mandelson erzielte bei Verhandlungen in Schanghai eine Übergangslösung bis Ende 2008, die die Exportschwemme chinesischer Textilien in die EU eindämmen soll. Das teilte die Kommission am Freitag in Brüssel mit.
Mandelson nannte den Kompromiß gut für europäische Textil-Produzenten und Händler, die sich nun auf das Angebot des asiatischen Konkurrenten einstellen könnten. Ich habe es immer bevorzugt, mit China ein Abkommen zu suchen, das unsere strategische Partnerschaft und unser gegenseitiges Interesse an starken Handelsbeziehungen widerspiegelt, sagte Mandelson. Die Übereinkunft sei gegenüber China fair.
Förmliche Verhandlungen über T-Shirts
Der Konflikt war zuletzt eskaliert. China hatte die Ausfuhrzölle für 81 Produktkategorien aufgehoben. Zuvor hatte die EU förmliche Verhandlungen über T-Shirts und Leinengarn beantragt. Die Kommission stand unter Druck von Frankreich, Spanien, Italien und anderer südlicher EU-Länder, die unter den stark gestiegenen China-Exporten leiden. Die sehr spezialisierte deutsche Branche verlangte keine Schutzmaßnahmen.
Die Kommission hatte Ende April Ermittlungen zu neun Produktkategorien aufgenommen, zu denen auch T-Shirts und das Garn gehören. Die Einfuhren von chinesischen T-Shirts stiegen in den ersten Monaten 2005 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 187 Prozent, die von Leinengarn um 56 Prozent.
Bei Chinas Beitritt zur WTO 2001 war vereinbart worden, daß WTO-Mitglieder bis Ende 2008 jedes Jahr die Einfuhr chinesischer Textilien beschränken dürfen, wenn die Importe die heimischen Märkte durcheinander bringen. Die bisherigen Einfuhrquoten waren zu Jahresbeginn aufgehoben worden.
Bildmaterial: AP, REUTERS
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