
doll, was für enorme Fortschritte die Bahn macht. Wenn jetzt auch die Politik mit diesen Fortschritten Schritt halten würde, und endlich den letzen Schrift der vor 14 Jahren begonnenen Privatisierung abschließen würde, dann könnten wir und die Umwelt noch mehr von ähnlichen positiven Verbesserungen der Bahn profitieren.
Ohne Privatisierung müssten wir noch heute in dreckigen langsamen ruckeliegen Staats-Bummelzügen durch Deutschland schleichen.

Der Erfolg des Hochgeschwindigkeitszugs "Thalys" zwischen Paris und Brüssel (gut 300 km, Fahrtzeit 1h22) hat dazu geführt, daß diese Verbindung in den Flugplänen seit einiger Zeit praktisch nicht mehr auftaucht (SN hat noch 1 Hin-Rückflug morgens früh von Paris, AF nichts). Bislang habe ich niemanden getroffen, der diese Entwicklung bedauert hätte.
Stattdessen sind die im 30-Minuten-Takt fahrenden Züge voll (in beiden Richtungen) und es gibt im Bahnhof Brüssel-Midi einen Air France Schalter zum Einchecken von Gepäck für Flüge ab Paris-Charles-De-Gaulle.
Die Überlegenheit einer solchen Bahnverbindung im Vergleich zum Flugzeug oder dem PKW ist offensichtlich. Zweiflern empfehle ich, diese Verbindung einfach mal zu benutzen.
Schade, daß die Verbindung Brüssel-Köln (Teil des Projektes "Paris-Brüssel-Köln-Amsterdam-London") nicht durchgängig Hochgeschwindigkeit erlaubt.
Traurig, daß die Ursache dafür die nicht hochgeschwindigkeitsfähige deutsche Strecke ist.

Flugverbindungen haben auf der Strecke Innenstadt Frankfurt - Köln, Innenstadt die schlechtere Anbindung. Kommt man aber z.B. aus dem südlichen Rhein-Maingebiet (z.b. Neu Isenburg) und will nach Köln, bricht die Bahn blitzschnell ein, den die Anfahrtswege dominieren bei Kurzstreckenflügen die Reisezeit. Selbst aus dem Raum Rosenheim braucht man mit dem Flugzeug nach Bremen inclusive Anreise und Wartezeit in München nur ca. 3 Stunden zu rechnen. Mit der Bahn ist man ca. 8 Stunden unterwegs.
Die Entwicklung neuartiger, umweltverträglicherer Flugzeuge wird die Bahn schnell noch älter aussehen lassen als sie es schon ist, denn zukünftige Verbindungen gehen von europäischer Regionalstadt zu europäischer Regionalanbindung und von dort nahezu ohne Halt nach draußen. Ohne effizientere Systeme wie z.B. Transrapid verkommt die Bahn bis 2030 zum subventionierten Frachtsystem ohne die Flexibilität des klassischen LKW-Verkehrs oder des Pkw. Vermutlich ist es auch hierfür dank nostagischer Bahnmanager und Politiker zu spät
Vielleicht sollte sich die Bahn ein paar Flugzeuge zulegen so wie die Lufthansa bereits in den 80-ziger Jahren die Strecke Frankfurt - Köln auf der Rheinstrecke mit Sonderzügen bediente.

Sie haben schon Recht, die Zugstrecken wurden subventioniert und der Zugverkehr wird es auch in Zukunft werden. Zu behaupten, der Flugverkehr käme aber ohne öffentlichen Beistand aus und würde sich vollkommen selbst tragen, ist aber falsch. Wer zahlt denn dafür, dass Flughäfen in die Pampa gestellt werden? Wer zahlt die teuren Start- und Landebahnen? Auch da mischt der Steuerzahler kräftig mit, und viele Landespolitiker loben die Zuschüsse an Regionalflughäfen als tolle Leistugen für die örtliche Infrastruktur und die Wettbewerbsfähigkeit von ganzen Landstrichen.
Wer meint, mit den Flughafengebühren und Steuern sei alles gezahlt rund ums Fliegen, der irrt. Ich will keineswegs behaupten, der Flieger sei ab einer gewissen Distanz nicht effizienter als die Bahn, aber faire Argumente auf beiden Seiten müssen dennoch gesagt werden.
In eine "Kostenwahrheit" müsste auch die faktische Steuerfreiheit von Kerosin eingehen, während die Bahn beim Diesel oder der Autofahrer 60% der Kraftstoffkosten als Steuern gezahlt werden. Und auch Strom hat einen hohen Steueranteil...

...die Bahntrasse Frankfurt - Köln hat den Steuerzahler rund 5 Mrd. gekostet. Und Jahre der Erstellung. Jeder arbeitsfähige Bundesbürger hat damit -ob er will oder nicht- rund 120,- für diese Strecke bezahlt. Ob sie sich je rechnen wird ist völlig offen. Tut sie es nicht: Pech gehabt, die Gleise bleiben.
Rechnet sich eine Flugverbindung nicht wird sie von heute auf morgen umgestellt. Daher wird die Bahn schon auf mittleren Distanzen nie mit dem Flugzeug konkurrieren können.
Die ökologische Bilanz dürfte ebenfalls ernüchternd sein: Nicht nur die Megawattstunden an Elektrizität für den Betrieb gilt es zu berücksichtigen sondern auch die tausenden von Tonnen Diesel zu Erstellung der Bahntrasse.
Dieser Unflexibilität wird die Luftfahrt schon auf mittleren Distanzen immer voraus sein.
Die Bahn sollte sich daher mit einem anderen Verkehrsmittel auf Augenhöhe messen: dem Auto bzw. dem Strassenbau. Aber das ist im Autoland Deutschland je ein besonders heikles Thema...