Dubai

Keine Staatsgarantie für Dubai World

Der Staat will mit dem Staatskonzern nichts zu tun haben: Dubai lässt Dubai World allein

Der Staat will mit dem Staatskonzern nichts zu tun haben: Dubai lässt Dubai World allein

30. November 2009 Die Regierung von Dubai hat bekräftigt, dass die Schulden des Staatskonzerns Dubai World nicht durch den Staat garantiert sind. Der Finanzminister des Emirats, Abdurrahman al Saleh, sagte am Montag nach der Schließung der Börsen in Dubai und Abu Dhabi dem lokalen Fernsehen, Dubai World sei kein Teil der Regierung.

Die Gläubiger müssten selbst die Verantwortung für die Mittel übernehmen, die sie Dubai World gegeben hätten. Die Regierung habe Dubai World unter der Prämisse gegründet, dass das Unternehmen auf der Grundlage der Wirtschaftlichkeit seiner Projekte fremde Mittel aufnehme. Er forderte die Gläubiger auf, ihren Teil zur Sanierung von Dubai World beizusteuern.

Ausschließlich in Staatsbesitz

Dubai World ist ausschließlich im Besitz des Staats Dubai. Seine Verbindlichkeiten werden auf 59 Milliarden Dollar geschätzt. Viele Gläubiger hatten darauf gesetzt, dass die Verbindlichkeiten durch das Emirat garantiert seien – selbst wenn die Verträge, die sie unterzeichnet hatten, dies ausdrücklich ausschlossen. Die Regierung des Emirats vertritt die Auffassung, die Unternehmen agierten als selbständige wirtschaftliche Einheiten. Da die Grenzen zwischen Staat und Privatwirtschaft fließend sind, rechneten viele dennoch mit einer Staatsgarantie.

Die Börse in Abu Dhabi schloss am Montag mit einem Minus von 8,3 Prozent, nachdem sie vier Tage lang wegen eines Feiertags geschlossen war, und die Börse in Dubai mit einem Minus von 7,3 Prozent. Der Kurs von Dubai World gab sogar um 15 Prozent nach. Die Rückgänge waren erwartet worden, offenbar zogen vor allem ausländische Anleger ihr Geld ab. Nach der Ankündigung von Saleh rechnen Beobachter nun mit weiteren Rückgängen. Um ein Übergreifen auf die Banken zu verhindern, stellte die Zentralbank der Emirate einen Fonds auf, der die Banken mit frischer Liquidität zu versorgt.

Text: Her./F.A.Z.
Bildmaterial: REUTERS

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