Privatisierung

Bahn gegen Volksaktien-Modell

Die Diskussion um die Privatisierung der Bahn geht weiter

Die Diskussion um die Privatisierung der Bahn geht weiter

13. September 2007 Die Deutsche Bahn warnt vor einem erhöhten Renditedruck für den Konzern, falls Pläne für eine Volksaktie realisiert werden. „Das ist alles vom Konstrukt her völlig unausgegoren“, kritisierte Finanzvorstand Diethelm Sack am Donnerstag in Berlin. Während ein normaler Investor eine Dividende von drei bis vier Prozent erwarte, sehe die Volksaktie eine Garantiedividende von fünf Prozent vor. Hinzu komme, dass die Bahn zusätzlich den achtfachen Betrag in der Kapitalrücklage fließen lassen müsse. Damit müsse für die Volksaktie eine Rendite von insgesamt zehn Prozent erwirtschaftet werden. „Das erhöht den Renditedruck“, sagte Sack. Abgesehen davon seien bei dem Volksaktienmodell noch viele Fragen ungeklärt.

Kein Wunschinvestor

So würde bei den eigentlich stimmlosen Aktien das Stimmrecht wieder aufleben, wenn die Garantiedividende zwei Jahre lang nicht bezahlt werde. Der Bund hätte dann keine besonderen Rechte mehr und wäre ganz normaler Aktionär, warnte der Bahn-Manager. Außerdem kauften die meisten Privatanleger ihre Aktien über Fonds. Es sei aber unklar, ob Fonds oder Ausländer die Volksaktien überhaupt kaufen dürften. „Das wird Auswirkungen für die Investitionsneigung ausländischer Investoren in Deutschland insgesamt haben“, sagte der Finanzvorstand.

Nach seinen Angaben besitzen derzeit zwischen 1,9 und 2,5 Millionen Kleinanleger in Deutschland Aktien. Bleibe es bei diesem Stand, müsste nach dem derzeitigen Volksaktienmodell jeder dieser Kleinanleger 200 Bahnaktien zeichnen, erklärte Sack.

Einen Wunschinvestor für die Teilprivatisierung habe die Bahn nicht, sagte der Finanzvorstand. Der Konzern erwäge aber ein Mitarbeiteraktien-Modell. Danach könne es für Beschäftigte bei einer Haltezeit von sechs Jahren einen Preisnachlass auf den Zeichnungspreis geben. Außerdem wolle der Konzern auch Privatkunden und institutionelle Anleger ansprechen. Sack wies zugleich aber darauf hin, dass der Bund über die Platzierung entscheide. Die Pläne für eine Volksaktie sind in der SPD entwickelt worden. Die Sozialdemokraten wollen darüber bei ihrem Parteitag Ende Oktober entscheiden.

Text: Reuters
Bildmaterial: AP

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Nutzen Sie jetzt Ihr Sonderkündigungsrecht. Beim Wechsel Ihrer Kfz-Versicherung winken bis zu 500 € Ersparnis. Jetzt online vergleichen und gleich abschließen.

Dax
Tec
Dow
Nas
23.12.2009 | 17:45
Dax 5.957,44
+0,20 %
 
        Vortag
25.12.2009 | 23:04
Name Kurs in %
DAX 5.957,44 +0,20%
TecDAX 812,35 +0,17%
MDAX 7.472,43 −0,16%
SDAX 3.554,37 −0,21%
REX 377,93 0,00%
Eurostoxx 50 2.957,48 +0,40%
Dow Jones 10.520,10 +0,51%
Nasdaq 100 1.869,84 +0,96%
S&P500 1.126,48 +0,53%
Nikkei225 10.494,70 −0,40%
EUR/USD 1,4335 0,00%
Rohöl Brent Crude 76,10 $ +0,86%
Gold 1.104,50 $ +1,77%
Bund Future 121,84 € −0,42%
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche