Und was hat der Unfall inFrankreich mit der Atomkraft in Deutschland zu tun? und damit, ob wir beim aktuellen austiegsszenario bleiben oder diesen verzögern/verschieben? Richtig gar nichts !!! Ich will gar nicht die Debatten beginnen, ob aufgebauschter oder runter gespielter Zwischenfall und auch nicht ob die deutschen KKW sicher sind oder nicht. Fakt ist: alle schönen Windräder,Solarzellen oder Solarthermikplatten in Deutschland und auch die geplanten, verhindern eben nicht, dass in Frankreich Radioaktives Wasser ausläuft, oder in der Tschechei etc.... Und sie werden es auch nie verhindern !! und jetzt? tja guter Rat teuer oder? vielleicht sollten wir die Franzosen vor sich selber schützen und dort im Namen der internationalen Anti Atombewegung (die es leider nur in Deutschland in signifikanter Grösse gibt) einmaschieren? Oder vielleicht Europa davon überzeugen, dass die beste Technik für Atom aus Deutschland kommt, denn dort gab es nie solche Zwischenfälle, und kommen sie mir nicht mit dem Brand im Trafohäuschen neulich!)
Und schon wieder ist radioaktive Substand aus einem (anbgeblich) 100% sicheren Atomkraftwerk ausgetreten. Und natürlich ist ein Teil davon ins Grundwasser bzw. in den Nahrungskreislauf gelangt. Derjenige der das Pech hat in ein paar Jahren in Deutschland an Krebs zu sterben wird nicht wissen, daß der winzige radioaktive Partikel welcher seinen qualvollen Tod ausgelöst hat mal von einer Kuh getrunken wurde die gestern an dem Fluß stand, wo mal wieder, das 'unmögliche' passiert ist. Der hat nur leckere, französische Rinderpastete gekauft, mit Kernkraft wird er seinen Tod nicht in Verbindung bringen. Und soetwas passiert irgendwo auf der Welt täglich. Wo Menschen arbeiten werden Fehler gemacht, deswegen stürzen ständig 'sichere' Flugzeuge ab, gibt es Arbeitsunfälle an 'sicheren' Maschinen, stürzen 'sichere' Gebäude ein u.s.w. Eine Titanik bei der Kernkraft aber können wir uns nicht leisten, die wäre, bei einem GAU in Mitteleuropa, das Ende unseres Wohlstandes.
"Der Unfall hatte sich am Dienstagmorgen um 6.30 Uhr in einem Werk zur Behandlung von Atomabfällen bei Avignon ereignet. Aus einem undichten Tank war radioaktive Flüssigkeit mit 360 Kilogramm Uran ausgetreten. Ein Teil gelangte in die kleinen Flüsse Gaffière und Lauzon und die Rhône. In einem der betroffenen Flüsse wurde eine Urankonzentration rund 1000 Mal über dem Normalwert gemessen. Die Behörden gaben keine Strahlungswerte an, verboten aber die Wasserentnahme, das Baden und Fischen in den betroffenen Gewässern. Wer verseuchtes Wasser trinkt, hat die Partikel im Körper. Auch bei geringer Strahlung entsteht dann erhebliche Krebsgefahr. In einem der betroffenen Flüsse wurde eine Urankonzentration rund 1000 Mal über dem Normalwert gemessen."
Warum wird eigentlich nur wenig Geld für die Forschung zur Reduzierung von Atomenergieproblemen ausgegeben? Beispielsweise zur weiteren Reduzierung der Halbwertszeit, damit bekäme man schließlich die Ausdehnung des Endlagerproblems in den Griff. Zum Beispiel Nutzungsmöglichkeiten und Erschließung von anderen radioaktiven Materialien, damit wäre dem Resourcenproblem beizukommen. Es könnte ja auch die Möglichkeit bestehen, dass dieser Weg am Ende der effektivere und bessere ist, als Geld für die Forschung zur stärkeren Nutzung von alternativen Energien auszugeben. Provokativ? Zudem, wie stark soll man sich gegen den Markt zu stellen, wenn die Atomenergie in den meisten Ländern ausgebaut wird und man nun mal nicht die Wasserkraftmöglichkeiten wie bspw. Norwegen hat.
Es wird immer über die Kosten der erneuerbaren Energien gejault, hat sich mal jemand überlegt wieviele Milliadren!!! an Förderung in die Kernkraft geflossen sind? Steuergeschenke in x-facher Milliardenhöhe nicht eingerechnet, weil die Energiekonzerne keine Steuern auf die Gewinne der Rücklagen für die Atomkraftwerke zahlen mußten. Die Primärenergiepreise sind momentan exorbitant, die abgeschriebenen atommeiler noch am Netz und trotzdem sind die Preise explodiert UND auch die Gewinne der Stromkonzerne. Irgendwas paßt da nicht zusammen, denn bei steigenden Primärkosten sollten nach meiner Rechnung die Margen der Konzerne unter Druck geraten. Auch werden der Atomindustrie die horrenden Kosten für Versicherungen erlassen, die sie zur Absicherung eine GAUs zahlen müßte. Das Risiko tragen wir alle und wäre es so gering wie immer besprochen wären auch die Versicherungskosten nicht so hoch das die Stromkonzerne sie nicht leisten könnten, oder nicht? Verlängerung, ja, Neubau nein. Und massive Förderung, ala Förderung der Kernkraft in den 70ern, in Solare Großprojekte die über kurz oder lang benötigt werden. Stichworte Sahara und Gleichstromübertragung.
Kernenergie birgt Gefahren. Ohne wenn und aber. Werden wir in Deutschland sie los werden? Nein, wenn die Energieentwicklung so weiter geht, müssen wir Strom aus anderen Ländern (Frankreich, Ost-Europa) importieren. Womit wird der zu einem hohen Anteil produziert? Wieviel Einfluß haben wir auf die Sicherheit dieser Reaktoren im Ausland? Womit werden wir in den nächsten Jahrzehnten unseren Energiebedarf sicher decken? Eine Abdeckung rein mit alternativen Energien erscheint derzeit eher unwahrscheinlich. Warum kann diese Debatte nicht sachlich geführt werden? Ein Beispiel: Wiederaufbereitung reduziert die Menge des Atom-Mülls. Warum also dagegen sein, wenn der Müll in jedem Fall anfällt, solange die Kraftwerke in Betrieb sind? Hier wird zu viel mit Ängsten und zuwenig mit Fakten "argumentiert". Man darf natürlich den Versorgern nicht den Weg ebnen, sich aus den alternativen Energien zurück zu ziehen. Insbesondere mit dezentralen Ansätzen könnte man viel verbessern und einsparen, aber da sich solche Ansätze überwiegend der zentralen Kontrolle der Versorger entziehen würden, werden diese von Versorgern und Behörden konsequent blockiert, verzögert oder andersweitig behindert. Sachverstand, nicht Panikmache ist gefragt
Ich habe nie behauptet, dass erneuerbare Energien für den Preisanstieg der vergangenen Jahre verantwoltlich sind, sondern ich habe nur dargelegt, dass ein massiver Einsatz teurer erneuerbarer Energien bis zur verdrängung der konventionellen Kraftwerke die Energiepreise vervielfachen würde und dies somit noch massiveren Einfluss auf den Wohlstand in Deutschland, aber auch in dem Rest der Welt haben wird. Die Entwicklungen der Gegenwart zeigen die wahren Konsequenzen von hohen Energiepreisen: Inflation, Abfall der Produktivität und somit Veringerung der Reallöhne. Ich spreche nicht von Brütern, aber ich spreche von bekannten (aber noch nicht erschlossenen) Vorkommen von Uran und Thorium, die bei derzeitigem Verbrauch noch min. 600 Jahre halten. Selbst wenn sich der Verbrauch verzehnfachen würde, reicht dies noch für 60 Jahre und damit für eine volle Kraftwerksgeneration. Die Brennstoffkosten mögen zwar steigen, aber bei Kernkraftwerken betragen sie nur 20% der Produktionskosten, wovon die neuen Importe wiederum nur einen Bruchteil ausmachen. Zudem lassen sich leicht Vorräte anlegen. Die Klimaschutzmaßnahmen sollen nicht zu Atomausstiegsmaßnahmen verkommen, sondern erst die fossilen Brennstoffe verdrängen!
Man solllte vielleicht noch ergänzen wieso Brutreaktoren so gefährlich sind. Es ist, wie schon beschrieben, die unvergleichliche Giftigkeit von Plutonium aber auch die Tatsache, daß Brutreaktoren in großen Mengen flüssiges Natrium als Moderator benötigen. Flüssiges Natrium entwickelt explosionsartig große Mengen Hitze wenn es mit Luft oder Wasser zusammen kommt. Zudem führt es zu bisher im Langzeittest nicht beherrschbaren Korrosionsschäden. In Japan wäre es deshalb auch schon fast zu einem echten Supergau gekommen, weil im dortigen Reaktor das Natrium sich explosionsartig entzündet hat, kleinste Lecks reichen dafür aus. Um den Reaktor nuklear stabil zu halten müsste im Fall eines ModeratorLecks eigentlich zusätzlicher Moderator hinzugefügt bzw. wieder aufgefüllt werden. Das geht im Falle einer Natriumexplosion natürlich nicht mehr, das wäre so als würde man ein brennendes Auto mit Benzin löschen....
Sie dienen zwei Zielen: a) der Gewinnung von Plutonium für den Bau Atomwaffen, das im und nach dem 2. Weltkrieg für die Nuklearmächte der einzige Grund war, sie zu bauen, was aber nicht Thema dieses Artikels ist. b) der Produktion von Brennstoff für "konventionelle" AKWs. Schnelle Brüter produzieren wesentlich mehr Brennstoff als sie selber zum eigenen Betrieb verbrauchen. Als "Abfallprodukt" fallen enorme Mengen an Wasserstoff an, die für den Individualverkehr als Ersatz von Benzin verwendet werden könnte. Allerdings stehe selbst ich der schnellen Brütertechnologie ablehnend gegenüber. Plutonium ist in der Tat das wohl giftigste Material, daß es je auf diesem Planeten gegeben hat, die Versuchung, mit diesen Meilern mal schnell ein paar dutzend nukes zu produzieren, ist enorm und letzendlich sind diese Reaktoren sprichwörtlich hochexplosiv und können unabsehbaren Schaden anrichten.
Hallo Hr. Doerre, vielen Dank für Ihre Berechnung. In der Wikipedia findet sich ein Rechenmodell, das auf einen Flächenbedarf von 2% der Gesamtfläche Deutschlands kommt, wenn man davon ausgeht, daß der gegenwärtige Energiebedarf so bleibt. Immerhin erscheint es nicht unmöglich, so etwas zu erreichen, und der Nutzen eines solchen Quantensprunges wäre extrem: - wesentlich reduzierte Abhängigkeit von Energie-Importen und deren politischen Implikationen - Stichwort Russland, Stichwort Naher Osten - endlich vollständige Abschaffung aller Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke, Gaskraftwerke bleiben als Reserve sicher noch bestehen - extrem hohe Ausfallsicherheit der Stromversorgung durch maximale Dezentralisierung - extrem verbesserte Umweltqualität - weniger Sonneneinstrahlung auf den mit Kollektoren bebauten Flächen, was für die Landwirtschaft angesichts des Klimawandels und der laufenden Versteppung bald ein Vorteil sein sollte. Das Problem mit dem Sauberhalten der Kollektoren jedenfalls- tja wenn wir aufhören unsere Umwelt durch das Verbrennen von Öl & Co so zu verschmutzen wie heute, sollte das dann nicht mehr so wild sein, oder ?
Es ist zwar korrekt, daß ich die Solarfläche wegen des Nachtbetriebs doppelt plus Speicherverlust gerechnet habee, dafür ist aber in der Gesamtleistung keine Reserve eingerechnet, welche in der Stromversorgungsindustrie bis zu 60% beträgt. Außerdem sind die vielen dezentralisierten Hochspannungswandler und ihre Flächen noch garnicht eingerechnet. Die rund 10% Nutzfläche ist darum als Mindestfläche zu betrachten. Leider paßt ja eine detailliertere Berechnung nicht in einen einzigen Beitrag hinein. Darum muß irgendwo gekürzt werden. Doch die Richtung muß wenigstens stimmen. Man könnte jetzt natürlich auch noch eine ungefähre Kostenschätzung vornehmen. Doch wenn ich dies täte, würde mich die "Solarmafia" lynchen.
In Brutreaktoren ensteht Plutonium. Das sollte man auch beachten wenn man glaubt durch Brutreaktoren die bevorstehende Uranknappheit zu bewältigen. Plutonium ist extrem giftig, ein Stoff der bei Langzeitversuchen an Tieren schon im Nanogrammbereich zu signifikanter Erhöhung von Krebserkrankungen geführt hat. Der Grund liegt darin, daß Plutonium als Alphastrahler und Schwermetall im Körper nicht ausgeschieden wird sondern auch in winzigsten Mengen direkt an seinem Einlagerungsort solange Zellen bestrahlt bis diese, oft erst nach vielen Jahren, degenerieren. Damit ist Plutonium der in den geringsten Mengen schon potentiell tödlich wirkende Stoff überhaupt. Zum Vergleich: selbst die wirkungsvollsten militärischen Nervengifte benötigen Dosen oberhalb von 10mg, das ist mehr als das 1000 fache einer schleichend, tötlichen Vergiftung mit Plutonium. Um einen Menschen mit dem Gift einer Schlange zu töten benötigt man sogar die 10.000 fache Menge von der Dosis die ausreicht einen langsamen und qualvollen Krebstod durch Plutonium herbeizuführen. Plutonium tötet schon in einer Konzentration die so winzig ist, daß diese mit herkömmlichen Messgeräten (z.B. Geigerzähler) gar nicht nachweisbar ist. PlutoniumLecks werden also gar nicht bemerkt.
Bitte verlinken Sie doch mal einen seriösen Beitrag aus dem hervorgeht, daß irgendwo auf der Welt ein Brutreaktor KOMMERZIELL(!) betrieben wird. Was ihr Beispiel Japan angeht: Der einzige Brutreaktor in Japan (ein Prototyp) war der Reaktor "Monju" in Fukui. Dieser wurde schon im Jahr 1995 nach einem schweren Unfall (der, wie so oft, angeblich hätte nie passieren können) auf unbestimmte Zeit abgeschaltet. Seine Leistung lag bei bescheidenen 300MW, das ist weniger als Prototypen von thermischen Solarkraftwerken heute schon schaffen. Momentan gibt es KEINEN kommerziell betrieben Brutreaktor in Japan ! Die Versuche in Russland und China sind auch nur Prototypen mit vernachlässigbar geringer Leistung und ohne jede kommerzielle, zivile Relevanz. Es gibt gute Gründe anzunehmen, daß die aktuellen chinesischen und russischen Reaktoren keine zivilen Hintergrund haben sondern vor allem das Ziel haben waffenfähiges Plutonium zu erbrüten. Das Atomkraftland Frankreich hat sich bereits 1996 (nach schweren Zwischenfällen) von der Brütertechnologie verabschiedet. Wenn selbst in Frankreich diese Technologie als zu Risikobehaftet gilt kann man sich vorstellen, wie unbeherrschbar und gefährlich Brutreaktoren sind.
Fritz Vahrenholt, Vorsitzender von Energieversorger RWE Innogy: "Wir brauchen Zukunftsenergien, denn die Kernenergie ist nur eine Brücke. Die wird uns noch mal 10, 20, vielleicht 30 Jahre helfen. Wir brauchen Zukunftsenergien." http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/809512/ Wenn die Atomenergie uns nur noch so kurze Zeit hilft, dann braucht man auch nicht den Atomausstieg rückgängig machen. (Die Meinung muss er natürlich als RWE Mitarbeiter vertreten. Sonst würde er sicher Probleme mit Großmann bekommen.)
Um auf auf ihre Frage, wo zur Zeit schnelle Brüter in Betrieb oder geplant sind, eine Antwort zu geben: "Dr. Hartmut Wider, Bad Reichenhall FAZ LB 18.9.07 - Übrigens wird in Rußland ein Schneller Brüter betrieben, ein zweiter steht vor der Fertigstellung und ein dritter wird geplant." und "Petrunin verwies darauf, dass Russland bei Entwicklung und Betrieb Schneller Brüter weltweit führende Positionen hat. Auch Indien wolle zum Jahr 2010 einen Forschungsreaktor dieses Typs fertigbauen, sagte der Wissenschaftler. Nach Angaben der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) wollen 15 Länder etwa 60 Konzepte zum Bau von Reaktoren geringer und mittlerer Leistung erstellen." und, wie sie vielleicht wissen (sollten), betreibt Japan seit Jahren ausschließlich kommerziell genutzte schnelle Brüter, um nur einige Beispiele zu nennen. Einfach mal ein wenig zu dem Thema googeln und nicht einfach rhetorische Fragen plakativ in den Ring werfen, um der eigenen Anti-Kernkraft Idiologie den Anschein von Glaubwürdigkeit zu verleihen.