Was im Artikel mit - vermutlich - tendenziöser Absicht bewusst nicht deutlich wird: Mit den "Strömerlösen" sind nicht die Gewinne, sonder die Umsatzerlöse der Unternehmen gemeint. Von diesen wird der Aufwand (alle Kosten: Einkauf, Erzeugung, Betrieb, Personal...) abgezogen, um den Gewinn oder das Geschäftsergebnis - vor Steuern - zu erhalten. Zudem beinhalten die "Stromerlöse" neben den Arbeits-, Leistungs- und Verrechnungsentgelten auch Erlöse, die anderen Unternehmen zugeordnet werden müssen (z.B. die Netzzugangsentgelte dem Netzbetreiber) sowie Erlöse, die über einen gesetzlichen Kostenwälzungsprozess abgeführt und umgelegt werden müssen (z.B. die Mehrkosten gemäß EEG und KWKG). Dies alles wird - sowohl vom Statistischen Bundesamt als auch von der gesamten Medienlandschaft - bewusst unterschlagen, um sich am publikumswirksamen Sport des Eindreschens auf die Energiewirtschaft zu beteiligen und sich allseitigen Beifalls sicher sein zu können.
Die deutsche Energiewirtschaft ist mit jährlich 13 Mrd. € der größte Investor der deutschen Industrie.
War im ursprünglich noch von den Nationalsozialisten geschaffenen Energiewirtschaftsgesetz die Schaffung einer funktionierenden Infrastruktur Hintergrund der Formulierung, daß die Stromversorgung möglichst sicher und preisgünstig zu schaffen sei, so ist mit dem Übergang in den scheinbaren Wettbewerb die Preisgünstigkeit nur noch ein unglaubwürdiges Schmuckwort. Wettbewerb bedeutet nun mal, daß der Preis sich unter Beteiligung aller möglichen Einflußgrößen bildet, damit sind auch solche, die lediglich spekulative Gewinnerzielungsabsichten verfolgen, nicht ausgeschlossen. Da nun aber die größten und damit kapitalintensivsten Kraftwerksinvestitionen letztlich Strom am kostengünstigsten erzeugen, ist der Anbietermarkt äußerst eng begrenzt.
Eine kostengünstige und funktionierende Infrastruktur spielt bei jenen Marktteilnehmern, die keine Anlageinvestitionen in diesem System besitzen, keine Rolle, ist doch ausschließlich Gewinnerzielung der Grund für deren Einmischung. Und die Anbieter mischen auch mit. Daß auf der Basis einer mittlerweile erheblich verteuerten Infrastruktur die Wirtschaft weiterhin gedeiht, darf bezweifelt werden. Bleibt die Frage, bis wann die Politik diese früher bestens bekannten Zusammenhänge wieder beachtet.
Vor nicht all zu langer Zeit argumentierte Herr Benotat, die Strompreise seien zu niedrig. Man sollte in Zunkunft keine Interviews mehr mit ihm abdrucken, um ihm nicht für seine Ausflüsse ein so herrliches Forum zu bieten.
Was die deutsche Politik angeht, die die Stromkonzerne seit langem hätschelt:
1) E.ON und andere benötigen riesige Summen für geplante Milliardenübernahmen im Ausland.
2) Solange deutsche Kommunen Anteile an den Versorgern haben, sichern deren Gewinne den Haushalt.
3) Es gibt bei den Versorgern eine herrliche Fülle von Posten für "Altgediente".
4) Neben den Gewinnabführungen an die Anteilseigner werden Steuern gezahlt.
haben in diesem Jahr die Preise erhöht“. 300 werden die Preise noch anheben.
Wem gehören diese Stromversorger? Überwiegend doch unseren Kommunen.
Wer hat das Sagen in den großen Konzernen? Bei Vattenfall ist das der schwedische Staat, aber bei RWE, E.ON und EnBW sind es die Arbeitnehmervertreter und die Kommunen in den Aufsichtsräten. Sie haben jeweils die Mehrheit.
Folgt man dem Artikel, dann wollen unsere gewählten Vertreter, ob Bürgermeister oder Gewerschaftsfunktionäre, uns als Verbraucher nur abzocken. So verstehe ich zumindest Herrn Heitzer vom Bundeskartellamt.
Wieso vertreten Gerwerkschaftsfunktionäre und Kommunalpolitiker in ihrer Kontrollfunktion der Versorger nicht die Interessen der Bürger und Verbraucher? Wählen wir überall und immmer wieder die „falschen“ Vertreter?
lehnen. Wenn der Hr. B. Heitzer solche Sprüche reißt, muss er sich fragen lassen, warum er nicht mit aller Härte gegen das GAS Kartell vorgeht? Da ist so etwas wie Konkurrenz nicht existent. Da wird der Verbraucher gnadenlos über den bekannten Tisch gezogen.