World Energy Outlook

IEA warnt vor rapide steigender Energienachfrage

07. November 2005 Die Internationale Energieagentur (IEA) hat vor einer explodierenden Ölnachfrage gewarnt und die Welt zu größeren Anstrengungen beim Energiesparen aufgefordert. Nach Schätzung der IEA wird der Energieverbrauch und damit der Ausstoß klimaschädigender Gase ohne einen grundlegenden Wandel des Energiekonsums in den kommenden 25 Jahren um mehr als die Hälfte steigen. Damit drohe auch ein weiterer rasanter Anstieg der Ölpreise.

Selbst wenn sich die Regierungen an bereits geschlossene Vereinbarungen zum Schutz der Umwelt und zur Verringerung des Energieverbrauchs hielten, werde die Nachfrage bis 2030 um 37 Prozent zunehmen, heißt es in dem am Montag in Paris vorgelegten Energiebericht („World Energy Outlook“) der IEA. Um mit der boomenden Nachfrage Schritt halten zu können, müßten die großen Ölproduzenten im Nahen Osten und Nordafrika die Investitionen in ihre Förderanlagen verdoppeln. Allein für Saudi-Arabien und seine Nachbarn rechnete die IEA bis 2030 einen Investitionsbedarf von jährlich 56 Milliarden Dollar aus.

„Ein klares Signal“

Chinas Hunger nach Energie wächst

Chinas Hunger nach Energie wächst

„Wir müssen an dieses Resultaten etwas ändern und den Planeten auf einen nachhaltigen Energiepfad führen“, sagte IEA-Chef Claude Madil. Andernfalls würden der Ölpreis noch stärker als ohnehin erwartet steigen und die Weltwirtschaft leiden. “Wir wären glücklich, wenn unser Szenario durch gute politische Entscheidungen hinfällig würde“, sagte Madil. Der Direktor des UN-Umweltprogramms, Klaus Töpfer, erklärte zu dem Bericht: “Das ist ein klares Signal. Um solch ein Desaster zu vermeiden, müssen wir Technologien einsetzen und wirtschaftliche Maßnahmen ergreifen, die bereits machbar sind.“ Die von 26 Ländern getragene IEA war nach der Ölkrise 1973/74 gegründet worden, um den Energiebedarf der westlichen Staaten zu überwachen.

Sollten sich die Prognosen der Agentur bewahrheiten, würde dies einen herben Rückschlag für das sogenannte Kyoto-Protokoll zur Reduktion des globalen Treibhauseffekts bedeuten. Danach soll der Ausstoß klimaschädigender Gase in den Industriestaaten im Zeitraum von 2008 bis 2012 um fünf Prozent unter dem Niveau von 1990 liegen. Die Vereinbarung wurde allerdings von einigen der größten Energieverbraucher nie unterzeichnet. Darunter sind auch die Vereinigten Staaten, auf die derzeit etwa ein Viertel aller Treibhausgas-Emissionen entfällt. Auch China und Indien, wo die Energienachfrage nach Schätzung der IEA künftig besonders stark steigen wird, sind dem Kyoto-Protokoll nicht beigetreten.

In ihrem Bericht ging die IEA davon aus, daß China in den kommenden Jahren zu einem der größten Luftverschmutzer wird. So werde der angenommene Anstieg des Kohlendioxid-Ausstoßes zu drei Viertel allein auf die Volksrepublik entfallen.

Text: FAZ.NET mit Material von Reuters
Bildmaterial: F.A.Z., picture-alliance / dpa/dpaweb

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