Interview mit EZB-Direktoriumsmitglied Bini Smaghi

„Wir sollten nicht in Panik verfallen“

Die großen Notenbanken schießen wegen der Finanzkrise wieder Milliarden in die Märkte. Wie gefährlich die Lage wirklich ist, erläutert Lorenzo Bini Smaghi, seit 2005 Mitglied des EZB-Direktoriums, in einem Gespräch mit der F.A.Z.

Lesermeinungen zum Beitrag

14. März 2008 10:34

"Fieber" Ja, Gewinne aber nicht für „Jedermann“?

Herold Binsack (Devin08)

Die Flucht in Gold ist irrational,da sie eine für Jedermann wird.Der Goldpreis ist dann überwiegend spekulativ.Sollte die Bundesbank ihre Goldreserven verkaufen,geht es mit dem Goldpreis rapide in den Keller.Im Übrigen ist guter Safran aus dem Iran fast so teuer wie Gold.Und ich wette,dass der Safranpreis stabiler sein wird als der Goldpreis,denn Safran wird verzehrt,Gold gehortet;und: mit ersterem wird nicht (jedenfalls nicht im größerem Ausmaß) spekuliert..Dazu kommt,dass Gold auch ein industrieller Werkstoff ist,und dies umsomehr den Preis drückt, als die Produktionskosten und damit der Wert sinken,zumal das Gold als allgemeines Äquivalent längst obsolet ist und damit die Nachfrage sinkt (und Letzteres den Schmuckwert/-Preis des Goldes zusätzlich drückt).Und bei aller Spekulation:der Preis kann sich auf Dauer nicht all zu sehr von seinem realen Tauschwert entfernen;da liegt nämlich die Falle für die Spekulation (was der letzte Grund aller durch Spekulation verursachter Krisen ist,welche nämlich die „Einheit“ zwischen Preis und Wert erzwingen).Spekulationsgewinne sind nicht Ausdruck von Wertschöpfung, sie schöpfen nur ab.Unterm Strich stimmt dann die Bilanz wieder,nur nicht für „Jedermann“!

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13. März 2008 17:23

Goldfieber…

Hayri Ergun (DrErgun)

Goldfieber…

Dass der Goldpreis erstmals in seiner Geschichte die Marke von 1000 Dollar überspringt, staunt niemanden.

Die Goldbindung von Dollar war ja schon in den 60er Jahren aufgehoben; in der Zeit durften die Zentralbanken soviel Geld drucken, wie man nötig hatte, auszugeben.

Jetzt scheint aber ein plötzlicher Wendepunkt da zu sein, dass man nicht mehr beliebig Geld drucken kann, wie man will. Die Zeit von „supernotes“ ist also vorbei.

Man muss aber auch mit den Rohstoffen fertig werden, die nicht in unbegrenzten Mengen zur Verfügung stehen.

Preisanstiege auf dem Welteisenerzmarkt von 95 %, Preisanstiege auf dem Weltkokskohlenmarkt bis zu 100 % machen es deutlich, wie ernst die Lage ist.

Der Zugang zum Gold scheint daher wahrlich berechtigt zu sein, da die Menschen etwas suchen, was edel ist und den Wert über die Zeit wahrt.

Dr. Ergun

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13. März 2008 11:45

Nicht Panik, aber höchste Wachsamkeit!

Herold Binsack (Devin08)

Wollte man früher einen „gerechten Lohn“, will man nun ein gerechtes Kapital; aber beides gehört in die Märchenstunden einer Nina Ruge, denn „alles wird halt immer wieder gut!“ – Nicht wahr? Und auch der Hass auf die „Nadelstreifen“ nützen da wenig und noch weniger die Spekulation über das Jahresgehalt eines Bankmanagers (100000 € dürfte da wohl eher ein Monatsgehalt sein!). Diese Krise ist eine Systemkrise, die am Anfang einer Entwicklung steht, welche in ihren Dimensionen noch gar nicht überschaubar ist. Die Revolution in der Informationstechnologie geht gerade über in die Revolution der Biotechnologie, will heißen: erstere verbindet sich mit letztere. Das wird die Gesellschaft nicht einfach weiter in 2 Klassen spalten, wie Marx noch glaubte ,sondern, da es nun richtig zur Sache geht, in 2 Rassen. Ich empfehle daher, wiederholt schon, die Lektüre von Jeremy Rifkins „Das Biotechnische Zeitalter“. Für das Kapital wäre das der Königsweg um den Überfluss an virtuellem Kapital, nicht nur wieder gut zinsbringend (das brächte ja nur wieder „virtuelles Kapital“) anzulegen, sondern vor allem auch wieder in der Realproduktion. Nur was da produziert wird, könnte Stoff für einen bösen Horrorfilm sein: Der Mensch als sein eigener Werkstoff!

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13. März 2008 10:42

Vor der Fiskalkrise in den USA gab es Warnungen genug wie durch David Walker...

Peter Szameitat (MAKSAS)

..er war der Controller General of the USA, also der oberste Buchpruefer der US-Nation. Nach elf Jahren ist er nun, 3 Jahre vor Ablauf seiner Amtszeit, wegen unueberbrueckbarer Differenzen mit Washington zurueckgetreten. Niemand in der EU auch die EZB wollte seine Kassandrarufe hoeren. Viele hochangesehene Banken in der Welt haben in den US-Kreditfonds einen Geldvermehrungsmechanismus gesehen, ohne sie einer materiellen genaue Preufung zu unterziehen. Ein Mitbegruender der West-Berliner Wertpapierboerse sagte gleich nach dem implodieren der UDSSR, das, wenn die USA bei der staetigen Erhoehung der Militaerausgaben bleiben, nichts unversucht lassen dass der Kapitalzufluss nicht stoppt, auch polit. und milit ihren Einflussbereich exzessiv ausweiten werden. Elf Jahre hat Walker, auch im Zusammenhang w.o., es abgelehnt wegen gravierender Maengel zu den US-Jahresrechnungen Stellung zu nehmen. Die US-Finanzkrise ist erst am Anfang. Vieles ist noch nicht aufgedeckt. Durch die steigende Defizite der USA verkommen die US-Schatzbriefe zu >Junk-Bonds>. "The trouble of 34 trillion $ (europ. Billion) begining." Nur eine Selbstbereinigung durch den US-Finanzmarkt kann Klarheit schaffen, sofern man es will.

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13. März 2008 09:49

200 Milliarden Dollar zur Verfügung. ..

Hayri Ergun (DrErgun)


200 Milliarden Dollar zur Verfügung. ..

Finanzkrise scheint doch an der Tür zu sein. Wie ist es dazu doch gekommen; was hat man falsch gemacht?

Es war dies aber ohne weiteres zu erwarten; obwohl die Finanzexperten und Wirtschaftswissenschaftler fachdisziplinarisch doch genau wissen sollten, dass ein Rückgang der Kaufkraft katastrophale Folgen auf die Wirtschaft haben kann, hat man immer für Mindestlöhne gepredigt, sich nicht um die Arbeitslosen gekümmert und als ob dies alles doch nicht ausreichte, hat man noch großzügig mit bedenken- und gewissenslosen Handlungen für Skandale und inflationäre Konsequenzen auf der Weltwirtschaftsszene gesorgt .

Man muss jetzt also zurückschauen, was man seit dem zweiten Weltkrieg alles schon falsch gemacht hat.

Die goldenen Grundregeln gelten auch für das Wirtschaftsleben:

1- Ehrlich zu sein
2- Niemandem schaden
3- Jedem sein Recht geben.

Es scheint, dass die zur Verfügung gestellten 200 Milliarden Dollar doch nicht ausreichen werden.

Dr. H. Ergun




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13. März 2008 08:40

Rufen im dunklen Wald

Rudolf Ortwein (rudi.rotwein)

Die Kreditmärkte trocknen aus, die Derivate sind nichts mehr wert, der Konsument kauft nichts mehr, die Geldschleußen werden geöffnet, die Inflation steigt. Wie nannte man das früher ? Ein Wirtschaftskrise, genau. Da das jedoch das Wort des Teufels ist, darf man es nicht aussprechen. Es wird versucht darum herumzulavieren. Denn die Nieten in den Nadelstreifenanzügen wissen, daß ihre ganze Wirtschaft auf tönernen Füßen steht und nur das Vertrauen der Bevölkerung in die Währung und die Wirtschaft diese noch vor dem Absturz bewahrt. Aber in "The long run" wie diese Herren so schön sagen, geht auch das letzte Vertrauen flöten.

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13. März 2008 08:19

Herr Reienmacher - Sie irren. Jeder hat etwas in der Hand, Inflation zu dämpfen

Jürgen Rieger (Riegerparis)

Lieber Herr Reienmacher, da erläutert ein Mensch in einfachen und nachvollziehbaren Worten, warum es nicht so einfach ist, derzeit Geldmärkte zu stabilisieren und schon haben wir "postkomministische" Kommentare (Sorry, ist auch ein wenig Rhetorik).
1.) Es wird immer Menschen geben, die - zumeist zu Recht - deutlich mehr verdienen als Sie;
2.) Die EZB ist sicher nicht Schuld an der Inflation, sondern: steigender Rohstoffbedarf, vor allem Primärenergie und Eisen. Dazu lebt jeder auf Pump - zu Deutsch, nicht nur Staaten geben mehr Geld aus, als sie verdienen, sondern fast jeder (ich spare z.B. erst an und kaufe dann - aber das ist ja "Sofortkonsumverzicht"). Wieviel Kredit haben Sie aufgenommen? Wieviele spekulieren auf Kredit?
3.) Jeder kann etwas tun: ich laufe 4 von 6 Arbeitstagen die 7,2 Km zur Arbeit. Na, wieviel Sprit könnte man sparen (und Fett abbauen), wenn das jeder täte? Wir können auch offen politisch diskutieren, warum wir keine AKW+Brüter+Zwischenlager in Deutschland bauen, statt die letzten Kohlenwasserstoffe unserer Enkel und Urenkel für eigenen "Wohlstand" zu verpulvern oder sogar auf anderen Kontinenten Wälder zu vernichten, damit unsere Autos mit CO2-Negativbilanz "ökologisch" fahren? Zu wenig Platz hier......

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12. März 2008 18:25

Schaut euch diesen Sakko-fuzzi doch an ?

Rudolf Reienmacher (ramarama)

Der hat doch gut lachen bei einem Jahresgehalt von Mindestens 100 000 Euro und mehr. Da stört das den doch wenig, wenn Butter und Käse teurer wird.
Denkt immer dran, wenn die EZB von 2,9% Inflation spricht, sind es real zwischen DOPPELT und DREIFACH soviel. Also zwischen 3 u. 9%.
Wenn ich diese Sätze höre wie: "Rechnet man Energie und Benzin raus, dann beträgt die Inflation nur 1,6%". WIR KÖNNEN DAS ABER REAL NICHT RAUSRECHNEN !
Mich ärgert das, für wie BLÖD HALTEN UNS EIGENTLICH unsere Volksvertreter in Finanzwelt und Politik ?
Garantier hat dieser Sakko-Fuzzi sich doch auch mit dem "gelben Metall" in seinem privaten Keller abgesichert. Wer schlau ist, macht es genauso. Nachher heißt es wieder: "Ja, wir haben ja nicht gewußt, das das Finanzsystem global zusammenbrechen wird. Tut uns leid. "

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12. März 2008 17:59

Greenspan machte ein paar Fehler:

Karl-Heinz Andresen (khaproperty)


- zu lange ( Zinssenkungen )
- zu viel ( Absenkung )
- zu laut ( Billiggeld )
- zu eindeutig ( Kurz/Lang-Manie )
- zu berechenbar ( Carry-Trades ).

War es das Alter, Allmachtsphantasie oder zu große Nähe zum Investmentbankensektor - bewußt oder unbewußt?

Egal, mit der Malaise müssen nun alle fertig werden.

Allerdings sollten auch einige bezahlen müssen - deutlich - von denen, die den Hype betrieben haben.

Denn im "stillen Kämmerlein" wußten sie um die Risiken, die da gefahren wurden und nahmen sie, um des schnellen Geldes wegen.

Bezeichnenderweise krachte es zuallererst bei den steuerfinanzierten Öffentlich-Rechtlichen in old Germany. Dort hat man kein stilles Kämmerlein und vermutlich nicht einmal etwas geahnt von den Risiken, die man den Steuerzahlern aufhalste.

Die ausgeschlafenen Sportsfreunde bei den Anglo-Saxonians nahmen sich schlechten Gewissens Oilmoney in die Kassen und hoffen auf das, was gegenwärtig passiert: die Flutung der funktionslosen Märkte durch - na ? - Liquidität zu Lasten aller Bürger, die mit Inflationierung ihrer Werte das Ganze bezahlen müssen.

Da wäre das Mindeste, was man verlangen könnte, die eine und andere großartige Pleite bei den vorderen Profiteuren des Geschäftes.

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