Sybille Hain in ihrem Friseursalon in Erfurt

Mindestlohn-Debatte

„3,18 Euro pro Stunde sind in Ordnung“

Drei Euro Stundenlohn seien unfair, sagt Franz Müntefering. Sybille Hain, Inhaberin eines Friseursalons in Erfurt, widerspricht dem Minister: ein Interview über Mindestlöhne, sprachgestörten Nachwuchs und die Blüte der Friseure zu DDR-Zeiten.

Lesermeinungen zum Beitrag

17. April 2007 18:24

Erfurt - Paradies für Friseurkunden???

Ludwig Wenzel (ludwen)

Liebe Frau Hein, Bitte teilen Sie den Erfurter Frauen mit, wo - außer in den 10EuroDiscountern - in einem normalen Erfurter Salon das Waschen, Schneiden, Fönen 17,50 Euro kosten?? Das gibt es schon lange nicht mehr. Bereits seit Jahren zahle ich den Erfurter Salons mindestens 25 Euro.
M.W. 99097 Erfurt

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09. April 2007 15:40

Apropos Luxemburg.......@ F.Schöpfer...

wolf haupricht (emilgilels)

Das Land hat so gut wie keine Arbeitslose, sondern weiteren Arbeitskräftebedarf. Ein Vergleich hinkt !
Das Großfürstentum floriert bestens und hat ein hohes pro Kopf Einkommen! Schön wäre das auch bei uns.
mfg
w.a.

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09. April 2007 15:30

Interessant ist das schon

Torsten Klier (TorstenKlier)

wie sich der Wind dreht.

Am 07.06.06 (Christian Schwägerl, Frau überholt rechts) (...) schrieb die FAZ noch von Frau als dem „neuen Siegertypus“ , der „Arbeitsmarkt begehrt“ ist, „ weil sie in großer Zahl Bildung, Energie und Motivation frei Haus mitbringen. Darin unterscheiden sie sich zugleich in wachsendem Maß vom anderen Geschlecht.“
„Während das Bildungsniveau von Männern stagniert, steigt es bei Frauen weiter“, konnten wir da lesen und „Seit Frauen sich an Schulen und Universitäten entfalten können, ist ihr Aufstieg phänomenal.“

Und jetzt, ohne Übergang, drehen wir uns um die Frage, wie wir die Löhne dieser „am Arbeitsmarkt begehrten Siegertypen“ subventionieren, damit diese Personen mit „phänomemenalem Aufstieg“ davon leben können.

Wie denn nun.
Reißen sich die Unternehmen um die hochmotivierten und hochgebildeten „Siegertypen“?
Oder müssen die sich anbieten wie sauer Bier?

Nein, Antwort ist nicht nötig. Das waren nur rhetorische Fragen.
Spätestens in zwei Wochen werden wir in der FAZ einen Aufsatz lesen, in dem die phänomenalen Eigenschaften der Frauen und deren Überlegenheit gegenüber den Männern „wissenschaftlich“ bewiesen wird (wir denken da an das Alphatierchen).
Wetten das?

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09. April 2007 13:53

Luxemburg hat € 9,08 Mindestlohn ...

Frank Schöpfer (Friedrich.E)

... und geht auch nicht unter. Frankreich hat einen Mindestlohn von € 8,27, Belgien von € 7,93, Holland von € 8,13. Selbst mit der DGB-Forderung von € 7,50 wären wir immer noch gegenüber unseren westlichen Nachbarn ein Billiglohnland. In 20 von 27 EU-Staaten gibt es einen gesetzlichen Mindestlohn. In Ländern wie Finnland, Schweden, Dänemark, Österreich oder Italien ohne gesetzlichen Mindestlohn gibt es eine wesentlich höhere Tarifbindung, so dass dort ein faktischer Mindestlohn gilt. Sogar in den USA gibt es einen landesweiten Mindestlohn von € 3,93, der in vielen Bundesstaaten dank Volksabstimmungen sogar noch wesentlich höher liegt. In Deutschland sind laut aktueller Umfrage über 60 Prozent für Mindestlohn, davon 56 und 53 Prozent der CDU- und FDP-Wählern. Viellecht kostet uns die Einführung von Mindestlöhnen sogar wirklich Arbeitsplätze. Die Nichteinführung wird uns auf jeden Fall mehr Arbeitsplätze kosten. Spätestens in 2009 werden die Grenzschranken fallen. Wenn es dann keinen gesetzlichen Mindestlohn gibt, wird genau dasselbe wie im Fleischerhandwerk passieren. Wer will das verantworten?

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09. April 2007 12:12

@norbert doerre (ndoerre)

Marcel Meier (MarcelMeier)

Gerade weil Politiker schlecht bezahlt werden sind es keine Fähigen.
Wann ist denn mal endlich diese nicht gerade schlaue Diätendebatte vorbei?
Hätten Politiker Potential, würden sie in der Wirtschaft arbeiten und nicht für 10 bis 20TSD im Monat.
Stellen Sie sich mal einen Großkonzern mit Politikern an der Spitze vor und fragen Sie sich wann die Pleite da ist.
Mit den Gehältern ist es wie mit Allem auf der Welt:
ANGEBOT und NACHFRAGE regulieren den Preis von Allem.
Siehe schulisch ausgebildete Frisörinnen, keine Nachfrage ergibt Arbeitslosigkeit.
Ganz einfach zu verstehen, oder?

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09. April 2007 11:23

Münte....als Unternehmer?@ zu.J.P. Schmitz

wolf haupricht (emilgilels)

Ihrem Beitrag kann ich vollauf zustimmen.
Übrigens: Das Frisörwesen hatte immer schon seine Besonderheiten, was die Lohngestaltung anbelangte. Das galt und gilt auch für das Gaststättengewerbe, wo Trinkgelder als Lohnersatz eingerechnet wurden/werden.
Dieses Beispiel von 3,18 € ist daher untypisch, zeigt jedoch andererseits exemplarisch die Gefahr, die von Münterfering, der mit Sicherheit kein Wirtschaftskundiger ist, ausgeht. Vor allem dann, wenn Mindestlöhne für die gesamte Republik gelten sollen.
Diesen Beschäftigungszweigen und vielen anderen ebenso droht der Ruin. Frau Hain hat aus der Praxix für die Praxis gesprochen. Mindestlöhne schaffen mehr Probleme (offizielle Arbeitsplätze fallen weg), als dass sie den Menschen helfen.
Fazit: Hände weg, mindestens für diese Bereiche. Außerdem ist die Absicht von M. erkennbar: er will den Öffentlichen Haushalt entlasten, bewirkt durch den sicheren Wegfall von Arbeitsplätzen aber genau das Gegenteil. Der Vergleich mit 10,-- DM bei Ernteeinsätzen
ist nur bedingt brauchbar, weil der Einsatz zeitlich sehr begrenzt ist. Dies gilt auch für die Weinlese, wo ich als Schüler 12,--DM/Std gut mein Taschengeld aufbessern konnte. Essen und Trinken all inklusive.
mfg w.a.

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09. April 2007 09:38

Haarescheiden in Erfurt zu DDR-Zeiten

Markus Adami (adami)

Versuch zu einem ordentlichen Haarschnitt zu kommen: 1989 mit meinen Eltern als Gast in der DDR.

Erster Versuch - Der Meister schließt bei Annäherung schnell von innen den Laden zu.
Zweiter Versuch - Geschafft, aber vor dem Laden schütteln meine Eltern den Kopf. Zurück in den Laden. Energische Ansprache meines Vaters über den Leistungsgedanken im Sozialismus
Dritter Versuch - Unter Aufsicht meines Vaters wird nachgeschnitten.

Schlußfolgerung: In Wabern lebt man doch besser als in Thüringen ( Haarschnitt 9,50 € bei sofortigem Gelingen ) und die Dame wirkt keinesfalls wie eine Mindestlöhnerin.

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09. April 2007 08:42

3,18 Euro ein Haarschnitt..

Walter Wasilewski (wwasilewski)

Wie sagt Frau Hain, 3,18 Euro in der Stunde langt, wenn genug Kunden kommen.
Wenn der Kunde für diesen Stundenlohn seine Haare geschnitten bekommt, dann kommen auch Kunden. Liebe Frau Hain, Sie haben es in der Hand. Einen annehmbaren Preis und gute Arbeit bestimmen Ihren Umsatz. Sie müssen nur schneller und besser arbeiten.
Walter Wasilewski

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09. April 2007 06:08

Konsequenz des Mindestlohnes

Max Rempel (MR14)

Ein Mindestlohn von 7.5 Euro hätte unterschiedliche Auswirkungen auf den Lohn eines Friseurs. Zunächst einmal würde das Bezahlungssystem umgestellt. Mitarbeiter, die zuvor schon mehr als 7.5 verdienten (inkl. Beteiligung) wären kaum betroffen. Die Umsatzbeteiligung würde so gekürzt, dass der Lohn (inkl. Beteiligung) im Durchschnitt unverändert bleibt (lediglich die Varianz wird reduziert: an schlechten Tagen verdient man mehr als zuvor, an Guten weniger). Jene mit einem Stundenlohn von weniger als 7.5 würden profitieren, FALLS ihr Arbeitsplatz nicht wegfällt. Aber die meisten Salons, in denen die Mitarbeiter weniger verdienen, sind nicht ausgelastet. Nehmen wir an, der Haarschnitt kostet 12 Euro und der Mitarbeiter erhält 30% des Umsatzes von mehr als 12 Euro. Bei 2 Haarschnitten pro Stunde, verdient er 6.78 (~1200E p.M.). Der Umsatz des Salons (pro Mitarbeiter) beträgt folglich 24 Euro. Bei 4 Mitarbeitern macht das ~16000E im Monat. Davon gilt es Löhne(4800E), Steuern und Abgaben(~6500E? - 40% der Einnahme), Miete (~2000E?), Material, Energiekosten, Werbung, Versicherungen zu bezahlen. Was bleibt sind kaum 7.5E/Stunde (ohne Mindestlohn!) und das Risiko. Aber vielleicht zahlt der Staat ja dem Unternehmer auch einen Mindestlohn??

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09. April 2007 02:56

alles gesagt, was gesagt werden musste!

Gabor C (gcqp)

"Der Fleißige wird belohnt, der Faule hat halt Pech. Gibt es etwas Besseres? Gibt es etwas Ehrlicheres?"
Mit dieser Aussage hat Sybille Hain alles gesagt, was gesagt werden musste. Das ist das Problem am deutschen System, dass die Faulen geduldet und gemestet werden, waehrend die fleissigen, zum Beispiel ein Koch mit 1000 Nettogehalt sich den Hintern aufreissen muss!

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08. April 2007 23:36

Politikergehälter runter! Das mindert den Abstand.

norbert doerre (ndoerre)

Ja, da steigt dem Politiker Müntefering die Schamröte ins Gesicht; denn er weiß als halbwegs intelligenter Mensch, daß sein eigener Stundenlohn einschließlich seiner allzu üppigen Pension von genau diesen Menschen bezahlt werden muß, und er ist ja schließlich auch nicht nicht der Einzige. Würde er ohne seine Partei von seinem Beruf leben müssen, stünde er auch nicht viel besser da als die Frisörinnen. Wenn derzeit also von der SPD Mindestlöhne gefordert werden, sollte gerade diese erst einmal die Gehälter und Pensionen ihrer durch die Bürger zwangsernährten, fetten Funktionäre auf einen durchschnittlichen Satz begrenzen. Gerade Politiker entschuldigen stets die eigenen Fehler aufgrund von Nichtkönnen damit, daß sie halt nur einen Durchschnitt der Gesamtbevölkerung darstellen. Dann aber, bitteschön, sollten auch ihre Gehälter und Pensionen diesem Durchschnitt entsprechen. Parteien haben sich in erster Linie zu Versorgungsorganisationen ihrer Funktionäre entwickelt. Die beste Wahlpropaganda bestünde bei beiden sogenannten volksfinanzierten Volksparteien darin, die Einkommen ihrer Funktionäre aus Mitgliederbeiträgen zu erwirtschaften und nicht durch Steuern oder Unterbringung in dafür erfundenen Anstalten des Öffentlichen Rechts.

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08. April 2007 21:39

38 € für Waschen, Schneiden, Fönen?

Franz Müller (Franzy)

Ich zahle noch 17 Euro in Baden-Württemberg für Waschen, Schneiden und Fönen, zuzüglich ein wenig zärtliche Berührung am Kopf und ein nettes Gespräch mit meinem Friseur, Zeitdauer etwa 20 Minuten (ohne Warten).

Kein Wunder, dass bei diesen Preisen ein Bekannter von mir sich sein Haar selbst richtet - mit Flowbee, einem Staubsauger, zwei Spiegeln, einer einfachen Schere, einem billigen Rasiermesser und ein wenig Geschicklichkeit!
Ich durfte mal zuschauen. Die Frisur sieht ordentlich aus, vielleicht nicht ganz perfekt wie von Meisters Händen, aber deutlich gekürzte, sauber geschnittene Haare und recht ansehnlich, Zeitdauer etwa 50 Minuten, Kosten: 10 Cents für Strom. Das Trinkgeld schenkt er sich selbst.



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08. April 2007 20:31

@Jöns-Peter Schmitz (Schmitz4)

Andreas Neubert (Citizen_Kane)

"In dubio pro libertate!"

Es ist ja immer schön, in theoretischen Diskussionen Ideologien zu huldigen. (In ihrem Falle dem Liberalismus, ich selbst bin übrigens auch nicht ideologiefrei).

Aber irgendwann muss jede Ideologie (egal ob Liberalismus, Neoliberalismus, Kommunismus, Sozialismus, usw.) sich der Realität stellen.

Und wenn Menschen von ihrer eigenen Hände Arbeit nicht (und wenn auch "nur" in Würde) leben können, dann wird jede Ideologie zum blanken Zynismus. Prüfstein jeder Ideologie ist die Realität. Kommunismus und Sozialismus haben bewiesen, dass sie diese Prüfung nicht bestanden haben. Für den heutigen herrschenden Wirtschaftsliberalismus (manche nennen es auch Neoliberalismus) steht die historische "Abrechnung" noch bevor. Ideologische Verblendung ist kein Vorrecht unserer Vorgängergenerationen.

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08. April 2007 20:15

Hartz IV

Michael Schultz (Offensichtlich)

Also ich glaube jeder Arbeitslose bekommt mehr als 3,18 € Stundenlohn vom Staat geschenkt!

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08. April 2007 19:40

Mindestlohn- ein leerer Wahn!

Peter Keul (hildennet)

Das ist doch so einfach: Arbeit, die zu teuer ist, findet nicht statt. Vielleicht aber da, wo sie billiger ist. Was nutzt dem Arbeitnehmer ein Mindestlohn, den er nicht bekommt.

Das haben selbst die Kommunisten in China begriffen: schlecht bezahlte Arbeit ist immer noch besser als keine Arbeit - Pardon: das ist in Deutschland nicht ganz richtig, hier füttern die, die arbeiten die Nicht-Arbeiter mit durch. Das ist nett von uns. Aber es wird immer weniger finanzierbar. Selbst bei allgemeiner Gutwilligkeit.

Dem Chinesen, (Inder, Rumänen, Polen....) ist unser Sozialsystem herzlich schnuppe. Er arbeitet für das Geld, was ihm angeboten wird. Die Alternative ist je nach Land betteln, stehlen oder hungern. Diese "grausame" Realität kommt in deutschen Fernsehstuben einfach nicht an.

Der China-Boom lebt einzig und allein vom Lohngefälle. Na und? Was sollen sie sonst machen? Die einzige nennenswerte Recource sind Arbeitskräfte. Willig, fleissig und immer besser ausgebildet.

Ob der Lohn für ein fiktives Lebensstandartmodell ausreicht, ist völlig uninteressant. Müntefering ist das egal. der hat längst ausgesorgt, seine Rente scheint sicher. Er muss nur noch über die nächste Wahl kommen. Danach ist er nicht einmal Geschichte

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08. April 2007 19:37

Müntefering als Unternehmer???

Jöns-Peter Schmitz (Schmitz4)

Es ist keine Frage, dass derartige Lohnverhältnisse fragwürdig sind. Ich bin auch der Meinung, dass ein Mensch von seiner Hände Arbeit leben können sollte, ohne zusätzliche Staatshilfe in Anspruch nehmen zu müssen.

Aber sind die Politiker und Münteferings dieser Welt eigentlich dazu berufen oder auch nur in der Lage, beurteilen zu können, was ein Handwerk in Ostdeutschland erbringen kann? Menschen, die nie auch nur im Ansatz unternehmerisches, sondern allenfalls politisches Abwahl-Risiko zu tragen bereit waren!

Es kann und darf nicht sein, dass in diesem - bereits sozialdemokratisierten - Staat die Politik auch noch über die Gehälter und Löhne bestimmt! Wir sollten uns auch unbedingt dagegen wehren, dass über die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen und über die Erweiterung des Entsendegesetzes die Funktionäre über das Einkommensniveau entscheiden! In dubio pro libertate!

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08. April 2007 18:55

Unfaire Konkurrenz und Lohnhöhe

Paul Schächterle (paulimausi)

Frau Hain beklagt sich in dem Interview an einer Stelle über unfaire Konkurrenz. Sie spricht da einen m.E. wichtigen Punkt an. Es könnte auch als unfaire Konkurrenz angesehen werden, wenn von einzelnen Unternehmen zu niedrige Löhne gezahlt werden.

Ab wann eine Bezahlung als unfair anzusehen ist, darüber läßt sich natürlich streiten. Bei der Diskussion hierüber sollten nicht einzelne Lohnbestandteile, sondern der von einer durchschnittlichen Arbeiterin insgesamt erzielbare Lohn im Vordergrund stehen.

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08. April 2007 18:50

Das Problem ist...

Michael Schultz (Offensichtlich)

... es scheint zu viele Frisösen zu geben!

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08. April 2007 18:30

Wenn das in Ordnung sein soll, verstehe ich, warum es soviel Schwarzarbeit gibt!

Wilhelm Friedrich (WillyF)

Solche Arbeitgeberinnen, die das Unternehmerrisiko eiskalt auf ihre Beschäftigten abwälzen und sie ansonsten für einen Hungerlohn arbeiten lassen, müssen sich darüber im klaren sein, dass sie dadurch massiv die Schwarzarbeit fördern.

Ich habe vor langer Zeit in den Herbstferien einmal Kartoffeln gesammelt. Der Stundenlohn lag damals (bei einem durchaus geizigen Bauern) bei 10 DM. Das ist jetzt 40 Jahre her.

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08. April 2007 17:13

@ Herrn Göbel

Michael Weiss (Kynologe)

Irgendwie kann ich Ihre Rechnung nicht nachvollziehen, zumal GUTE Kräfte laut des berichtes auf 2000 Euro kommen, da frage ich mich, wie Sie auf einmal auf über 2500 OHNE Trinkgeld kommen. Was Frau Hain da von sich gibt stimmt zum Teil. Der Mindsestlohn würde wirklich viele Arbeitsplätze gefährden, aber frau Hain ist halt auch Unternehmerin und vor diesem Hintergrund sollte man auch Ihre Aussagen bewerten. Natürlich kann eine Friseurin entsprechend Umsatz machen, wenn sie gut ist - und die volle Arbeitszeit ausgelastet ist. Meine Mutter ist Friseurmeisterin und hatte 3 Betriebe. Deswegen weiß ich, wie es wirklich läuft. Viele Friseurinnen müssen sich entscheiden - Wohnung oder Auto - oder einen gut verdienenden Freund. Ich kenne gute, ausgelernte Friseurinnen mit Berufserfahrung, die auf keine 1000 Euro im Monat kommen, weil der Laden nicht voll genug ist. Das ist die Realität. Frau Hains Darlegung mag auf dem Papier funktionieren - aber leider hat sie nur wenig mit der Realität zu tun. Es gibt eine handvoll wirklicher Spitzenfriseure, die mehr als gut von ihrem Job leben können - für den Großteil trifft das allerdings nicht zu.

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08. April 2007 17:07

grober unfug

gus holler (gus.holler)

nomen est omen!

Wieder ein Beitrag der Verteilungsillusinonäre. Basis einer jeden Lohnzahlung ist die Einnahme des Kapitalisten. Und wenn der für sein Produkt in lohnintensiven Branchen soviel verlangt, wie sich Münte und Appologeten erträumen, wird keiner diese Produkte nachfragen.
Und dann ernährt der Betrieb niemanden mehr, sondern ist pleite - und alle dortigen Lohnabhängigen stehen auf der Strasse.

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08. April 2007 16:39

Goldener Boden

Dirk Sternberg (crescendo)

Es hat schon etwas Gespenstisches, wie im Dunstkreis marktliberaler Gesinnung sich frühkapitalistische Ausbeutungsprosa zelebriert, Aufschwung hin Aufschwung her. Untergrenzen für Einkommen sind natürlich genau so sinnvoll wie Höchstgrenzen für Ansprüche in diesen großkoalierten Zeiten. Dennoch scheint Frau H. bewusst zu vergessen, dass Nachfrage nach ihren Leistungen nicht nur der Markt schafft. Wie sagte einst Weiland Münte: Gutes Geld für gute Leistungen. Und das dann der Kundschaft vermitteln, fügt der aufgeschlossene Zeitgenosse gerne hinzu. Wertebewusstsein, was sich allein an Soll und Haben orientiert, korumpiert sich selbst, Frau Innungsmeisterin.

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08. April 2007 16:04

Frau Hain hat Recht

Carl Göbel (gobelge)

Wenn Sie, Herr Neubert, den Artikel gelesen hätten bevor sie ihn kommentieren, wüssten Sie, dass 3,18 Euro nur der Sockelbetrag sind.

Wäre Frau Hain eine Angestellte in einem Friseursalon würde sie bei beschriebener Arbeit ein Stundengehalt von 14,58 Euro (3,18 + 30% des Umsatzes über 12 Euro) haben, im Monat wären dies dann 2527,20 Euro zzgl. Trinkgeld.
Bei jüngeren Angestellten beläuft sich der Monatsbetrag dann auf 1487,20 Euro, wieder zzgl. Trinkgeld.
Letzteres ist ja auch abhängig von der Leistung. Leistung wird also doppelt belohnt.

Wer wirklich ein System bevorzugt, dass Fleißige bestraft und Faule belohnt, der mag sicherlich eine andere Meinung vertreten.

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08. April 2007 15:57

Auf dem Land

Philipp G (KpG2)

Ich wohne in Nds in einem kleinen Dorf, hier bezahle ich für einen Herrenhaarschnitt gerade mal 10 Euro.
Da frage ich mich natürlich wie die es schaffen genug zu verdienen, denn bei denen ist nie was los.

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08. April 2007 15:46

Richtig!

Andreas Würz (BluesBrother1983)

Genau! Ich kann allen nur voll und ganz zustimmen. Deswegen entlasst sofort alle Angestellten im Dienstleistungsbereich, die Leistungsbezogen und/oder Trinkgeldabhängig bezahlt werden. So können die bösen Chefs die armen Angestellten nicht weiter ausbeuten und auch noch stattliche Gelder kassieren, damit sie ihren tollen Friseur-Porsche finanzieren können...

Leute, denkt mal drüber nach, was ihr schreibt und vorallem überdenkt einmal die Relationen.

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08. April 2007 15:33

Unfähigkeit oder Unwille zu lesen

Andreas Müller (andiprivat)

Wer die Löhne kommentiert sollte vorher den Artikel gelesen und verstanden haben.

In dem Fall erkennt man, das der Lohn nicht bei 3,18 € pro Stunde, sondern bei 3,18€ plus 30% vom Umsatz über 12€ pro Stunde liegt. Wenn ich jetzt wie von Vorpostern geschrieben den Mittelwert aus 2-4 Haarschnitten zu je 12 € nehme, komme ich auf einen Stundenlohn von 10,38€ pro Stunde (3,18 + (3*12-12)*0,3) plus Trinkgeld.

Das klingt dann schon ganz anders als die gerne zitierten 3,18€

Wenn man natürlich einfach nur mit populistischen Thesen einen Mindestlohn fordern wird, geht man gerne über die Tatsachen hinweg und nimmt die provokative zahl von 3,18€.

Dies kommt aber nur zustande wenn man gar nicht arbeiten sollte.

Nachdenken und lesen hilft manchmal

Andreas

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08. April 2007 15:24

Interessanter Ansatz...

Udo Siebrasse (GroberUnfug)

...man verschiebt einfach das unternehmerische Risiko auf die Mitarbeiter, verlangt aber dafuer am besten von seinen Kunden noch mehr Geld.
Ich bin auch Unternehmer, stelle aber keine oder nur so wenige Mitarbeiter ein, wie ich sie mir leisten kann und auch Willens bin, von meinem Gewinn so viel abzugeben, dass meine Mitarbeiter nicht gezwungen sind, vor Arbeitsbeginn Zeitungen zu verteilen und Abends Pizza auszufahren.
Es bleibt mir immer noch unbegreiflich, wie man morgens noch guten Gewissens in den Spiegel sehen kann, wenn man seine eigene Gier dazu nutzt, um andere Menschen zusaetzlich auf Kosten der Gesellschaft auszubeuten. Es duerfte ja wohl klar sein, dass man eine Familie selbst fuer 7,50 Euro Mindeststundenlohn nicht ernaehren kann und die Mitarbeiter dazu zwingt, zusaetzliches Geld entweder durch Schwarzarbeit (keine Steuern) zu verdienen oder sich beim Sozialamt im Rahmen der Grundsicherung abzuholen.
Wer nicht bereit ist, das unternehmerische Risiko selbst zu tragen, sollte kein Unternehmen gruenden. Und wenn die Mitarbeiter schon das Risiko mittragen, dann sollte man sie - wie es bei fast jedem "Vertriebler" ueblich ist - angemessen bezahlen.

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08. April 2007 14:53

Umverteilungsstaat.

Andreas Neubert (Citizen_Kane)

Rechnen wir das mal nach. Unterstellen wir mal, eine Friseurin arbeitet 8 Stunden am Tag 5 Tage die Woche, macht nach Adam Riese 508 Euro im Monat (!).

Un das findet unser Bundesarbeitsminister in Ordnung. Immer mehr Menschen die Vollzeit arbeiten müssen ergänzend beim Staat Hartz IV beantragen, weil sie von ihrer Vollzeittätigkeit nicht leben können. Aber da scheint unser Bundesarbeitsminister auch kein Problem mit zu haben.

Ich sehe es nicht ein mit meinen Steuergeldern das Leben von Menschen zu subventionieren die bei ihren Hungerlöhnen Hartz IV beantragen müssen, nur um den Arbeitgebern dieser Menschen ihren Profit zu ermöglichen. Da bekommt der Begriff des "Umverteilungsstaates" mal einen völlig neuen Aspekt. Umverteilung von der Mitte nach oben.

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08. April 2007 13:20

die 3,18 Euro pro Stunde sieht man uns leider an

Susanne Fiek (SophieCharlotte)

Ich weiß nicht recht, ob uns die deutsche Friseurkunst nicht mehr wert ist als 3,18 Euro, oder ob der Mickerlohn erst zu diesem Bild des Jammers führt, das man im deutschsprachigen Fernsehprogramm, im ÖPNV und im Straßenbild begutachten kann.

Das Standardrepertoire deutscher Friseure und Friseurinnen ist der gestufte Kurzhaarschnitt, derzeit in abgefressener Optik mit bunten Strähnchen, variiert durch die jeweilige Mode - d. h. mit oder ohne Dauerwelle. Im besten Fall verlässt man den Laden als exotischer Papagei. Ist die formgebende Schmiere erst mal rausgewaschen, fällt das Kunstwerk zu einem unbeherrschbaren Chaos zusammen. Als (trügerische) Hoffnung bleibt nur der nächste Friseurbesuch - und das Spiel beginnt von vorne. Uns Deutsche erkennt man jedenfalls schon am Haarschnitt und das geschieht uns recht.

Wer glaubt, er könnte für niedrige Löhne gute Arbeit bekommen, hat sich halt in den Finger geschnitten.




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08. April 2007 13:02

Hallo Frau Hain

Martin Brauner (Braubundmadin)

Ich habe 3 Jahre in Erfurt gelebt..ist gerade 2 Jahre her, und ich habe noch gute Kontakte zu arbeitenden Frisösen.
Ein Herrenhaarschnitt trocken mit ausrasieren kostet 12€...ohne Luxus!
Davon schafft ein Friseur 2 bis 4 Stück pro Stunde und geht nach 160 Stunden mit 400 € heim! Trinkgeld 50€ in guten Monaten!
Mir ist Schleierhaft wie man da auf 2000€ kommen soll...selbst bei 9€ die Stunde...so lange hat doch kein Friseur auf!
Ich warte schon drauf, das bald jemand erzählt Wachmänner finden auf Streife so viel Geld( das da so rumliegt), das sie nicht mehr als 4,40€ verdienen müssen :-)

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08. April 2007 12:21

Warum nicht für den Arbeitsplatz bezahlen!

A. Malliki (a.malliki)


Kann man als Chef gut schlafen, wenn man seinen Mitarbeitern nur 3 Euro die Stunde bezahlt?

Ja!

Je weniger bezahlt wird um so besser. Das bringt gesellschaftliche Anerkennung, denn trotz Hungerlöhne sind die Dienstleistungspreise in Deutschland überdimensional gestiegen.

Hohe Endpreise bedeuten nicht unwillkürlich höhere Stundenlöhne für die Angestellten. Beim Friseur soll also der Kunde auf den hohen Endpreis noch Trinkgeld bezahlen, damit der Chef nicht mehr bezahlen muß. LÄCHERLICH!

17,50 Euro der Haarschnitt ist wahrscheinlich ein Herrenhaarschnitt - also Kurzhaar, trocken ohne föhnen.

Liebe Frau Hain (Friseurladenchefin u. Mgl. d. FDP), hier stapeln Sie mal wieder richtig tief, fehlt nur noch dass Sie erklären, dass es Ihnen zum Leben nicht reicht!

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