26. Februar 2008 Im öffentlichen Dienst soll es von Montag an bundesweite Warnstreiks in allen Bereichen geben. Die Gewerkschaft Verdi will nach eigenen Angaben erneut zu Warnstreiks aufrufen. Das sagte ein Sprecher am Dienstag, nachdem in Potsdam die vierte Tarifrunde für die 1,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen ohne Annäherung beendet wurde. Einen Zeitpunkt nannte Verdi noch nicht. Am Nachmittag wollten sich die Arbeitgeber und die Gewerkschaft in Pressekonferenzen zum Stand der Verhandlungen äußern.
Auch Bundespolizei und Bundeskriminalamt beteiligten sich an Warnstreiks, sagte Konrad Freiberg, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, am Dienstag am Rande der Tarifverhandlungen in Potsdam. Die Streiks sollen nicht mehr punktuell, sondern im gesamten öffentlichen Dienst erfolgen. Auch Flughäfen seien betroffen. Gewerkschaften und Arbeitgeber wollen sich bei einer fünften Verhandlungsrunde am Donnerstag und Freitag kommender Woche weiter um eine Annäherung bemühen.
Kein neues Angebot
Wie aus Teilnehmerkreisen zu erfahren war, legten die Arbeitgeber kein neues Angebot vor. Verdi-Chef Frank Bsirske hatte für diesen Fall bereits am Vormittag weitere Streiks angedeutet. Ähnlich äußerte sich der Verhandlungsführer der Tarifunion im Beamtenbund, Frank Stöhr. Der Verhandlungsführer des Bundes, Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU), sagte, man stehe aber weder unmittelbar vor dem Scheitern noch unmittelbar vor einem Abschluss. Die Gewerkschaften verlangen für die 1,3 Millionen Tarifangestellten bei Bund und Kommunen acht Prozent, pro Monat aber mindestens aber 200 Euro mehr. Die Arbeitgeber boten fünf Prozent in drei Schritten, verteilt auf zwei Jahre und verbunden mit längeren Arbeitszeiten.
In der vergangenen Woche traten bundesweit mehr als 200.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in mehrstündige Warnstreiks.
Text: AP
Bildmaterial: dpa
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