Arbeitsmarkt

Niedrigster Krankenstand seit 1970

2006 gingen Arbeitnehmer lieber ins Büro, statt zum Arzt

2006 gingen Arbeitnehmer lieber ins Büro, statt zum Arzt

15. Januar 2007 Die Arbeitnehmer in Deutschland melden sich immer seltener krank. Im vergangenen Jahr fielen die krankheitsbedingten Fehlzeiten in den Betrieben auf ein Rekordtief. Das berichtet die Zeitung „Die Welt“ unter Berufung auf eine neue Statistik des Bundesgesundheitsministeriums.

Demnach fehlten die Beschäftigten im Jahr 2006 im Durchschnitt 3,29 Prozent der Sollarbeitszeit. Das entspricht 7,2 Arbeitstagen. Die durchschnittlichen Fehlzeiten wegen Krankheit seien damit das siebte Jahr in Folge rückläufig, berichtet die Zeitung.

Weniger Beschäftigte im Bau

Im Jahr 2006 habe die Krankenstandsquote den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung und im Westen das niedrigste Niveau seit Einführung der Lohnfortzahlung im Jahr 1970 erreicht. Insgesamt seien die Krankenstände in den Betrieben in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 20 Prozent zurückgegangen (1997: 4,19 Prozent der Sollarbeitszeit).

Arbeitsmarktexperten nennen als einen wichtigen Grund für das Rekordtief die Angst der Arbeitnehmer, in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit den Job zu verlieren.

Außerdem sind laut Statistik vor allem Veränderungen in der Beschäftigtenstruktur für die niedrigen Fehlzeiten verantwortlich: Der Arbeitnehmeranteil in Industrie und Bau mit schwerer körperlicher Arbeit und überdurchschnittlich hohen Krankenständen geht seit Jahren kontinuierlich zurück und die Beschäftigung im Dienstleistungsbereich steigt.

Text: AFP, dpa
Bildmaterial: dpa

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