Von Joachim Jahn
17. August 2007 Die Gehälter der deutschen Manager sind im vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen. Das haben die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der Wirtschaftswissenschaftler Gunther Friedel von der Technischen Universität München ausgerechnet. Demnach kletterten die durchschnittliche Barbezüge eines Vorstandsmitglieds in den 30 Dax-Unternehmen um 7,7 Prozent auf rund 1,9 Millionen Euro. Die Vorstandschefs verbesserten sich um 7,3 Prozent auf 3,4 Millionen Euro.
Zusätzlich räumten 23 der größten Konzerne ihren Vorständen eine Vergütung ein, die in irgendeiner Form vom Aktienkurs des Unternehmens abhängig ist - von Aktienoptionen und Wandelanleihen über Bezugsrechte bis zur Ausgabe von echten oder virtuellen Aktien. Damit brachte es ein Vorstandschef durchschnittlich auf eine weitere Million Euro (23 Prozent der Gesamtvergütung). Allerdings lässt sich der Wert solcher Gehaltsbestandteile im Voraus nur schwer ermitteln. Bei ungünstiger Entwicklung des Kurses oder anderer Erfolgskriterien kann es auch sein, dass kein einziger Euro fließt, sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker am Donnerstag in Frankfurt. Er forderte deshalb, dass die Unternehmen im Nachhinein zusätzlich bekanntgeben müssten, was amtierenden und früheren Managern tatsächlich zugeflossen sei. Das vor zwei Jahren verabschiedete Vorstandsvergütungs-Offenlegungsgesetz (Vorstog) verlangt dagegen nur die Offenlegung des Zeitwerts solcher Aktienprogramme zum Zeitpunkt ihrer Gewährung.
Ackermann weiter an der Spitze
Den Spitzenplatz belegte erneut die Deutsche Bank. Ein einfaches Vorstandsmitglied verdiente dort allerdings mit 3,7 Millionen Euro im vergangenen Jahr 6,7 Prozent weniger als 2005 - dabei konnte das größte deutsche Geldinstitut sein Ergebnis je Aktie im gleichen Zeitraum um 75 Prozent steigern. Auf Platz 2 folgt die Metro, deren Führungscrew ihr Entgelt um 60 Prozent steigern konnte. Das ist der höchste Zuwachs im Dax 30. Das größte Minus mussten die Vorstände von Daimler-Chrysler hinnehmen; sie rutschten um 47 Prozent auf 1,58 Millionen Euro - trotz eines Anstiegs des Ergebnisses je Aktie um fast 13 Prozent.
Spitzenverdiener unter den Vorstandschefs war abermals Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der zusammengerechnet 13,2 Millionen Euro in bar und Aktienoptionen erhielt. Schlusslicht war TUI-Chef Michael Frenzel mit knapp 2 Millionen Euro.
Pensionszusagen unklar
DSW-Chef Hocker sprach sich für eine stärkere Standardisierung jener Angaben aus, die das Vorstog vorschreibt. Die Angaben zum Zeitwert von Aktienoptionen ließen sich selbst von Vergütungsexperten bislang kaum überprüfen, beklagte auch Hochschullehrer Friedl. Ein blinder Fleck seien überdies die Pensionszusagen und Übergangsregelungen, sagte Hocker. Hier verlange das Gesetz bisher nur eine Darstellung des wesentlichen Inhalts der Zusagen.
Die Aktionärsvereinigung kritisierte zudem, dass Deutschland bisher nicht die Anregung der Europäischen Kommission befolgt habe, den Anteilseignern mehr Einfluss auf die die Bezahlung der Vorstände zu geben. Rühmliche Ausnahmen sind etwa England und die Niederlande, sagte Hocker. Dort werde auf den Hauptversammlung über den Vergütungsbericht abgestimmt. Dieses Votum der Aktionäre sei allerdings nicht verbindlich.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V., AFP, AP, ddp, dpa, dpa/dpaweb, picture-alliance/ dpa, REUTERS
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| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.440,70 | -1,46 |
| TecDax | 721,58 | -3,36 |
| DowJones | 11.419,22 | -1,83 |
| Nasdaq | 2.293,24 | -1,40 |
| STOXX 50 | 3.354,58 | -0,97 |
| Nikkei 225 | 13.603,31 | +2,18 |
| Euro/Dollar | 1,57 | -0,13 |
| Bund Future | 110,94 | +0,75 |
| Gold | 925,15 | +0,37 |
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