18. Oktober 2004 Die Zahl der überschuldeten Haushalte in Deutschland wächst. Nach einer aktuellen Studie des Familienministeriums, die dieser Zeitung vorliegt, waren 2002 in der Bundesrepublik 3,1 Millionen Haushalte überschuldet. Das entspricht 8,1 Prozent aller Haushalte. Damit habe sich der steigende Trend der vergangenen Jahre weiter fortgesetzt, heißt es in der Studie: 1994 gab es zwei Millionen überschuldeter Haushalte, 1999 waren es 2,7 Millionen.
Als überschuldet gilt, wer trotz dauerhafter Reduzierung seines Lebensstandards nicht genügend Geld hat, um seine Schulden fristgerecht zu tilgen. Während der Anteil überschuldeter Haushalte in Ostdeutschland bei 11,3 Prozent lag, waren es im Westen 7,2 Prozent. Vor allem in den neuen Ländern ist Arbeitslosigkeit die Hauptursache für die Überschuldung. 46 Prozent der Fälle suchten wegen Arbeitslosigkeit die Schuldnerberatung auf, im Westen waren es 23 Prozent. In Westdeutschland spielten daneben vor allem Trennung und Scheidung mit 23 Prozent und gescheiterte Selbständigkeit mit 20 Prozent eine wichtige Rolle.
Während im Westen Haushalte mit drei oder mehr Personen überproportional stark vertreten waren, führte im Osten jeder zweite einen Einpersonenhaushalt. Gläubiger waren bei 70 Prozent die Banken, bei 42 Prozent der Versandhandel und bei 27 Prozent die Telefongesellschaften.
Text: cag., F.A.S.