Steuerzahler-Gedenktag

Seit 7.57 Uhr arbeiten wir für die eigene Kasse

Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Karl Heinz Däke, “feiert“ den Steuerzahler-Gedenktag.

Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Karl Heinz Däke, "feiert" den Steuerzahler-Gedenktag.

08. Juli 2008 Seit heute morgen, 7.57 Uhr, arbeiten die deutschen Steuerzahler rein rechnerisch für den eigenen Geldbeutel. Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Karl-Heinz Däke, startete zu diesem Zeitpunkt mit einem sogenannten Gedenktag-Lastwagen zu einer Tour durch Berlin. Däke wies darauf hin, dass die Steuerzahler bislang in diesem Jahr ausschließlich dafür gearbeitet hätten, Steuern und Abgaben zu bezahlen.

Die Tour führte unter anderem an den Parteizentralen von CDU, SPD, FDP, Grünen und Linkspartei sowie Reichstag, Kanzleramt, Bundesrat und Finanzministerium vorbei. Däke sagte, die Steuerzahler seien in diesem Jahr „zart“ entlastet worden. Während die sogenannte Einkommensteuerbelastungsquote im vergangenen Jahr noch bei 52,4 Prozent gelegen habe, sei sie in diesem Jahr auf 51,73 Prozent gesunken.

Nur Belgier und Ungarn zahlen noch mehr Steuern und Abgaben

Das Steuerzahler-Mobil unterwegs in Berlin

Das Steuerzahler-Mobil unterwegs in Berlin

Dies liege im Wesentlichen daran, dass die Beiträge zur Sozialversicherung gesunken und die Unternehmen durch die Unternehmensteuerreform entlastet worden seien. Aber es sei immer noch so, dass im Durchschnitt nicht einmal die Hälfte des erwirtschafteten Einkommens bei den Steuer- und Abgabenzahlern bleibe, sagte Däke. 2007 fiel der sogenannte Steuerzahler-Gedenktag auf den 13. Juli.

Däke kritisierte, die Steuer- und Abgabenlast sei in Deutschland im OECD-Vergleich wesentlich zu hoch. Nur in Belgien und Ungarn müsse ein Single mit Durchschnittsverdienst mehr Steuern und Abgaben als in Deutschland zahlen. „Die Steuer- und Abgabelast muss begrenzt werden“, forderte Däke.

Deutliche Senkung der Last erst ab 2010 erwartet

Dies könne gelingen, da die Steuereinnahmen ständig stiegen und Einsparungen im Haushalt möglich seien. Er rechne aber damit, dass eine deutliche Senkung der Last erst 2010/11 realisiert werde. Däke sagte, vor allem die mittleren Einkommen müssten entlastet werden. „Wir brauchen einen durchgängig linear progressiven Einkommensteuertarif.“

Die vom Karl-Bräuer-Institut des Bundes der Steuerzahler ermittelte Einkommensteuerbelastungsquote zeigt, wie viel der Staat vom Einkommen der Bürger und Betriebe auf das Jahr bezogen einbehält. Die Quote wird ermittelt, indem man die Summe aus Steuern und Abgaben ins Verhältnis zum Volkseinkommen setzt und dies auf die Kalendertage eines Jahres umlegt.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa

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