
Es wuerde mich nicht wundern, wenn anhand dieser Zahlen wieder das Geheule nach Mindestloehnen beginnt. Gaebe es die, waeren die hier erfassten Aufstocker keine Geringverdiener, sondern Hartz4ler. Das ganze Mindestlohngetoese unterstellt ja immer irrigerweise, aller geringfuegig Beschaeftigten erhielten nach Einfuehrung des Mindestlohns einen eben solchen. Dies wird nur dort der Fall sein, wo die Produktivitaet dieser Beschaeftigung die Arbeitskosten uebersteigt. Wenn dem aber so waere, wuerde das System von Angebot und Nachfrage ueber den Markt die Gehaltsstruktur ohnehin immer nah an die Produktivitaetsgrenze verschieben, d.h. der Wettbewerb wuerde dafuer sorgen, dass sich niemand deutlich unter Marktwert "verkaufen" muss; einen Mindestlohn braucht es dann nicht. Liegt die Produktivitaet aber unter den Arbeitskosten, gibt es aus Arbeitnehmersicht natuerlich nur eine Option, naemlich den Betreffenden zu entlassen. Ehrlich waere es daher zu sagen, wir wollen lieber Menschen in die Arbeitslosigkeit gehen sehen, als zu geringfuegigen Loehnen zu arbeiten. Einzig dafuer wird der Mindestlohn gut sein. Mehr verdienen wird infolgedessen natuerlich niemand.

"Den größten Anteil am aktuellen Anstieg hatten die sogenannten Minijobber. Bei dieser „geringfügigen Beschäftigung“, so die offizielle Bezeichnung, ist der monatliche Verdienst auf 400 Euro begrenzt, darf aber komplett vom Arbeitnehmer einbehalten werden." Das ist kompletter Unsinn. Von den ersten 400 Euro dürfen lediglich 160 behalten werden.

...denn im Artikel steht: "Ob die Leistungsbezieher eine Vollzeit- oder eine Teilzeittätigkeit ausüben, lässt sich aus der Statistik ebenso wenig ablesen wie die Höhe des Stundenlohns, zu dem sie arbeiten." Trotzdem scheint für die bisherigen Kommentatoren festzustehen, dass alles nur an den niedrigen Stundenlöhnen liegen kann. Oder will man nicht lesen? Für mich wäre die Statistik nur aussagefähig, wenn die Teilzeitbeschäftigten ausgenommen wären.

im Arbeitsmarkt. Diese Subventionen der Löhne, damit einige Unternehmen für billig Geld "arbeiten" können ist eine Ohrfeige für all dies Unternehmer, die Arbeit/Produkte mit "echten" Löhnen generieren und über Abgaben auch noch solche Subventionen mitfinanzieren müssen. Wann erleben wir hier in Deutschland einen echten breitangelegten Wettbewerb um die guten Arbeitnehmer? Da können Löhnen auch steigen. Aber gibt es zu wenig "gute" Arbeitnehmer? Wenn ja, woran liegt das? Auf jeden Fall hätte der Pressetext auch in den Jargon der DDR gut gepaßt.

BA/IAB bezeichnen es als Erfolg, daß arbeitende Langzeitarbeitslose weiter auf Hartz IV angewiesen sind. Da fragt man sich doch, wie es im Oberstübchen der Verantwortlichen eigentlich so ausschaut. Besonders viel Klarheit und Distinktion scheinen dort ja nicht zu herrschen. Stattdessen erblühen sinngemäß Paradoxien wie arbeitender Langzeitarbeitsloser, Vermittlungserfolge in unbezahlte und Kinderlohn-Arbeit, Integration in die aufstockende Dauerhilfsbedürftigkeit. Aus dieser BA-Pressemitteilung, welche die FAZ hier freundlicherweise veröffentlicht, kann die BA kaum ein gutes Image ziehen. Vielmehr ist ihr bei ihrer "Argumentation" sogar zuzutrauen, daß sie eines Tages jubeln wird: Endlich Vollbeschäftigung dank Kommunismus, Zwangsarbeit und Sklaverei. Wann lernen es Politiker endlich? Sozial ist nicht, was Arbeit schafft. Sozial ist, was Löhne schafft. Dann könnte man sich die ganze "Ich-arbeite-nur-weil-ich-gerne-gebraucht-werde"-Arbeitsmarktspiritualität, die in den letzten Jahren fleißig propagiert wurde, auch gleich schenken.

ich finde es erschreckend, dass schon so viele menschen von ihrer arbeit nicht mehr leben können!!!dieser großer erfolg zur bekämpfung der arbeitslosigkeit ist in meinen augen mehr als fragwürdig!!! außerdem finde ich es eine frechheit, wie hier mit staatsgeldern der niedriglohnsektor sogar noch ausgebaut wird!!!wo bitte ist der anreiz eines unternehmers seine angestellten noch angemessen zu bezahlen, wenn man angestelle im friseursalon oder callcenter auf staatskosten für 3,50 € abspeisen kann???

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob dies zutrifft, doch wird nach meiner Kenntnis nicht jeder Niedrigverdiener automatisch aufgestockt, sondern nur dann, wenn er keine entsprechenden Vermoegenswerte mehr veraeussern kann: er muss, stimmt meine Annahme, also erst einmal richtig verarmen, und hat auch keine Chance, sich wieder etwas zu erarbeiten, denn dann entfaellt sein Anspruch ja wieder. Ich wuesste ausserdem gerne, was "intelligente Kombiloehne sind", doch vorbehaltlich dessen scheinen mir Mindestloehne sehr wohl dringend geboten, denn hier kann es nicht nur um Arbeit allein gehen, sondern auch um menschenwuerdige Arbeit. Zudem muessten andere strukturelle Erneuerungen eine solche Einfuehrung unterstuetzen: so muessten die Gewerkschaften davon Abstand nehmen, nur Arbeitnehmer in Lohn und Brot zu unterstuetzen, sondern muessten sich genauso deren arbeitslosen Gnossen zuwenden.

Im dem Artikel geht es darum, das die Zahl der "Aufstocker" gestiegen ist und dies als Erfolg zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit ist! Dabei ist es nur eine Lüge, um die eigene Politik aufzuwerten und die Lobbyarbeit zu verschleiern! Klar, man könnte die Zahl der Langzeitsarbeitslosen noch weiter drücken, wenn die Unternehmen noch niedrigere Löhne zahlen müssen, welche vom Staat aufgefangen werden! Wenn ein Unternehmner bzw. Arbeitgeber einen Angestellter benötigt, dann soll er diesen auch ordentlich bezahlen, das dieser davon leben kann, sonst arbeitet der Angestellter für den Arbeitgeber praktisch gesehen umsonst! Daher ist die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens / Bürgergeld notwendig, denn dann müssen Unternehmen wieder ordentliche Löhne / Gehälter zahlen, wenn sie nicht alles alleine machen wollen!