Panne im Atomkraftwerk

Verliert Krümmel die Betriebserlaubnis?

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12. Juli 2007 Der schwedische Energiekonzern Vattenfall Europe gerät weiter unter Druck. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) schließt einen Entzug der Betriebserlaubnis für das Atomkraftwerk Krümmel in Schleswig-Holstein nicht aus und droht mit einer Blockade des Reaktors. Unterdessen gab Vattenfall seinen Widerstand gegen eine Befragung der bei der Panne verantwortlichen Mitarbeiter auf und kündigte für Freitag einen Zwischenbericht zu den Vorfällen in Krümmel an.

Gabriel drohte dem Betreiber an, ein Wiederanfahren des AKW Krümmel zu unterbinden. Die Bundesaufsicht könne die schleswig-holsteinische Atomaufsicht anweisen, einem Wiederanfahren nicht zuzustimmen, sagte Gabriel. Am kommenden Montag werde es ein Gespräch der Atomaufsicht mit den Schichtführern geben. Es müsse „sehr präzise“ geklärt werden, warum nach dem Transformatorbrand die vorgesehenen Sicherheitsbestimmungen nicht exakt befolgt worden seien und welche Rolle dabei das Verhalten „entscheidender Mitarbeiter“ gespielt habe. Vieles spreche dafür, dass es Kommunikationsprobleme gegeben habe.

Vattenfall weist Kritik zurück

Gabriel zeigte sich überzeugt, dass die schleswig-holsteinische Atomaufsicht von sich aus Sorge tragen werde, dass vor Klärung aller Fragen ein Wiederanfahren nicht möglich sei. Gegebenenfalls werde der Bund dies mit einer atomrechtlichen Weisung „selbstverständlich“ verhindern. In diesem Fall trage der Bund auch das Prozessrisiko, falls Vattenfall Schadenersatz gelten mache. Gabriel unterstrich aber: „Im jetzigen Stadium auf die Idee zu kommen, den Reaktor wiederanzufahren, das würde sich selbst Vattenfall nicht zutrauen.“

Vattenfall-Sprecher Ivo Banek wies Kritik an dem Energiekonzern zurück. Er sehe derzeit keine Grundlage für den Vorwurf mangelnder Kooperation. „Wir arbeiten ohne Abstriche mit der Aufsichtsbehörde zusammen“, sagte er.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) verzeichnet zunehmend Pannen in älteren Atomkraftwerken. Die „meldepflichtigen Ereignisse“ nähmen bei älteren AKW auf jeden Fall zu, sagte BfS-Präsident Wolfram König. Besonders die 1969 entworfene Baureihe tue sich hier hervor. „Was wir jetzt feststellen, ist der Versuch der Unternehmen, gerade von neueren Kraftwerken Reststrommengen auf ältere zu übertragen.“ Dies sei nicht im Sinne des Gesetzgebers.



Text: DDP
Bildmaterial: dpa, picture-alliance/ dpa, reuters

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