FAZ.NET-Spezial

Der Bahnstreik - Vorgeschmack auf mehr

Spezial Beugt sich die Bahn dem Druck der Lokführer, werden auch in anderen Wirtschaftszweigen immer mehr Beschäftigte in Schlüsselpositionen Aufschläge verlangen. Es käme zu einer weiteren Radikalisierung, auf die der Bahnstreik nur ein Vorgeschmack ist. Von Nico Fickinger.

Lesermeinungen zum Beitrag

03. Juli 2007 15:48

Der Untertan!

Peter Tänzer (Elchbaer)

Herr Meier ist augenscheinlich ein großer Freund der Arbeitgeberhaltung á la Diederich Heßling aus Heinrich Manns Untertan. Genau: Weg mit dem Pöbel, sonst lassen wir schießen! Jetzt fehlt nur noch der Auftritt der herrlichen jungen Majestät wie bei den im Buche beschriebenen Krawallen in Berlin. Nur das Diederich hernach von seinem Kaiser in den Kot geritten wurde und von dort unten heraufstaunte... Ist aber auch egal, so man nur am Großen und Ganzen teilhaben darf. Da kann man auch schon mal einen Fahrkartenkondukteur kujonieren ;-))

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03. Juli 2007 15:01

Selbstversuch

Susanne Ruitenberg (SusanneRuitenberg)

Der Autor möge mal versuchen, mit dem Gehalt eines Lokführers im Ballungsgebiet mit zwei Kindern zu überleben. Ich wäre gespannt.

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03. Juli 2007 14:43

Bahnstreik

Stefan Meier (Freeplayer)

Wieder einmal wird auf dem Buckel des Arbeiters unsinnige Lohnforderungen geltend gemacht. Warum kann man denn die Streikenden nicht einfach entlassen. Bei dieser hohen Arbeitslosenquote sollte es doch nicht schwierig sein, genügend arbeitswillige Leute zu finden. Reagan hatte es damals beim Fluglotsenstreik vorgemacht. Die Bundeswehr hat sicher temporär genügend Leute die eine Lok fahren können. Also weg mit dem streikenden Gesindel. 30 % mehr Lohn.... toll, ich wünschte ich könnte auch solche unsinnigen Forderungen stellen....

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03. Juli 2007 11:10

Unterbezahlt?

Sophia Orti (rum)

"Man mag sich in der Tat fragen, ob ein Lokführer mit knapp 2200 Euro im Monat nicht unterbezahlt ist"

Und wäre er mit DM 4400 pro Monat unterbezahlt?

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03. Juli 2007 10:04

Andersrum könnte auch ein Schuh draus werden

Peter Tänzer (Elchbaer)

Vielleicht ist es aber auch so, dass die Radikalisierung der Tarifbewegung schon längst Einzug gehalten hat, nämlich durch die Totalverweigerung einer überfälligen Anpassung der Gehälter im unteren und mittleren Verdienstbereich an die tatsächlichen Gegebenheiten des Marktes (wie sich der Bürger ja auch immer an den "Markt" anpassen soll) durch eine Breite Arbeitgeberfront, Entschuldigung: Arbeitgeberbrust. Dieses Thema wurde doch jahrelang in bester Marie Antointte-Manier weggeschwiegen und euphemisiert: Sollen sie doch selber vorsorgen, leisten, verantworten blablabla etc.etc.
Wenn die "Radikalisierung" der Tarifbewegungen dazu führt, dass vielleicht das Drohgespenst der Auslagerung von Stellen für den Fall der Unbotmäßigkeit des malochenden Pöbels sich irgendwann totläuft (es werden kaum hochqualifizierte Inder sich darum prügeln, den Dieseltriebzug nach Bad Salzdetfurt zu pilotieren!), so wäre das sicher nicht verkehrt. Eine etwas bessere Balance zwischen den berechtigten Bedürfnissen derer, die den Börsenerfolg erbuckeln sollen und den "Entscheidern" mit Renditenotstand ist, ganz ohne dass man Oskar und Gregor-Bildchen auf dem Nachtkasten stehen hat, für beide Seiten gedeihlich, egal in welcher Branche.

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