24. Juli 2008 In der Arktis gibt es laut einem geologischen Gutachten genug Ölvorkommen, um die Welt bei ihrer derzeitigen Nachfrage drei Jahre lang zu versorgen. Eine Studie der amerikanischen Regierung vermutet im Meeresboden 90 Milliarden Barrel Öl sowie Gasvorkommen von 1,67 Billionen Kubikfuß (Tcf).
Bevor wir Entscheidungen über die Zukunft von Öl und Gas sowie über den Schutz bedrohter Tierarten, natürlicher Gemeinschaften und der Erde als ganzes treffen, müssen wir wissen, was es dort unten tatsächlich gibt, sagte Mark Myers, Direktor der zuständigen Behörde USGS. Er betonte, dass sich die Studie nicht mit der Wirtschaftlichkeit und den Erschließungskosten beschäftigt habe, die nach Expertenansicht erheblich seien dürften.
Neben den Vereinigten Staaten erheben auch Russland, Kanada, Dänemark und Norwegen Anspruch auf die Rohstoffe. Aufgrund der Klimaerwärmung und des erwarteten Abschmelzens der Polkappen werden die arktischen Öl- und Gas- sowie Edelmetall-Lagerstätten auf dem
Meeresboden künftig leichter zugänglich.
Ölpreis auf dem niedrigsten Stand binnen sieben Wochen
Nach der Rekordjagd der vergangenen Wochen entspannt sich die Lage auf dem Ölmarkt unterdessen weiter. Am Donnerstag sank das Preisniveau weiter. Der Preis der Sorte WTI zur Lieferung im September fiel im Vergleich zum Handelsschluss am Vortag um 10 Cent auf 124,34 Dollar pro Barrel (159 Liter). Zeitweise war der Ölpreis im asiatischen Handel bis auf 123,89 Dollar gefallen und erreichte damit den niedrigsten Stand in sieben Wochen.
Seit dem Rekordstand von 147,27 Dollar am 11. Juli fiel der Ölpreis um rund 23 Dollar oder 15 Prozent. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent sank am Donnerstag um 11 Cent auf 125,18 Dollar. Die am Mittwoch veröffentlichten Daten zu den amerikanischen Rohöl-Lagerbeständen signalisierten einen Rückgang der Nachfrage in den Vereinigten Staaten, sagten Händler. So waren die Benzin-Lagerbestände deutlich stärker als zuvor erwartet gestiegen.
Ein Auslöser für den Fall des Ölpreises sei die am Markt erwartete niedrigere Rohölnachfrage der Amerikaner, schreibt die Commerzbank in einer Studie. Ein weiterer Grund sei die Nachricht, dass Hurrikan Dolly die Ölförderung am Golf von Mexiko nicht beeinträchtigen werde.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa
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