14. Februar 2006 Der Emissionshandel entwickelt sich für die fünf größten deutschen Stromerzeuger zu einem Milliardengeschäft zu Lasten der Verbraucher. Die kostenlose Zuteilung der Emissionsrechte beschert Eon, RWE, Vattenfall, EnBW und der Steag zusammen jährliche Mitnahmeeffekte zwischen 3,8 und 8 Milliarden Euro.
Das geht aus Berechnungen der Umweltorganisation WWF vor, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegen. In der SPD wird daher erwogen, den Unternehmen die Verschmutzungsrechte für die Jahre 2008 bis 2012 nicht mehr gratis zuzuteilen, sondern einen Teil der Zertifikate zu versteigern.
Energieforschung fördern
Der Großteil der Erlöse von rund einer Milliarde Euro jährlich solle den Verbrauchern zurückgegeben werden, sagte SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber der F.A.Z. Mit dem Rest könnten Klimaschutzinvestitionen oder die Energieforschung gefördert werden.
Die Auktion werde die Strompreise nicht in die Höhe treiben, da die Strommonopolisten ja bereits heute den fiktiven Wert der Verschmutzungsrechte in den Preis einrechnen, den Gewinn aber voll in die eigene Tasche stecken, sagte Kelber.
Nach WWF-Schätzungen könnten sich die Zusatzeinnahmen der Stromkonzerne bis 2012 auf 31 bis 64 Milliarden Euro summieren - und damit auf ein Vielfaches der bisher angekündigten Investitionen von 11,6 Milliarden Euro. Die deutschen Stromkunden werden also im Zeitraum 2005 bis 2012 das gesamte Investitionsvolumen mehrfach aufgebracht haben, betont WWF-Klimaexpertin Regine Günther.
Den vollständigen Bericht lesen Sie an diesem Mittwoch im Wirtschaftsteil der F.A.Z.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: picture-alliance / dpa/dpaweb