Tankflugzeuge

Amerikanischer Verteidigungsminister nennt Auftragsvergabe „fair“

06. März 2008 Der amerikanische Verteidigungsminister Robert Gates hat die Vergabe des 35 Milliarden Dollar schweren Tankflugzeuge-Auftrags an den europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS als fair bezeichnet. Die Entscheidung sei auf Basis der Leistungsparameter getroffen worden, sagte er am Mittwoch. Zugleich lehnte er Spekulationen darüber ab, welche Auswirkungen ein Eingreifen des amerikanischen Kongresses in den Beschluss der Luftwaffe auf die Beziehungen zu den europäischen Partnern haben könnte.

Die amerikanische Luftwaffe hatte am Freitag die Bestellung von 179 Tankflugzeugen bei EADS bekanntgegeben (siehe EADS erhält Milliarden-Auftrag). Dem Airbus-Mutterkonzern gelang durch die Entscheidung des Pentagon überraschend der Einstieg in den amerikanische Rüstungsmarkt, der vom Erzrivalen Boeing dominiert wird. Laut Pentagon umfasst der Auftrag mit einem Volumen von umgerechnet 23 Milliarden Euro die Lieferung von 179 Tankflugzeugen. EADS war eigens für die Ausschreibung eine Partnerschaft mit dem amerikanische Unternehmen Northrop Grumman eingegangen, da das Pentagon den Auftrag nur an Firmen vergeben wollte, die ihre Flugzeuge in den Vereinigte Staaten bauen. Neben Northrop Grumman sind andere amerikanische Unternehmen beteiligt.

2000 zusätzliche Arbeitsplätze in Amerika

Die Auftragsvergabe an EADS und Northrop Grumman hat in den Vereinigten Staaten hohe Wellen geschlagen. Die Vorsitzende des amerikanische Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hatte am Montag eine Untersuchung des Großauftrags gefordert. Der Republikaner Duncan Hunter, Mitglied der Armeekommission des amerikanische Repräsentantenhauses, hatte beklagt, die Entscheidung werde mehr als 100.000 Arbeitsplätze in den Vereinigte Staaten kosten.

Das amerikanische Unternehmen Norhtrop Grumman rechnet nach dem Großauftrag der amerikanische Luftwaffe für den europäischen Rüstungs- und Raumfahrtkonzern EADS mit der Schaffung von 2000 neuen Jobs in den Vereinigte Staaten . Die Montage und die militärische Ausrüstung der Tankflugzeuge KC-45A würden in Mobile im amerikanische Bundesstaat Alabama stattfinden, wodurch voraussichtlich etwa 2000 neue Arbeitsplätze geschaffen würden, erklärte die Firma am Mittwoch. EADS betonte derweil in Paris, dass der Vertrag „keine Verlegung von Arbeitsplätzen“ von Europa in die Vereinigte Staaten zur Folge habe.

Der Tankfflugzeug-Auftrag werde „keine Jobs von den Vereinigte Staaten nach Frankreich oder irgendein anderes Land verlagern“, betonte seinerseits Northrop Grumman. Vielmehr werde er 25.000 Arbeitsplätze in den Vereinigte Staaten sichern. Außerdem seien 230 Firmen in 49 Bundesstaaten an der Zulieferung beteiligt. Seit der Bekanntgabe des Auftrags seien „zahlreiche irrtümliche Äußerungen in den Medien und im Kongress wiederholt worden“, fügte das Unternehmen hinzu. Northrop Grumman reagierte mit der Erklärung auf Kritik im eigenen Land an dem Großauftrag für den europäischen Konzern.



Text: Reuters
Bildmaterial: AP

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