Steuerpolitik

Durchschnittsverdiener - Zahlmeister vom Dienst

Dieses Jahr werden die Finanzämter rund 540 Milliarden Euro eintreiben. Das sind rund 60 Milliarden mehr als im Vorjahr. Längst hat der moderne Abgabenstaat auch die Durchschnittsverdiener im Griff. Insbesondere die ledigen und kinderlosen. Von Manfred Schäfers.

Lesermeinungen zum Beitrag

09. November 2007 14:32

Das ist aber auch gerecht so

Robert Schrey (etiterum)

Der Durchschnittsmensch wird vielleicht am höchsten belastet, er hat aber auch das einfachste Leben. Die Masse der Güter, die angeboten werden, sind auf seine Bedürfnisse zugeschnitten. Die Berufe passen zu seinen Fähigkeiten, das Unterhaltungsprogramm, der Tourismus, alles für den Durchschnittstyp maßgeschneidert.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
09. November 2007 11:46

Zur steuerlichen Belastung mittlerer Einkommen

Paul Schächterle (paulimausi)

Richtig an dem Artikel ist, daß die steuerliche Belastung mittlerer Einkommen in Deutschland zugenommen hat, wohingegen die steuerliche Belastung der hohen Einkommen abgenommen hat.

Die steuerliche Entwicklung ist davon gekennzeichnet, daß der Spitzensteuersatz abnimmt, und gleichzeitig die Beitragsbemessungsgrenzen sinken, so daß auch die Bezieher geringerer Einkommen die größte steuerliche Belastung tragen.

Die "Reichensteuer" ein Schritt in die entgegengesetzte Richtung, weil sie ab einer relativ hohen Einkommensgrenze eine größere Belastung vorsieht. Diese Belastung ist jedoch geringer als zu den Zeiten Helmut Kohls. Und ganz sicher führt die "Reichensteuer" nicht zu einer größeren Belastung mittlerer Einkommen.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
09. November 2007 09:27

Rückzahlung

Markus Teuber (arathorn)

der (Staats)Schulden ?
Welch Märchen aus 1001 Nacht !

Bisher ist es durch die im Übermaß fließenden (oder abgepressten -ganz wie man will) Steuereinnahmen ja nur zu einer Dämpfung der Neuverschuldung (!) gekommen.Wer aber glaubt,daß die Wirtschaft immer Geld liefert,das der Einzelne dann beim Finanzamt wieder abliefern kann,der irrt gewaltig.

Die Marktwirtschaft hat die Eigenheit,daß sie sich in Wellen bewegt.Zu jeder wirtschaftlichen Aufwärtsbewegung folgt zwingend eine Abwärtsbewegung .
Die Steuern und Abgaben,die die öffentliche Hand (und die sozialen Systeme) gerade wieder einnehmen,werden sie in dieser Höhe in einigen Jahren nicht mehr bekommen können.
Dann müssen wieder neue Schulden aufgenommen werden,weil die Steuer- und Abgabenschraube irgendwann eben nicht mehr weiter zugedreht werden kann.
Ein wirklicher "Schuldenabbau" ist also ein reines Phantasiegespinst.

Der einzige Weg - aber nun auf ewig verpaßt- wäre endlich ein Systemwechsel bei Steuern,Abgaben und Sozialbeiträgen gewesen !

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
08. November 2007 22:56

@ C. Heiligmann

Björn Opitz (hrbjoern)

23 Jahre Ausbildung? Man darf annehmen, dass dabei auch 13 Jahre Schule und diverse Jahre Studium mitgezählt wurden? Und wer hat das ganze bezahlt? Jahrzehntelang Staatsleistungen in Anspruch nehmen und dann abhauen - wenn das mal kein Missbrauch der "maroden Sozialsysteme" ist ... typisch deutsch, wenn man so will.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
08. November 2007 18:48

Ich zahle gern meine Steuern wenn...

Marco Zedler (Rhein-Kultur)

Ich habe kein Problem damit, einen ordentlichen Teil meiner Einnahmen an den Staat abzuführen. Natürlich nur wenn diese auch Sinnvoll verwendet werden ;). Sicherlich sind aber einige Änderungen am Steuersystem sinnvoll. Bei Jungunternehmern sollte es eine gestaffelte Erhöhung der Einkommensteuer über mehrere Jahre geben. Gerade in den ersten 5 Jahren wäre dies sicherlich eine Hilfe gerade was die Liquidität junger Firmen betrifft. Etwas höhere Steuerfreibeträge könnten da zusätzlich helfen (gerade für Kleinunternehmer müssten diese sowieso mal angepasst werden).

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
08. November 2007 16:45

Wahlrecht nach Einkommenssteuer gewichten ?

Richard Herden (richardherdenqwert)

Möchten Sie von Ackermann, Schrempp & Co
regiert werden ? Ich auch nicht. Dennoch kann
es nicht so weitergehen, dass wer NICHTS
in die Sozialkassen und Steuereinnahmen
einzahlt, überproportional über deren
Verwendung entscheidet.

So wählt sich die Mehrheit der Sozialhilfeempfänger
Regierungen, die ihr immer mehr Umverteilung ver-
sprechen. Nachdem der Halbteilungsgrundsatz gekippt
wurde, steht einer Besteuerung von Arbeitseinkommen
bis auf Hartz IV theoretisch nichts im Weg.

Die Minderheit derjenigen, die noch selbst
für ihren Lebensunterhalt arbeiten, können
dem Treiben nur ohnmächtig zusehen oder
auswandern.

Irgendwann wird die Mehrheit der Sozialhilfeempfänger
dann beschließen, die Grenzen zu sperren, damit ihr die Zahlesel nicht davonlaufen.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
08. November 2007 16:23

Abhauen kann man nur empfehlen.

Christian Heiligmann (c.heiligmann)

23 Jahre Ausbildung, 12, 14 Stundentage im Schnitt und dann bleiben am Ende weniger als 50% über? Von der maßlosen Verschwendung unserer maroden Sozialsysteme mal ganz abgesehen...

Freunde der Nacht, nicht mit mir. Die Deutschen werden so lange ihre Wunden lecken, bis ausser dem Skelett nichts mehr da ist. Vielleicht wacht ja mal jemand auf...

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
08. November 2007 15:57

Die sozialabgaben muessen beruecksichtigt werden!

christian alberti (calberti)

Ich bin selbst ein Durchschnittsverdiender und stimme dem Titel des Beitrags voll zu.
Der Text hingegen hebt hauptsaechlich die Belastungen (und die evt. vorhandenen Schutzmoeglichkeiten) der Reichen hervor.
Ich bin dagegen der Meinung, dass Duchschnittverdiener gegenueber Vielverdienern zu start belastet sind. Betrachtet man ausschliesslich die Steuern, so sind Vielverdiener (wegen der Steuerprogressiong) absolut und relative hoeher belastet als Durchschnittsverdiener. Das ist, denke ich, auch so gewollt. Betrachtet man auch die Sozialabgaben, also tatsaechlich das Verhaeltnis von netto zu brutto, so stellt man fest, dass ab einer (niedrigen) Einkommensgrenze alle etwa die gleiche relative belastung von 50 prozent abgaben haben. Ob das gewollt ist, weiss ich nicht.
Richtig finde ich es nicht.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
08. November 2007 15:49

Durchschnittsverdiener - Zahlmeister vom Dienst

joachim burkart (fazburri)

Ihr Artikel ist gut - doch ob er von denen gelesen wird, die es angeht? Daß der Mittelstand gemolken wird, ist überall zu sehen, z.B. auch bei der neuen Abgeltungssteuer, die nur die belasten wird, die nicht über die nötigen Tricks verfügen, um sich steuerlich ins Ausland zu bewegen. Rot-Schwarz geht denen ans Leder, die sich nicht so gut wehren können. Auc h jetzt beim Öl- und Benzinpreis wird es wieder heißen, es gehe um die Erhöhung des Umweltbewußtseins. Dabei geht es wieder nur ums Steuerkassieren: was hinderte die Regierung daran, Öl- und Benzinsteuer etwas zu senken?
Das Erwachen wird nicht gut sein, vor allem nicht für die CDU.
Fr. Grüße, J. Burkart

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
08. November 2007 14:40

Im Uebrigen

Björn Opitz (hrbjoern)

... "Anfang der Sechziger Jahre" mag ein Alleinverdiener mehr Nettoverdienst in der Tasche behalten haben - aber ob ihm das geholfen haette, seinen Sohn (von der Tochter ganz zu schweigen) auf einen der wenigen Studienplaetze zu bugsieren? Ein paar sinnvolle Dinge stellt "der Staat" mit unserem Geld ja doch an ...

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
08. November 2007 14:39

Quark und Nicht-Quark

Björn Opitz (hrbjoern)

"Auf den besonders anstrengendsten letzten Auftrag wird dann das eine oder andere Mal verzichtet."
Ackermann & Co. hoeren also auf zu arbeiten, weil sie nur noch viereinhalb Mio. Euro im Jahr verdienen? Ich glaube nicht. Und wenn "ein Zehntel der Einkommensteuerzahler schon lange mehr als die Hälfte des Aufkommens aus (...) der Lohn- und Einkommensteuer" zahlt, dann liegt das nicht an den Steuersaetzen, sondern daran, dass diese Menschen einfach so extrem viel Geld bekommen fuer das, was sie tun - das Verb "verdienen" verbietet sich fast ... Der mehr oder weniger vorhandene Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt sorgt eben fuer ein enorm ungerechtes Lohnspektrum - und darin liegt die nach wie vor berechtigte Progressivitaet der Einkommenssteuer begruendet, egal, was die Kollegen Kirchhoff et al. dazu sagen. Dass eine Anpassung der Steuersaetze an die Inflationsrate eigentlich Pflicht sein sollte, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
08. November 2007 14:37

Steuerwahn, Vergleich vor und nach der Wende

Carlo Sartorius (sartorius2)

Insbesondere für konservative Wähler müssen die finanzwirtschaftlichen Entwicklungen in der BRD besorgniserregend sein. Zunehmende Belastungen von Eigenheimbesitzern (scheinbar im Interesse des Klimaschutzes), Kraftfahrzeugen (hier aus steuerlichen Gründen abgegebene Fahrzeuge werden in Osteuropa noch jahrelang fahren, obwohl doch die Atmosphäre die gleiche ist), Aktionären (Neueinführung der Abgeltungssteuer und Erstreckung der Besteuerung auf Veräußerungsgewinne, Inflationsgewinne von Aktien werden dadurch mitbesteuert), gleichzeitig Steigerung der Mehrwertsteuer auf 19%. Kein Wunder, dass die Haushaltskonsolidierung dann gelingt. Nur liegt dies nicht an Einsparungen sondern am Eintreiben der Steuern.
Eine Anmerkung zu den statistischen Ausführungen des Autors. Vergleiche mit der Zeit vor der Wende sind oft zu lesen, man darf aber nicht die Veränderungen der sozialen Strukturen außer Acht lassen. Die Frage ist, wer die Steuern zahlt. Das kann sich durch eine Veränderung der Gesamtgruppe ebenfalls verändern. Mit anderen Worten, wenn z. B. früher wie heute die Steuerquote 50 % wäre, hieße dies nicht, dass bestimmte Gruppen nicht mehr zahlen. Ähnlich problematisch wäre zB ein Vergleich der Situation auf dem Arbeitsmarkt.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
08. November 2007 14:17

..treffend formuliert..

Michael Meier (never1)

...bei zu erwartender zunehmender Inflation und deshalb meist in Folge zunehmendem Gehalt werden bald große Teile der Bevölkerung große Teile ihres Einkommens direkt versteuern/abgeben müssen. Vom Rest dürfen sie dann noch indirekte Steurn wie MWST, Tabak, Branntwein, Mineralöl zahlen. Effektiv bleibt also weit weniger als 50% zum eigentlichen Verbrauch. Mich wundert, daß eine immer sehr uneffektive Umverteilung gerade derartig gute wirtschaftl. Zahlen zuläßt. Wir haben immer noch eine zu hohe Staatsquote und einen viel zu großen und uneffektiven öffentlichen Dienst. Nur noch eine Minderheit der Bürger geht einem Erwerb nach und verdient eigenes Geld. Warten wir auf den nächsten Abschwung...

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
08. November 2007 14:07

Ungerechte unsinnige Schlußfolgerung Populismus

Volker Kulessa (solelite)

Bis auf die Schlußfolgerung erscheint der Artikel ganz vernünftig, auch wenn nicht ausgesprochen wird, daß 10% der Steuerpflichtigen heute mehr als 50% der Einkommensteuer bezahlen.(FAZ. 11.10.07)
Sobald die Steuereinnahmen ausreichen um ohne neue Schulden in den öffentlichen Budgets auszukommen, muß zuerst mit der RÜCKZAHLUNG der IMMEMSEN Schulden begonnen werden. Für Steuersenkungen ist auf absehbare Zeit kein Raum. Wie gut, daß wir einen Finanzminister haben, der das ebenso sieht.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
08. November 2007 13:32

Junge Leute hauen ab

egon soppe (egonsoppe)

Die Politiker wollen immer mehr Wohltaten unter dem Motto "soziale Gerechtigkeit " verteilen. Únd während die Faulen und Behäbigen das dankbar annehmen, werden die Fleißigen und Fähigen immer mehr ausgequetscht - irgendwo muß das Geld doch herkomen. Was können die guten und fähigen jungen Leute da nur tun? Es gibt nur eine Möglichkeit, sich den Begehrlichkeiten zu entziehen - abhauen. Und das tun die jungen Leute immer mehr.
Mein Sohn ist bereits in Östereich, meine Tochter bereitet gerade ihren Ausstieg vor - zur Schweiz - mitsamt ihrem gutverdienenden Freund. Wenn ich jünger wäre, würde ich auch gehen.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
1 - 15 von 17 Lesermeinungen
1 | 2 VorZum Ende blättern
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche