genommen: der geballte Durchblick und versammelte Sachverstand der Leserkommentare benennt auf den Punkt gebracht nur eines, nämlich die Untauglichkeit des gegenwärtigen globalen Wettbewerbsystems für eine vernünftige Entwicklung der Weltwirtschaft ;-).
Ackermann als Notenbankpräsident?
Die Banken und ihre Manager haben sich die Krise vorsätzlich eingebrockt und müssen diese auch auslöffeln. Die Krise ist entstanden, da Banken lieber auf den Spekulationsmärkten herum zocken, statt Existenzgründern und Unternehmen Kredite für solide und arbeitsplatzfördernde Maßnahmen zu geben. Unternehmer haben immer größere Schwierigkeiten Kredite zu erhalten, 60jährige sind aufgrund ihres Alters nicht mehr kreditwürdig, junge Handwerker und Kaufleute müssen aus Eigenmitteln finanzieren und werden so am Erfolg gehindert, nur weil Schrottimmobilienkredite mehr Rendite bringen könnten. Wenn diese Banken dann Schiffbruch erleiden, rufen sie nach dem Staat. Wer nicht in den Mittelstand investiert, handelt asozial und muss im Krisenfall vom Markt verschwinden. Warum sollten wir als steuerzahlende Unternehmer oder Arbeitnehmer diese Zockergilde unterstützen? Wir zahlen in Deutschland, wegen der letzten Bankenkrise 9% mehr auf Dispokredite als im Ausland. Hat das geholfen? Nein, Banken sind ein Fass ohne Boden. Lasst die Banken in die Insolvenz gehen. Wenn der Staat diese dann unterstützen müsste, dann nur über Verstaatlichung. Die Entschädigungen für diese Verstaatlichung wären bei einer insolventen Bank sehr gering.
Herr Ackermann äußerst sich in vornehmer schweizerischen Zurückhaltung, obwohl er sicherlich die amerikanische Mentalität sehr gut kennt. Die Amerikaner denken in sehr kurzfristigen Zeiträumen, sind nur auf den schnellen Dollar hinaus und dies auf beiden Seiten des Bankschalters. Sollen doch die Amerikaner, die ihr Häuschen verfrühstückt haben, die Folgen selbst tragen. Die "kreativen Finanzinnovatoren" haben es jedoch geschafft, vermeintlich lukrative Kreditschöpfungsinstrumente zu initialisieren, um Risiken unter Zuhilfenahme von nichtsahnenden Ratingagenturen an ahnungslose Investoren zu verkaufen.
Wäre deutsche technische Ingenieurskunst auf dem Stand der "Finanzingenieure", befände sich Deutschland noch im Stadium eines Entwicklungslandes.
Eine Systemkrise ist das wirklich.Denn was ist der „innere Wert“,wenn nicht der durch Marx herausgearbeitete „Tauschwert“,der sich durch den Einsatz der Ware Arbeitskraft ergibt und auf dem Markt als abstrakte Form des Tausches aller Ware Arbeitskraft sich durchsetzt.Und das ist insbesondere an einem Finanzprodukt so wichtig hervorzuheben!Der Absatz von Finanzprodukten unterliegt damit den gleichen Gesetzen wie die Realwirtschaft.Dazu bedurfte es nun einer solchen Krise um dies zu erkennen.Allerdings eiert Herr Ackermann mit Bedacht um die Begriffe,weil er natürlich die unsinnigen neoliberalen Theorien nicht vom Markt nehmen möchte,Theorien, die irgendein Computerspezialist entwickelt hat, wie zum eine „Zinstheorie“,die abgesehen davon,dass sie kein Banker versteht,nichts anderes als die Vorstellung suggeriert,dass ein algorithmisches Modell endlos Gewinne generiere und nicht etwa Symmetriebrüche,die sich in der Wirtschaft des Kapitals als schwere Wirtschaftskrisen manifestieren,denn die Zinstheorie ist eine chaotische aber alles andere als die wirtschaftspolitische „Chaostheorie“,denn sie sondert keinen Funken an philosophischer Meta-Erkenntnis ab,außer die von einem Kapital das sich seiner eigenen Gesetze nicht versichern kann.
sollte ihm auch keine Platform bieten. Warum? Herr Ackermannhat seinen Job als Profitsteigerer für seine Bank und somit die Aktionäre optimal erfüllt, allerdings auf Kosten der deutschen Steuerzahler und somit der Gesellschaft. Denn
1) Hat die Bank deren Vorstandssprecher er ist, fleißig und gegen saftige Provisionen minderwertige Papiere an die IKB verkauft - an der Stützung dieser IKB aufgrund dieser minderwertigen Papiere verkrampft sich nun die KfW mit STEUERGELDERN 2) hat die Deutsche Bank zahllosen unbedarften Stadtkämmerern und anderen Vertretern öffentlicher Institutionen kompliziert-undurchschaubar gestaltete Zinstermingeschäfte aufgeschwatzt (Stichwort SWAP) - oft ohne Sicherungsnetz - die jetzt zu Millionenverlusten der betroffenen Kommunen führen - Verluste die der Steuerzahler und Bürger begleichen wird, weil die Kommunen weniger Geld haben. Das sackte nun die Deutsche Bank ein. Ein Herr Ackermann sollte öffentlich die Klappe halten und sich freuen, dass seine Bank so kurzfristige Erfolge erzielte. Langfristig könnten seine hartverdienten Millionenboni aus dem Jahr 2007 noch ziemlich teuer für das Institut werden. Die FAZ wäre gut beraten, würde sie solchen Leuten nicht noch eine öffentliche Plattform bieten
Sehr erstaunt muss ich zur Kenntnis nehmen, dass Herr Ackermann, obwohl an einer der besten Universitäten des deutschsprachigen Raumes ausgebildet, die Grundprinzípien der Marktwirtschaft aushebeln möchte. Wenn sich jemand wie er beklagt, dass kein richtiger Preis für Aktiva gefunden wird, weil keine Nachfrage da ist und somit eine falsche Bewertung erfolgt, dann ist wohl die Finanzmarktkrise noch gar nicht richtig ausgebrochen!
Gerade die Börse (Auktion) ist ja bekanntlich der Marktplatz wo die gerechtesten Preise bezahlt werden! Wenn jemand verkaufen will findet er den Tagespreispreis für seine Aktien. Wenn lt. Herrn Ackermann die Börse nicht mehr die richtige Bewertung für Aktiva sein soll, wer dann? Etwa die Banken selber, die uns diese Misere gebracht haben, indem Aktiva zu hoch bewertet wurden. Die Banken haben schon mal klassische Bewertungsmethoden ausser Kraft gesetzt. Bei der Dot.com Blase waren es die Banken, die zu neuen Bewertungsmethoden gegriffen haben, um Dot.com Unternehmen zu horrenden Preisen an die Börse zu bringen. Unternehmen, die kurze Zeit später nichts mehr Wert waren.
Also Herr Ackermann erklären Sie doch, warum heute die Grundprinzipien der Markwirtschaft für Wertpapiere nicht mehr gelten sollen!
Die Regulierung der amerikanischen Bankenkrise bis zur Jahresmitte erscheint mir mehr als fraglich. Darf man den Worten den Präsidenten der FED glauben, würde er notfalls die Dollars auch per Hubschrauber über dem Land abwerfen lassen, was in indirekter Weise in Amerika bereits erfolgt. Die Geldmenge wird drastisch erhöht, wobei durch das Verhältnis des Wirtschaftswachstums die Geldentwertung und damit die Inflation angeheizt wird. Die große Exportabhängikeit Deutschlands besteht eindeutig die Gefahr, dass durch die Abwertung des Dollar und die unnatürliche "Stärke" des Euro, dass Exportwaren aus Deutschland den Kunden zu teuer werden, was wiederum Deutsche Arbeitsplätze in Gefahr bringt. Gleichzeitig hat die Bundesregierung, maßgeblich durch MwSt.-Erhöhung die Kaufkraft der Deutschen gemindert, was durch die steigenden Sozialabgaben, z.B durch das unsinnige Verwaltungsmonster einer sog. Gesundheitsreform fortgesetzt wird. Damit wurde die Kaufrückhaltung der Bürger politisch programmiert, so dass auch dadurch die Innlandproduktion eingeschränkt wird. Sollte die EZB dann noch den Leitzins senken, wird die Inflation weiter erhöht, die im vergangenen Jahr bereits über 7 % lag (nicht die Preiserhöhung aus dem sog. Warenkorb). usw.
Die Zentral- und Notenbanken sind für die Finanzdienstleister zur Zeit dasselbe, wie der Sozialstaat für die Verlierer der Modernisierung. Auch wenn diese enormen Liquiditätsspritzen dazu dienen sollen, die sozialen und ökonomischen Kosten dieser Kreditkrise so niedrig als möglich zu halten- schlussendlich bezahlt jetzt zunehmend die Allgemeinheit den Preis für dieses wohl zweifellos historische Marktversagen. Um das zu erkennen, muss man nicht zwangsläfig links eingestellt sein- da reicht ein nüchterner Blick auf die Realität.
„Heute gibt es nur Angebotspreise und die entsprechen nicht dem eigentlichen Wert.“
Das ist doch ein merkwürdiger Satz! Ist der Wert nicht immer derjenige, der sich auf dem freien Markt aus der Approximation zwischen Angebotspreis und Nachfragepreis ergibt?
Aber vielleicht gibt es eine neue Wirtschaftstheorie der „Eigentlichen Werte“: „Theory of Natural Born Values“. Soll auf dieser Theorie nun alles basieren?
Die technisch/mathematisch/naturwissenschaftlichen Disziplinen kennen diese Denkweise nicht und erscheinen immer wieder als zuverlässige Königsdisziplinen, die man der Jugend nur wärmsten empfehlen kann. Mit manch anderen Dingen kann man sich u. U. ziemlich blamieren und am Ende im Leben scheitern.
Herr Schlicht hat Recht.
Die wenig positive Bewertung seines Kommentars beweist, wie sehr er Recht hat.
Solange das so bleibt, werden die Deutschen immer wieder den Stillstand wählen.
Wandel setzt Einsicht voraus und genau daran mangelt es.
'Moral hazard'! Schade, dass die Herren Braunberger, Fehr und Steltzner nicht die Courage hatten dies zu erkennen und auszusprechen.
Er kommt nicht drum herum. Er will staatliche Hilfe, weil er - pars pro toto - Mist gebaut hat. Und er will die Suppe nicht auslöffeln müssen, wie der Markt es verlangt.
Denn das hieße, zu handeln. Im wörtlichen Sinne: Verkaufen, zu Beginn auch mit riesigen Verlusten. Sowie im anderen Sinne: nicht stillhalten und wegducken, wenn es einmal unbequem wird. Und im weiteren Sinne: Zum Insolvenzrichter traben, denn es könnte hohe Zeit werden.
Daß Ackermann seine Worte in dem zitierten Podiumsgespräch nicht besser unter Kontrolle hatte, erstaunt schon.
War es gar Absicht?
Seine Rechtfertigungsversuche machen die Sache schlimmer. Argumente sind es nicht, die er präsentiert. Vielmehr liest man Interpretationen, Ausflüchte und Umdeutungen.
Kontrollierte Panikmache am Ende?
Eine mögliche Erklärung:
Man möchte begangene Fehler aussitzen und hofft, die möglichen Auswirkungen erscheinen anderen riesig genug, damit der gewünschte Solidaritätseffekt auch eintritt und Staat und Steuerzahler bluten - statt der Verursacher.
Und hierfür gießt man Öl ins Feuer.
Eine bewährte Taktik, die Großschuldner häufig genug gegenüber ihrer Bank anzuwenden pflegen, der neben dem Schaden auch noch der Spott droht.
Genauer betrachtet, handelt es sich bei dieser Kreditkrise um eine eigentliche Systemkrise des Kapitalismus- zumindest in seiner neoliberalen Ausprägung: Die Reparaturen am Finanzsystem nehmen langsam immer Keynesianischere Züge an- was dem neoliberalen Wirtschaftsverständnis an und für sich diametral entgegenläuft: Hier wären nämlich lediglich Geld- und Währungspolitik (v. a. Steuerung der Geldmenge) vorgesehen. Nennen wir doch das Kind beim Namen: Das neoliberale Wirtschaftscredo durchläuft derzeit die schwerste Krise seit seinem Bestehen. Soviel Staat wie jetzt war nie vorgesehen- und doch notwendig, um das expansive, internationale Finanzsystem vor dem Kollaps zu bewahren, das weiss auch Herr Ackermann!
Ackermann hat recht: Leider führen wir hierzulande eine Systemdiskussion zur Rolle des Staates. Auch die FAZ leidet unter diesem Mangel an Pragmatismus..
