Kommentar

In der Pflegefalle

Die Pflegeversicherung gilt langfristig als größtes Sorgenkind unter den Sozialversicherungen. Doch wie reformieren? Ein rissiges Fundament taugt schlecht als Basis für einen Erweiterungsbau. Ein Kommentar von Andreas Mihm.

Lesermeinungen zum Beitrag

13. April 2007 16:32

Am Versicherungwesen soll das deutsche Volk genesen

Bernhard Schmitz (DerKetzer)

Wieviel Prozent werden denn keine Pflegefälle?
Mit dem Anspruch auf möglichst langes Leben wird früher oder später doch jeder zum Pflegefall. Welchen Sinn hat dann eine Versicherung überhaupt noch?

Hier wird nur etwas geschaffen, an dem Versicherungen und Pflegeunternehmen verdienen, ohne dass die Pflegebedürftigen oder ihre Angehörigen noch eine Kontrolle darüber haben. Und so eskaliert das immer weiter.

Welchen Sinn hat eine Versicherung, bei der die persönliche Kontrolle über die Leistungen ausgehebelt wird? Und der Wunsch nach Unsterblichkeit führt zu immer höheren Forderungen, wenn man sie nicht bezahlen muß.
Unsterblichkeit kann man aber nicht kaufen.

(Laßt Euch lieber in ein paar Jahrzehnten ins Second Life uploaden!)

Mit diesem System werden Pflegebedürftige und ihre Angehörigen schamlos ausgebeutet, bevor die Erbschaftssteuer und die Friedhofsverwaltung zuschlagen.
Wer hat hier die Politiker beraten? Wieder die Deutsche Bank?

Jeder noch unabhängige Volkswirtschaftler muß sich doch hier die Haare raufen.

Viele werden sicher sagen: Aber die Reichen können sich dann ein längeres Leben leisten!
Ich gehöre auch nicht zu diesen Reichen, trotzdem sage ich "So what? That's life."

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
1 - 1 von 1 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche