Energie

Gasmarkt: Netzagentur kurbelt Wettbewerb an

Auf dem Gasmarkt sollen die Preise sinken

Auf dem Gasmarkt sollen die Preise sinken

17. November 2006 Die Bundesnetzagentur will die schleppende Öffnung des Gasmarkts und die Möglichkeit eines Anbieterwechsels für Kunden vorantreiben. Für den Zugang von neuen Gasanbietern zu den Netzen etablierter Betreiber verfügte die Netzagentur eine einfache Regelung und untersagte ein weit aufwendigeres Verfahren, wie Präsident Matthias Kurth am Freitag in Bonn mitteilte. Damit sollten der Netzzugang „optimiert“ und die Rahmenbedingungen für die Marktöffnung verbessert werden.

Ein komplizierteres Verfahren zum Netzzugang, das sogenannte Einzelbuchungsmodell, bei dem der Gastransport nur über viele Einzelnetze gebucht und abgewickelt werden kann, dürfe nicht mehr angewendet werden, weil es gegen gesetzliche Vorgaben verstoße, erklärte Kurth. Das nun untersagte Verfahren habe gravierende und diskriminierende Nachteile gezeigt. Deshalb dürfe nur noch das sogenannte Zweivertragsmodell angewendet werden, das einen Zugang auf Basis von nur zwei Verträgen von der Einspeisung des Gases bis zur Entnahme durch den Endkunden vorsieht.

Signal an die gesamte Gaswirtschaft

Damit folgte die Behörde einer Beschwerde des Bundesverbandes Neuer Energieanbieter (bne) und des Gashändlers Nuon Deutschland GmbH gegen die drei Netzbetreiber RWE Transportnetz Gas GmbH, Eon Hanse AG und die Stadtwerke Hannover AG. Die Entscheidung wende sich nur formalrechtlich gegen die drei betroffenen Unternehmen, reiche jedoch faktisch darüber hinaus, sagte Kurth. „Als Ergebnis eines Musterverfahrens richtet sie sich an die gesamte Gaswirtschaft.“

Der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) reagierte unzufrieden. Das jetzt verbotene Modell sei sachlich sinnvoll und auch nicht diskriminierend gewesen. Nuon hingegen begrüßte die Entscheidung, die Chance auf einen echten Wettbewerb eröffne und sinkende Kosten für neue Anbieter bedeute. Wichtig sei aber auch, daß im deutschen künftig ausreichende Gas-Mengen für neue unabhängige Anbieter zum Handel bereitstünden.

Eon senkt die Gaspreise

Der Energie-Experte des Bundesverbandes der Verbraucherverbände (vzbv), Holger Krawinkel, erwartet nun ebenfalls mehr Wettbewerb. „Ich gehe davon aus, daß spätestens ab der nächsten Heizperiode genügend Gasanbieter auf dem Markt tätig sind und die Verbraucher die Möglichkeiten zum Anbieterwechsel reichlich nutzen werden.“

Unterdessen teilte Energiekonzern Eon mit, er werde zum kommenden Jahr für viele Kunden die Gaspreise senken. Zum Jahresanfang werde die Tochtergesellschaft Eon Ruhrgas die Lieferpreise für Regionalversorger und Stadtwerke verringern.

Text: dpa
Bildmaterial: dpa

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