Energie

Gutachten entlastet RWE nach Stromausfall im Münsterland

Mastenbruch im Münsterland

Mastenbruch im Münsterland

08. Juni 2006 Rund sieben Monate nach dem Stromausfall durch umgeknickte Masten im Münsterland hat ein Gutachten den RWE-Konzern vom Vorwurf mangelnder Wartung entlastet.

In einem von der Bundesnetzagentur in Auftrag gegebenen Gutachten verweist die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) darauf, daß durch den starken Schneefall die Belastungsnorm der Freileitungen deutlich überschritten war. “Die BAM hat keine Korrosion an den untersuchten Masten gefunden, so daß sich kein Ansatzpunkt für eine unzureichende Wartung ergab“, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, am Donnerstag in Bonn. Ausgelöst worden sei der Stromausfall durch einen umgeknickten Mast aus früher verwendetem Thomasstahl.

Starker Schneefall und Wind hatten im November 2005 zahlreiche Strommasten im Münsterland brechen lassen und die Stromversorgung in der Region über Tage lahm gelegt. Von dem Stromausfall waren zeitweise rund 250.000 Menschen betroffen. RWE war damals vorgeworfen worden, Qualitätsmängel an den Strommasten aus Thomasstahl nicht behoben zu haben.

„RWE sieht sich durch das Gutachten in seiner Beurteilung bestätigt“, sagte ein Sprecher von RWE Energy. Der Konzern hatte für den Mastenbruch allein die extreme Wettersituation verantwortlich gemacht. Er lehnte Schadenersatzforderungen ab, richtete allerdings für betroffene Bürger einen Hilfsfonds von über fünf Millionen Euro ein. Den eigenen Schaden bezifferte RWE rund 40 Millionen Euro.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur könnte die Versorgungssicherheit durch die Thomasstahl-Masten beeinträchtigt werden. Sie empfahl daher RWE, sein Programm zur Sanierung der Thomasstahl-Masten zu beschleunigen und dringt auch bei anderen Netzbetreibern auf eine Modernisierung.

RWE will bis 2015 die Thomasstahlmasten austauschen oder teilweise ersetzen. Der Sprecher von RWE Energy verwies darauf, daß dabei langwierige Genehmigungsverfahren und die zeitgleiche Versorgung des betroffenen Gebietes eine Rolle spielten. “Die Ingenieure des Konzerns überprüfen aber laufend, ob dieser Prozeß beschleunigt werden kann.“ RWE hatte 2001 mit der Sanierung der rund 28.000 Thomasstahlmasten begonnen und dafür Kosten in Höhe von 550 Millionen Euro veranschlagt.

Text: Reuters
Bildmaterial: dpa

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