Zu einer Zahlung von 3,9 Millionen Euro plus Zinsen verurteilt: Die Deutsche Bank

Zinswetten in der Provinz

Deutsche Bank zu hohem Schadenersatz verurteilt

Die Deutsche Bank hat Ärger mit komplizierten Zinsgeschäften. Eine Fülle von Klagen läuft, und jedes Gericht beurteilt die Rolle der Bank anders. Das Landgericht Frankfurt hat das Kreditinstitut am Dienstag zu einer Zahlung von 3,9 Millionen Euro plus Zinsen an die Stadtwerke Pforzheim verurteilt. Von Holger Paul

Lesermeinungen zum Beitrag

29. Oktober 2008 09:30

Es kommt darauf an, wie man es macht!

Peter Neubauer (basser_aus_kurpfalz)

Als ehemaliger Mitarbeiter einer Bank im Bereich Zinsderivate verfolge ich mit leichtem Entsetzen die öffentliche Diskussion. Hier werden leider oft - vermutlich aufgrund von gefährlichem Halbwissen - Derivate wie Zinsswaps in Bausch und Bogen verdammt und als hochspekulativ bezeichnet. Diese Aussage ist schlichtweg falsch. Ein Zinsswap kann - wie jedes Derivat - ein fantastisches Instrument sein, um die eigenen Risiken zu begrenzen, zu minimieren oder komplett zu eliminieren. Voraussetzung dafür ist, dass der Swap (oder das Derivat) richtig eingesetzt wird und eben auch das exakt passende Derivat gewählt wird. Wählt man das falsche Derivat, kann das ganze natürlich nach hinten losgehen. Was folgt daraus? Man sollte nur Geschäfte machen, die man versteht. Und: die Bankberater müssen konsequenter über mögliche Risiken aufklären. Derivate wie Zinsswaps generell zu verteufeln ist jedoch der falsche Weg.

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29. Oktober 2008 06:33

Überschüsse der Stadtwerke

Matthias Gläßer (mymag)

Ohne die Deutsche Bank in Schutz nehmen zu wollen, ist es doch wohl so, dass Stadtwerke und Entsorger kostendeckend arbeiten sollen und Überschüsse wieder an den Gebührenzahler fließen sollten. Warum wird dann in hochspekulative Anlageformen investiert, was SWAP-Geschäfte zweifelsohne sind. Das versteht doch auch ein Laie? Ich würde am liebsten die risikofreudigen Kommunen verklagen, die so freizügig mit Ihren Einnahmen aus Steuergeldern und Gebühren umgehen!

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29. Oktober 2008 01:40

Nicht die Mitarbeiter der Gerichte entscheiden...

kristian kroflin (kroflin)

...sondern die Gesetzestexte. Hier zeigt sich, daß die Mitarbeiter der Gerichte auch nur eine Gruppe von Bürgern sind, die sich vom Kuchen, den andere produzieren oder verwalten, ein gehöriges Stück nehmen wollen und je nachdem wie es zu ihrem Vorteil ist, den Ausspruch "im Namen des Volkes" instrumentalisieren, und wenn es wieder zu ihrem Vorteil ist, nur für ihren eigenen Vorteil sorgt. Wenn man eben nichts mit Technik oder der naturwissenschaftlichen Betrachtung der Welt zu tun hat uund denkt, man würde sich in seinem Bereich auskennen, wobei man weniger den Bereich differenziert sieht, sondern die Sprache, die diesen Bereich beschreiben soll, erweitert und erweitert. Nun kommen die Heuschrecken, die die Deutsche Bank auseinandernehmen wollen, da Ackermann verwehrte, daß die Mitarbeiter des Staates der Bank unnötige "Hilfen" aufdrängen, um sie abhängig zu machen. Was für eine Pauschalisierung (und hier kommt die offene Zahnpasta-Tube zum Einsatz, also vorgeschobene Gründe), denn schiesslich mißwirtschafteten nicht alle Mitarbeiter jeder Finanzinstitution. Offensichtlich sind die Richter befangen bei ihrer Urteilsfindung. Und das sie bestimmte Beziehungen zu bestimmten Personen bestimmter Gruppen haben, sollte wohl klar sein.

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