03. Januar 2008 Rohöl ist so teuer wie nie zuvor. Am ersten Handelstag des neuen Jahres mussten zwischenzeitlich 100 Dollar für ein Barrel (159 Liter) des fossilen Brennstoffs bezahlt werden. Politische Unruhen in Nigeria, Afrikas größtem Ölproduzenten, sowie Befürchtungen einer weiteren Angebotsverknappung in den Vereinigten Staaten ließen an der Warenterminbörse in New York den Februar-Kontrakt des amerikanischen Leichtöls der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zwischenzeitlich auf 100 Dollar steigen. Im weiteren Handelverlauf wurden Preise um 99,30 Dollar je Fass gezahlt.
Damit ist der Ölpreis in den vergangenen zwölf Monaten, notiert in Dollar, um mehr als 57 Prozent gestiegen. Unter dem Eindruck des hohen Ölpreises und eines schwachen Dollar kletterte der Goldpreis auf 860 Dollar je Feinunze - das höchste Niveau seit 28 Jahren.
Angriffe auf nigerianische Ölhäfen
Händler an der Wall Street sagten, die unsichere Lage in Nigeria habe zum Erreichen des Rekordpreises für Öl entscheidend beigetragen. Das afrikanische Land ist der achtgrößte Ölexporteur der Welt. Die Spannungen dort schürten die Angst vor Versorgungsengpässen während des Winters auf der Nordhalbkugel der Erde. Am Neujahrstag hatte es eine Serie von Angriffen mutmaßlicher Rebellen auf den nigerianischen Ölhafen Port Harcourt gegeben. Dabei wurden Berichten zufolge 18 Menschen getötet. Außerdem gab es in Algerien, das wie Nigeria zum Kartell der Öl exportierenden Staaten (Opec) zählt, ebenfalls einen Anschlag.
Auch Vermutungen, dass die Rohöl-Lagerbestände der Vereinigten Staaten, des größten Ölkonsumenten der Welt, in der vergangenen Woche auf das niedrigste Niveau seit drei Jahren gesunken sein dürften, schürten die Nervosität auf dem Markt. Das Energieministerium in Washington wird die Zahlen hierzu an diesem Donnerstag vorlegen.
Furcht vor Beschleunigung der Inflation
Marktbeobachter sagten weiter, die Dollar-Schwäche habe sowohl zum Anstieg des Ölpreises als auch zu den steigenden Goldnotierungen beigetragen. Für einen Euro mussten am Mittwochabend 1,4740 Dollar bezahlt werden, rund 1 Cent mehr als zu Handelsbeginn. Viele Anleger hätten versucht, sich durch den Kauf von Ölterminkontrakten gegen weitere Kursverluste des Dollar abzusichern, die den Kauf von Öl zu einem späteren Zeitpunkt noch teuer machen würden.
Die Dollar-Schwäche hat auch die Befürchtung einer weiteren Beschleunigung der Inflation in Amerika genährt. Steigende Importpreise dürften letztlich auch die Verbraucherpreise in die Höhe treiben, sagten Bankvolkswirte. Gold gilt als sicheres Wertaufbewahrungsmittel und als wirksamer Schutz vor der Geldentwertung. Am Handelsplatz New York stieg der Preis je Feinunze (31 Gramm) um rund 3 Prozent rund 860 Dollar. Damit übertraf das Edelmetall den im Januar 1980 aufgestellten Höchstpreis von 850 Dollar. Inflationsbereinigt müsste der Goldpreis allerdings auf mehr als 2300 Dollar je Feinunze steigen, um den fast drei Jahrzehnte alten Rekord zu brechen. Im vergangenen Jahr ist Gold, gemessen an seinem Dollar-Preis, um rund ein Drittel teurer geworden. Wegen der Stärke der europäischen Gemeinschaftswährung zum Dollar beläuft sich der Anstieg des Goldpreises 2007 in Euro gerechnet nur auf 19 Prozent.
Angst vor Rezession in Amerika
Die Entwicklung an den Rohstoffmärkten und die wachsende Nervosität drückten auch auf die Stimmung an den Aktienbörsen. An Wall Street sanken die Kurse vieler börsennotierter Gesellschaften. Der Dow-Jones-Index der führenden 30 Industriewerte gab im frühen Handelsverlauf mehr als 200 Punkte nach. Nach einer zwischenzeitlichen leichten Erholung schloss der Dow noch rund 180 Punkte oder 1,7 Prozent im Minus. Der breiter aufgestellte S&P-500-Index gab um 1,4 Prozent auf 1447 Punkte nach. An der Technologiebörse Nasdaq lag der Composite-Index um 1,6 Prozent bei 2610 Punkten im Minus.
Marktteilnehmer dort sagten, der hohe Ölpreis erhöhe auch das Risiko, dass Amerika zum ersten Mal seit fast sieben Jahren in eine Rezession gleiten könnte. Die Lage sei angesichts der Immobilienkrise und der Schwierigkeiten auf dem Hypothekenmarkt ohnehin prekär. Höhere Energiepreise seien in dieser Situation schwerer zu verkraften.
Text: F.A.Z.; ctg./kön./kpa.
Bildmaterial: AFP, FAZ.NET
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| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 4.544,31 | -7,01 |
| TecDax | 516,75 | -4,81 |
| DowJones | 8.451,19 | -1,49 |
| Nasdaq | 1.649,51 | +0,27 |
| STOXX 50 | 2.421,87 | -7,86 |
| Nikkei 225 | 8.276,43 | -9,62 |
| S&P 500 Zert. | 8,83 | -10,45 |
| Euro/Dollar | 1,36 | +1,08 |
| Bund Future | 114,67 | -1,44 |
| Gold | 847,40 | +0,00 |
| Öl | 76,65 | -7,49 |