Energiekonzerne

Netzagentur kürzt Netzentgelte

15. Januar 2008 Die Bundesnetzagentur hat in einer neuen Regulierungsrunde den Gebührenantrag des Essener Energiekonzerns RWE deutlich gekürzt. Die von RWE für dieses Jahr geplanten Gebühren seien um rund 20 Prozent gesenkt worden, berichtete das „Handelsblatt“ vorab aus seiner Dienstagausgabe unter Berufung auf Branchenkreise.

Von RWE war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Der Konzern hatte bereits erklärt, mit einer Kürzung zu rechnen, jedoch keine Angaben zur möglichen Höhe gemacht. In den kommenden Wochen werden eine ganze Reihe von Bescheiden der Bonner Behörde erwartet.

Anteil der Netzgebühren bei 31,5 Prozent des Strompreises

Den Versorgern EnBW und Vattenfall Europe habe die Wettbewerbsbehörde ebenfalls Bescheide zugesandt, berichtete die Zeitung weiter. Details zu dem Ergebnis nannte das Blatt nicht. Eon hatte am Montag erklärt, noch keine Nachricht von der Bundesnetzagentur erhalten zu haben. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, wolle am Dienstag über die Kürzungen informieren.

Die 2005 gegründete Bundesnetzagentur überprüft die Gebührenanträge der Strom- und Gasnetzbetreiber. Die Netzinhaber lassen sich die Durchleitung von Strom und Gas von den Konkurrenten bezahlen und finanzieren damit unter anderem die Wartung und den Ausbau der Netze. Bei den Haushaltskunden schlagen sich die Gebühren in der Rechnung nieder. Beim Strom liegt der Anteil der Netzgebühren bei 31,5 Prozent, beim Gas sind es 19,1 Prozent.

Die Netzagentur hatte bereits in einer ersten Runde bei zahlreichen Versorgern, darunter RWE, Teile der Kostenkalkulation nicht anerkannt. Nach den ersten neun Monaten des gerade abgelaufenen Geschäftsjahres 2007 hatte RWE die Belastungen durch die Senkung der Netzgebühren auf rund 500 Millionen Euro beziffert.



Text: Reuters/dpa
Bildmaterial: ASSOCIATED PRESS

 
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