Managergehälter

Union nimmt die Aktienoptionen in den Blick

Von Manfred Schäfers

08. Juli 2008 Die große Koalition macht Ernst mit der Begrenzung der Managerbezüge. Union und SPD wollen sich noch in diesem Jahr über gemeinsame Vorschlage verständigen. Die Gesetzesänderungen könnten dann im ersten Quartal 2009 folgen. Er halte eine Reihe von Punkten, die die SPD vorgeschlagen habe, für diskussionswürdig, sagte der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Otto Bernhardt, am Dienstag in Berlin. Der CDU-Politiker sitzt dem Arbeitskreis der Union vor, die dazu in der Sommerpause ein eigenes Konzept erarbeiten will. "Ich bin zum Beispiel bei den Aktienoptionen für eine restriktive Regelung", sagte Bernhardt.

Die SPD hat vorgeschlagen, Vorstandsgehälter nur noch bis zu einer Million Euro je Mitarbeiter vollständig als Betriebsausgaben steuerlich anzuerkennen. Was darüber hinaus gezahlt wird, sollte nur noch zur Hälfte vom Finanzamt akzeptiert werden. Grundsätzlich sei eine solche Begrenzung zulässig, meinte der CDU-Politiker. Eine solche Regelung gebe es bereits für die Aufsichtsratsvergütungen. Auch in Amerika kenne man eine derartige Begrenzung. Doch stehe die Union diesem Vorschlag distanziert gegenüber. "Die Unterscheidung in gute und schlechte Aufwendungen geht in die falsche Richtung." Auch sei das amerikanische Beispiel wenig nachahmenswert. Dort seien die Bezüge der Manager nach Einführung der Neuregelung sogar weiter gestiegen.

Veröffentlichunspflichten auch für Sportvereine?

Bernhardt nimmt stattdessen die Aktienoptionen in den Blick. Sie sollen ein zusätzlicher Anreiz für Vorstände sein, den Wert ihres Unternehmens zu steigern. Es sei jedoch zu hinterfragen, wenn der Kurs nur nach oben schieße, weil ein Unternehmen wie Siemens ankündige, 17.000 Stellen zu streichen, meinte der CDU-Politiker.

Nach seinen Worten könnte die Frist für die Option verlängert und deren Höhe begrenzt werden. So könnte die Haltedauer von zwei auf vier Jahre verdoppelt werden, um das langfristige Denken der Manager zu fördern. Auch könnte der Wert der Option begrenzt werden. Ein Verbot von Optionen schloss Bernhardt ebenfalls nicht aus. Eine absolute Deckelung der Managerbezüge lehnte er dagegen ab. Man müsse aufpassen, dass man nicht alle, die gut verdienten, aus dem Land treibe.

Falls die Unternehmen verpflichtet werden sollten, die Bezüge ihrer Führungskräfte genauer als bisher zu veröffentlichen, müsste dies auch für den Sport und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gelten. "Es kann sein, dass dann Sportvereine gezwungen werden, alle Gehälter über eine Million Euro zu veröffentlichen."



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Christian Thiel

Kursabfrage 
NamePunkteProzent
Dax 5.326,63 -1,12
TecDax 573,04 -5,15
DowJones 9.447,11 -5,11
Nasdaq 1.754,88 -5,80
STOXX 50 2.878,82 +0,22
Nikkei 225 10.155,90 -3,03
S&P 500 Zert. 10,50 -1,78
Euro/Dollar 1,36 -0,07
Bund Future 117,28 +0,26
Gold 880,65 -0,89
Öl 85,76 -1,06
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