04. Juli 2008 Das afrikanische Fieber packt regelmäßig die Staats- und Regierungschefs, wenn sie sich treffen. Seit Jahren werden zu den Gipfeltreffen wichtige Staatschefs aus Afrika geladen, so auch in diesem Jahr. 1999, auf dem Gipfel in Köln, verabredeten die G 8, den Schuldenerlass für die ärmsten Länder aufzustocken. 2005 legten sie im schottischen Gleneagles nach. Die reichen Länder sagten zu, ihre Hilfe um 50 Milliarden Dollar aufzustocken, die Hälfte davon für Afrika. Vergangenes Jahr bekräftigten sie ihre Absicht, die Lage der armen Länder zu verbessern. Einwände, dass Geld allein Afrika nicht hilft, werden überhört. Doch zeigt die Erfahrung, dass stark geförderte Länder sich entgegen den Erwartungen oft besonders schlecht entwickelt haben.
Deutschland hat zuletzt gegen den internationalen Trend seine entwicklungspolitischen Leistungen gesteigert. Nachdem die Regierung schon für dieses Jahr die Hilfsausgaben um 750 Millionen Euro aufgestockt hat, sollen 2009 nochmals 800 Millionen Euro draufgelegt werden. Der Entwicklungsetat stieg entsprechend kräftig. 2006 verfügte Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) über 4,2 Milliarden Euro. Nun sind es 5,1 Milliarden Euro. Nächstes Jahr sollen es sogar fast 5,8 Milliarden Euro sein. Dazu kommen noch Leistungen der Länder, Schuldenerlasse und Ausgaben anderer Ministerien.
Die Leistungen der 22 größten Geber stagnierten
Nach den jüngsten Berechnungen der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) hat Deutschland insgesamt den Entwicklungsländern 2007 mit 8,96 Milliarden Euro oder umgerechnet 12,3 Milliarden Dollar geholfen. Dagegen stagnierten die Leistungen der 22 größten Geber bei 104 Milliarden Dollar. Wechselkurs- und inflationsbereinigt sanken sie um 8,4 Prozent. In absoluten Zahlen ist Deutschland nach Amerika der zweitgrößte Geber. 2006 lag es noch hinter Frankreich, Großbritannien und Japan, also auf dem fünften Platz.
Die Entwicklungspolitiker schauen weniger auf die absoluten Hilfsausgaben als auf den Anteil der Entwicklungsmittel am Bruttoinlandsprodukt. Danach sollen die reichen Länder 0,7 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für die ärmeren Staaten verwenden. Im Schnitt gaben die 22 Mitgliedstaaten des OECD-Entwicklungsausschusses zuletzt 0,28 Prozent. In Deutschland stieg dagegen die Quote auf 0,37 Prozent. Doch hat Deutschland früher zugesagt, seine Hilfsquote bis zum Jahr 2010 auf 0,51 Prozent zu steigern. Zwischen Soll und Sein bleibt demnach eine Lücke.
Weiter zum Thema: Ölpreis und Nahrungskrise
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z. - Wolfgang Eilmes
IG Metall sieht 750.000 Arbeitsplätze in ![]()
Die Krankenkassen wollen mehr Geld
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.952,07 | +0,36% |
| TecDAX | 817,11 | −0,09% |
| MDAX | 7.495,09 | +0,55% |
| SDAX | 3.558,34 | +0,30% |
| REX | 378,50 | −0,06% |
| Eurostoxx 50 | 2.941,05 | +0,51% |
| Dow Jones | 10.414,10 | +0,83% |
| Nasdaq 100 | 1.828,79 | +1,19% |
| S&P500 | 1.114,05 | +1,05% |
| Nikkei225 | 10.378,00 | +1,91% |
| EUR/USD | 1,4326 | +0,36% |
| Rohöl Brent Crude | 73,14 $ | +0,21% |
| Gold | 1.105,50 $ | +0,09% |
| Bund Future | 122,59 € | −0,25% |