28. Dezember 2007 Die SPD versucht, mit der Kritik an den hohen Managergehältern und dem Ruf nach flächendeckenden Mindestlöhnen politischen Boden gutzumachen. Doch wie am Freitag bekannt wurde, hat der Bund selber Mitarbeiter, denen er weniger als den Mindestlohn für Briefträger von 9 Euro (Ost) und 9,80 Euro (West) bezahlt. Garderobenpersonal, Boten und Reiniger erhielten im Tarifgebiet Ost vom Jahreswechsel an 8 Euro in der Stunde, heißt es in einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Frage des FDP-Politikers Volker Wissing.
Beschäftigte mit einfachsten Arbeiten erhielten demnach im Westen 8,40 Euro in der Stunde. Zum zuletzt ausgewiesenen Stichtag fielen 17 Beschäftigte in diese Kategorie. 23 Beschäftigte erhielten 9 Euro im Osten und 9,80 Euro im Westen. Die Bundesregierung hält viel von Mindestlöhnen, solange sie diese nicht selbst zahlen muss, kritisierte Wissing. Ist die Arbeit der Beschäftigten der Bundesregierung tatsächlich weniger wert als die der Briefträger?, fragte er polemisch. Andere Post-Bedienstete erhalten künftig einen Mindestlohn von 8 Euro (Ost) und 8,40 Euro (West).
Text: mas./F.A.Z.
Bildmaterial: ddp