
Natürlich soll es so sein, daß jemand von seiner Hände Arbeit leben kann. Aber wer drückt denn den Nettolohn?
"Kirchhof: Es ist in sich gerecht, einfach und progressiv. Jeder Steuerpflichtige hätte pro Jahr 10 000 Euro Freibetrag, Kinder 8000 Euro. Ein Ehepaar mit zwei Kindern hat also 36 000 Euro steuerfrei. Dann wächst der Steuersatz von 15 auf 20, schließlich auf 25 Prozent. Das alles steht natürlich unter der Bedingung, dass alle 519 Privilegien ersatzlos wegfallen, sonst finanziert sich das nicht. Im Übrigen werden – was jetzt nicht der Fall ist – alle Einkunftsarten gleich behandelt. Ein Beispiel: Zwei Brüder haben eine Zwei-Mann-GmbH. Der eine hat nur das Kapital gegeben und der andere ist Geschäftsführer, krempelt die Ärmel auf und arbeitet. Und jeder macht am Jahresende eine Million Gewinn. Dann zahlt derjenige, der das Kapital gegeben hat, 25 Prozent und derjenige, der gearbeitet hat, zahlt fast 45 Prozent Einkommensteuer. Das ist nicht gerecht. Für beide soll in diesem Bereich eine gleiche Belastung von 25 Prozent gelten – das ist meine Gerechtigkeit."
(RM Interview 09/2008)
Danach geht es aufwärts. Nicht für alle, aber für eine große Mehrheit. Mindestlohn? Das wäre dann alter Kaffee.

BMW, Mercedes, VW u. a. Firmen zahlen schon neben der Gewerbesteuer auch Einkommenssteuer.

Fast alle, welche Transferleistungen erhalten, haben vorher in irgendeiner Form eingezahlt. Rentner in die Rentenversicherung, Kranke in die Krankenkasse, Sozialhilfeempfänger in die Steuerkasse, Versicherte in ihr Versicherungssystem. Die heutigen Rentner werden im Solidarsystem von den heutigen Beitragszahlern finanziert, so wie sie damals die Kriegsgeneration nach dem zusammengebrochenen Nazisystem finanziert haben. Fast alle, bis auf ein paar Ausnahmen, wenige Sozialhilfeempfängerfamilien und reiche Erben, haben somit die heutigen Trasferleistungen selbst erarbeitet. Leider wird dieses System nicht mehr fortschreibbar sein, da die Basis der Einzahler zu schmal geworden ist, denn das Produktivitätseinkommen, sprich das Einkommen aus Maschinenarbeit wird nicht besteuert. Die lücken der Finanzierung wurden bisher vom Staat durch Kredite gestopft. Auch das wird nicht mehr lange möglich sein. Dann können wir gespannt sein, wie das endet.

Herr Berger,
eine sehr interessante Sichtweise! Dies werde ich mir angewöhnen! Bin begeistert!
Abgesehen davon ist das Problem doch gar nicht so schwer.
Die Einnahmen aus der Steuer der Arbeitnehmer multipliziert mit 0,X wird für die sozialen Sicherungssysteme verwandt. Wenn es mies läuft ist der Ansporn zum arbeiten grösser. Wenn es gut läuft kann man es auf einen Maximalbetrag begrenzen, und das Geld vielleicht zum Schuldenabbau verwenden.
Aberich glaube so etwas ist zu kompliziert - genauso wie die Flattax.
Armes Deutschland. Die Welt ist so ungerecht. Mann und Frau bekommen hier wirklich zu wenig fürs NICHTarbeiten. Das ist doch eine soziale Ungerechtigkeit!
Deutschland schäme dich.

Aus dem Artikel spricht vor allem die Meinung des Autors, die alle öffentlich-rechtlich organisierten Verhältnisse ablehnt und durch privatrechtliche ersetzen möchte.
Die öffentlich-rechtliche Rente wird als "Sozialtransfer" deklariert, die private Rente, für deren Beziehung die Rentner/innen ebenfalls nicht mehr arbeiten, wird dagegen als Einkommen aus eigener Arbeit angesehen.
Ebenso wird die öffentlich-rechtliche Krankenversicherung als "Transferzahlung" und damit irgendwie schlecht dargestellt, obwohl man erst durch Beitragszahlungen zum Leistungsempfänger wird.
Natürlich verfolgen die öffentlich-rechtlichen System bestimmte sozialpolitische Ziele. Diese Ziele (z.B. Verringerung der Kluft zwischen arm und reich / Versorgung der damalige Kriegsgeneration / Schutz vor Insolvenz privatrechtlicher Versicherungen) werden vom Autor entweder nicht gesehen oder offenbar nicht gebilligt.
Es sei darauf hingewiesen, daß auch die Inhaber großer Vermögen, insbesondere wenn sie ererbt sind, als Bezieher von Einkommen angesehen werden können, die sie selbst nicht erarbeitet "verdient" haben.

...für diejenigen voll-arbeitenden 30 Mio. Bürger sind übrigens auch Aktionen, in denen die Politk fröhlich ihr hart erwirtschaftetes Steuergeld herausschießt. Bei entsprechenden Zeitungsmeldungen einfach mal den Betrag durch 30M teilen.
Bei der Rettung der IKB und bei den Verlusten der WestLB hat jede Milliarde (ich hab das Zählen aufgegeben) jeden Steuerzahler 30 Euro gekostet.
Die 200 Mio., die Fr. Heidemarie W-Zeul en passant der palästinensischen Chaosbande gewährt hat, kosten 6,60 Euro.
Für die Finanzierung der Kongo-Wahlkatastrophe gingen - einschließlich BW-Einsatz - 4 Euro drauf.
Der für die BRD äußerst sinnvolle Afghanistan-Einsatz kommt 15 Euro im Jahr - immerhin, die GEZ-Gebühr liegt höher.
Wer mag, kann auch die Kosten der Entwicklungshilfe für Musterdemokratien für Kenia, für Sozialhilfe für Import-Bräute oder die Aufwertung der Rütli-Schule, welche die Beinah-Verbrennung eines Schülers auch nicht verhinderte, ausrechnen.
Ich fände es erfreulich, wenn die FAZ bei entsprechenden Aktionen die Kosten für den einzelnen Zahler ausweisen würde. In einer Demokratie müßte die Möglichkeit bestehen, energisch gegen eine solche Verschwendung zu Lasten Dritter zu protestieren.

Bereits in den 1970ern wurde es deutlich. Das Sozialsystem wurde ohne Not erheblich ausgebaut (Wählerstimmenfang) und seit dem durch immenses "Schuldenmachen" am Leben erhalten. Es wurde mehr "Soziales" geleistet, als unsere Volkswirtschaft abgeben konnte. Wir lebten jahrzehntelang über unsere Verhältnisse. Dieses Wirtschaften gilt den meisten heute fast als zu beanspruchende Minimalversorgung durch den Staat.
Wer mehr haben will, soll mehr arbeiten. Dann soll man ihn aber auch arbeiten und verdienen lassen und nicht die hart erarbeiteten Kröten direkt wieder abnehmen. Die gilt vor allem für die "Kleineren" (auch so eine relative Größe). Jeder Arbeitnehmer hat doch gewiß seine negativen Erfahrungen gemacht, bei den sog. Einmalzahlungen nach Tariferhöhungen? Danach war weniger netto im Geldbeutel als vorher. Statt den Staat mit seinen "gutmeinenden" Politikern als Verantwortlichen zu sehen, dreschen die Politiker mit Medienunterstützung wieder einmal auf die Unternehmer ein. Da hilft es ungemein, wenn man "Schützenhilfe" von den "Zumwinkels" u. ä. in vielfältiger Form (Mindestlohn bis Steuerhinterziehung) erhält. Leute, ihr werdet ja so an der Nase herumgeführt. Echt stark. Realsatire live. "Besoffen vom Sozialen" (Zitat).

Sie schlagen vor: "Alle Nicht in industrieverwendeten Arbeiter müssen dann für den Staat arbeiten (zu einem Mindestlohn der zum Leben ausreicht)." Leider haben sie in diesem Modell nicht geklärt, wie dieser Mindestlohn finanziert werden soll.
Vermutlich wird es darauf hinauslaufen, dass sämtliche, ordentlich bezahlten Jobs wegfallen und mit billigen Mindestlohnarbeitern aufgestockt werden, die keinerlei Beitrag mehr zu ihrem "Sozialstaat" abführen - siehe Ein-Euro-Jober.
Das Problem unseres System liegt darin, dass unser Wirtschaftswachstum mit ständiger Geldkreierung (Krediten) finanziert wird und die dafür anfallenden Zinsen nicht im System vorhanden sind. Folglich ist jeder bestrebt dem anderen viel wegzunehmen, damit er seine Zinsen bezahlt kann. Funktioniert das nicht, müssen die Zinsen mit neuen Krediten refinanziert werden - siehe unseren Staatshaushalt.
Die Immobilien Krise hat gezeigt, was passiert, wenn die Geldkreierung stoppt und das unterteste Glied in der Zinszahlung wegbricht. Für die jetzt anfallenden Zinsen muß das angestaute Kapital aufgelöst werden und hier wird wieder das unterteste Glied ins Auge gefaßt - siehe Hartz IV, Kombilohn und Kündigungsschutz.

Wie groß sind die Bezugsgrößen?
Wieviele arbeiten von 81 Mio Einwohnern? M.E. sind es insgesamt 32 Mio. Davon arbeiten 27 Mio in "Inhaber geführten Unternehmungen". Für wen wird Wirtschaftspolitik betrieben? M.E. einseitig für die restlichen 5 Mio.
Ein so großes Volk müsste sich selbst m.E. genügend Arbeit machen...
Wann kommt eine Grundversorgung für jeden, ohne Prüfung?! Wann kommt eine Steuergesetzgebung, die für jeden gültig und nachvollziehbar ist? Eine, die keine Subventionen aber auch keine "Schlüpflöcher" bedeutet?
Der Staat bildet sich mittlerweile ein, alles regeln zu können. Aber was haben Politiker eigentlich gelernt um nicht von allen möglichen, mehr oder weniger lauten, Einflüsterungen abhängig zu sein?

dass der Artikel eine Diskussion über Rentner im Sozialstat auslösen sollte. Eine Änderung des Rentensystems ist nur möglich wenn meine Generation (20-35) ca. 50% mehr Rentengelder aufbringt. Wir müssten dann 100% der jetzigen Renten bezahlen und zusätzlich für unsere eigene sparen. Das tun wir teilweise Privat. Eine solche Umstellung würde ca. 50 Jahre dauern und müsste alle Regierungen überstehen. Nach 50 Jahren hätte man dann eine Kapitalgedeckte Mindest-Rente. Wer nicht arbeitet bekommt auch keine. Gleichzeitig sollte man den leuten die Möglichkeit geben zu arbeiten. Warum heisst es Arbeitslosengeld? Wir bezahlen also Leute dafür das sie nicht arbeiten? Die die arbeiten wollen sind unzufrieden weil sie nicht arbeiten und die die nicht wollen lachen darüber. Warum wird das Arbeitsamt nicht ein Arbeitgeber? Alle Nicht in industrieverwendeten Arbeiter müssen dann für den Staat arbeiten (zu einem Mindestlohn der zum Leben ausreicht). Dann müssen alle Arbeiten und es können alle Arbeiten und wir müssen das geld nicht verteilen sondern lassen es verdienen. Die Arbeitslosenversicherung schützt dann vor Arbeitslosigkeit und nicht nur vor Geldknappheit. Darum auch das Wort

Und der tatsächliche Anteil derjenigen, die über den eigenen Bedarf hinaus einen Mehrwert schaffen, dürfte noch deutlich unter 41 % liegen, wie einige Kommentare völlig zu Recht anmerken.
In der mehr und mehr automatisierten Produktion von Gütern und Dienstleistungen, überlagert vom Geldschleier und den Außenhandelsbeziehungen, sind die Effekte der eigenen Leistungserstellung auf der Ebene einer nationalen Volkswirtschaft nicht mehr berechenbar.

Sie könnten jetzt gut von einer kapitalgedeckten Rente leben, wenn man Sie aus dem bestehenden System hätte aussteigen lassen.
Hat man aber nicht, und bei diesem "System" hat der Artikel leider recht. Es ist keine "Versicherung" (einer richtigen Versicherung würde man so ein Schneeballsystem nie genehmigen), sondern Sie haben all die Jahre eine Abgabe bezahlt, Ihr Geld ist weg. Insofern hat der Artikel recht, Sie erhalten eine Transferleistung, genau wie meine Eltern.
Insofern ist es objektiv richtig, die gesetzliche Rente zu den Transferleistungen zu zählen. Das ist gerade das perfide am Sozialstaat, daß er den Menschen das Geld und die Möglichkeit zur Eigenvorsorge nimmt und sie mit dem Etikett "sozial" und "Solidarität" mit ihrem eigenen Geld entmündigt und zu Leistungsempfängern degradiert.
Ich bräuchte für meine 3 Kinder auch keine 5500 Euro Kindergeld pro Jahr, wenn nur das über das Existenzminimum aller Personen im Haushalt hinausgehende Einkommen besteuert würde. Es wird aber auch das Existenzminimum der Kinder besteuert, und so bekomme ich die staatliche "Leistung" Kindergeld und darf das selber mit meiner Einkommenssteuer finanzieren (die ist ungefähr sechsmal so hoch).

Firmen die Arbeitsplätze abbauen, Meldungen der letzten Tage: Henkel, Siemens, Continental, Allianz, Telekom, PIN, Bergbau ...

Ich verwahre mich dagegen, als Rentner mit 45 Beitragsjahren als "lebt nicht von dem, was er selbst verdient" abqualifiziert zu werden. Ich habe rund 500.000 DM aus eigener Arbeitsleistung in ein Versicherungssystem einbezahlt und erhalte daraus nur noch einen Teil der früher im Vertrag vorgesehenen Leistungen. Hätte ich aus dem System aussteigen können, wäre ich kein "Nehmer" sehr geehrter Herr Schäfer, sondern könnte von einem gut verzinsten Vermögen leben.
So, wie mit meinen Zahlungen in das Versicherungssystem die vorausgegangenen Rentnergenerationen Leistungen erhalten haben, erwarte ich dies - ohne jede weitere Schmähung - dass auch die nächsten Generationen soldidarisch handeln. Das eigentliche Problem ist doch der Rückgang der Bevölkerung, Kinder (die ich mit meiner Frau unter anderen Bedingungen als Heute ab Ende der 60er aufgezogen habe) kosten einen erheblichen Aufwand. Die letzten Generationen sind aber mehr auf freizeitorientiertes Schonverhalten und Selbstverwirklichung aus.

Steigende pro Kopfproduktivität und Kaufkraftverlust führen zu fehlender nachfrage
bei gleichzeitiger „Freisetzung“ von Arbeitnehmern die nicht mehr gebraucht werden um den Bedarf eines Volkes zu decken.
Man kann sich auch darüber freuen dass weniger Menschen arbeiten müssen.
Trauriger dagegen ist das uns nicht besseres einfällt als diese Menschen mit Gameshows,
Gewalt-Computer-Spielen mit Fastfood veröden zu lassen.
Die Einführung eines „Bürgerdienstes“ für Menschen sofern sie gesundheitlich in der Lage dazu sind und nicht im Erwerbsleben stehen müssen wäre dringend geboten.
Auch so könnte man Gemeinschaftsaufgaben erfüllen und dem einzelnen einen sinn geben.

Deutschlands Weg in den Sozialismus ist wohl nicht mehr umkehrbar. Man schaue sich nur die Wahlergebnisse an, um die Bestätung für die in diesem Artikel postulierten Thesen zu finden. Die Zukunft Deutschlands ist düster. Leistungsbereiten jungen Leuten kann ich nicht mehr empfehlen, Ihre Existenz in Deutschland aufzubauen.

Herr Lehmann, Sie glauben also unser Land sei eines der reichsten in der Welt?
Betrachten Sie bitte mal unsere Staatsverschuldung, schauen Sie sich mal unser Bildungssystem an, begutachten Sie mal den Zustand der Grund- und Hauptschulen. Einfach mal hingehen und schauen.
Betrachten Sie mal das marode Gesundheitssystem, das demnächst durch den Gesundheitsfond gekrönt werden soll. Wo sind die modernen Arzneimittel im Bereich der Onkologie, die seit Jahren Standard in USA sind. Wir therapieren mit Mitteln die vor 1985 auf dem Markt waren. Wie steht es um die Behandlung der Diabetiker. Gerade wurde die Behandlung mit Insulinanalogen von der Erstattung ausgeschlossen.
Wir sind ein armes Land, das reicht von Kindern bis hin zu chronisch Kranken. Warum? Weil unsere Firmen zwar kräftig verdienen, nicht hier sondern im Ausland, ansonsten konzentrieren wir uns auf Umverteilung. Da stehen aber Schüler und chronisch Kranke nicht auf der Prioritätenliste! Ein armes Land, weil es die Schwächsten, die unfähig sind sich selbst zu helfen, nicht unterstützt, aber sehrwohl die, die das durchaus könnten.

Wenn zu den Transferleistungen erworbene Renten für die Rentner oder Kinder als Familienangehörige mitgezählt werden, ist das für eine Statistik zwar nice to have aber nicht zweckdienlich und sogar irritierend. Für Wissenschaftler wie Soziologen durchaus verwendbar, für die praktische Anwendung jedoch nicht hilfreich.
Zielführend wäre doch dagegen eine Aussagen darüber, wer von seiner Arbeit z.B. ohne Transferleistungen oder Zuschüsse , gemessen an der Anzahl der Erwerbstätigen, leben kann.

ca. 15 Millionen Menschen leben in Deutschland von Arbeitslosengeld, Hartz4, Sozialhilfe usw.

Der Anteil der Bevölkerung, welche nicht von staatlichen Transferzahlungen leben, sondern einer produktiven Tätigkeit nachgehen, muss viel kleiner als 41 % sein. Ich nehme an, dass sich die staatlichen Umverteiler und Steuerkassierer ebenfalls zu den Erwerbstätigen rechnen. Auch diese leben von Transferzahlungen. Tatsächlich müsste die Statistik den gesamten staatlichen Verwaltungsapparat bei den Erwerbstätigen wegrechnen. Dazu kämen noch Bauern, Bergarbeiter, ostdeutsche Scheinfirmen, Künstler, und viele andere Subventionsempfänger. Nicht zu vergessen Berufspolitiker, Beratungsbüros für Ämter, Wirtschaftsgeförderte und Staatsbetriebe, welchen der Wettbewerb erspart bleibt.

durch die Verbindung von Demokratie und Sozialstaat - wohl nicht mehr aufzuhalten.